Mittwoch, Oktober 5, 2022

Wir für Werne: Gewerbeflächen und Innenstadt bleiben Schwerpunkte

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Wer­ne. Die Schaf­fung von Gewer­be­flä­chen und die Stär­kung der Innen­stadt sind die Schwer­punkt­the­men, mit denen sich die Wirt­schafts­ge­mein­schaft „Wir für Wer­ne“ auch in Zukunft beschäf­ti­gen wird.

Der Vor­sit­zen­de Micha­el Zur­horst for­der­te in der Jah­res­haupt­ver­samm­lung am Mon­tag­abend (22.08.2022) im Hotel am Klos­ter die Mit­glie­der dazu auf, sich aktiv an der Arbeit zu betei­li­gen. „Wir müs­sen was tun“, mach­te er die Dring­lich­keit deut­lich. Gut ein Drit­tel der aktu­ell 135 Mit­glie­der der Gemein­schaft waren zu die­ser Ver­samm­lung erschie­nen. Neu­wah­len zum Vor­stand stan­den nicht an, sie fin­den erst im kom­men­den Jahr statt.

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„Wir für Wer­ne“ habe sich inten­siv und kon­struk­tiv mit der Beglei­tung des Bür­ger­ent­scheids zum Gewer­be­ge­biet Nord­lip­pe­stra­ße beschäf­tigt, sag­te Zur­horst in sei­nem Rück­blick auf die Akti­vi­tä­ten des ver­gan­ge­nen Jah­res. Das Gewer­be­ge­biet sei geschei­tert, weil die Mehr­heit der abge­ge­be­nen Stim­men gegen die Pla­nun­gen gestimmt habe, nicht aber die Mehr­heit der Bür­ger: „Es gibt eine schwei­gen­de Mehr­heit, die nichts gemacht hat.“ 

Die gebe es auch bei „Wir für Wer­ne“. Nun sei es an der Zeit, Per­spek­ti­ven zu schaf­fen, damit auch in Zukunft eine wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in Wer­ne mög­lich sei. Bür­ger­meis­ter Lothar Christ, Gast der Ver­samm­lung, warb für den von Wirt­schafts­för­de­rer Mat­thi­as Stil­ler initi­ier­ten Bür­ger­dia­log, in dem offen über die Aus­wei­sung von Gewer­be­flä­chen dis­ku­tiert wer­den soll.  Der­zeit stün­den kei­ne ver­füg­ba­ren Flä­chen mehr zur Verfügung.

Eine gute Nach­richt über­brach­te Land­rat Mario Löhr, der eben­falls Gast der Ver­samm­lung war. Mit dem Aus­bau der Ovelgönne/Penningrode wer­de 2024 begon­nen, 2025 sei mit der Fer­tig­stel­lung zu rech­nen. Schlag­lö­cher und die maro­den Rad­we­ge sol­len dann der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren, Que­rungs­hil­fen für mehr Ver­kehrs­si­cher­heit sor­gen und Park­flä­chen geschaf­fen wer­den. Die Stadt sei inten­siv an der Umset­zung des Pro­jek­tes betei­ligt, das erst durch die Umwid­mung der Stra­ße von einer Land- zur Kreis­stra­ße mög­lich gewor­den sei, ergänz­te Bür­ger­meis­ter Christ. Man ste­he im engen Kon­takt mit den Anwoh­nern, die in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der über die schwie­ri­ge Ver­kehrs­si­tua­ti­on an der Stra­ße geklagt hätten.

Posi­ti­ve Nach­rich­ten auch in Sachen zwei­tes Bahn­gleis. Die Finan­zie­rung sei gesi­chert, jetzt kön­ne mit der Pla­nung begon­nen wer­den, sag­te Christ: „Wir waren noch nie so weit.“ Dies sei ein Ver­dienst von „Wir für Wer­ne“, denn die Gemein­schaft habe 2019 durch ihr Enga­ge­ment die Initi­al­zün­dung für den Zusam­men­schluss der Anrai­ner­kom­mu­nen der Bahn­stre­cke gege­ben, die gemein­sam den Druck auf die Ent­schei­dungs­trä­ger erhöht hätten.

Mit Erfolg, wie Karl-Fried­rich Ost­holt beton­te. Der frü­he­re SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Wer­ner Stadt­rat gilt als Strip­pen­zie­her hin­ter den Kulis­sen, der die Bür­ger­meis­ter an einen Tisch hol­te und Türen in den zustän­di­gen Minis­te­ri­en öff­ne­te. Die Pla­nung für die 24 Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke zwi­schen Müns­ter und Wer­ne kön­ne star­ten. „Die Finan­zie­rung ist kei­ne Hür­de mehr, denn im Bun­des­haus­halt ste­hen 73 Mil­li­ar­den Euro für den Neu­bau von Stre­cken zur Ver­fü­gung“, sag­te Ost­holt. Bei geschätz­ten Kos­ten von 300 Mil­lio­nen Euro für den Abschnitt Müns­ter-Wer­ne und wei­te­ren 100 Mil­lio­nen Euro für die Stre­cke zwi­schen Wer­ne und Lünen sei der Aus­bau eine ver­gleichs­wei­se klei­ne Inves­ti­ti­on. Auch der Bau sei zumin­dest zwi­schen Müns­ter und Wer­ne rela­tiv pro­blem­los mög­lich. Schwie­ri­ger sei schon die Pla­nung, denn dafür stün­den nicht genü­gend Kapa­zi­tä­ten zur Ver­fü­gung. Hier müs­se man wei­ter am Ball blei­ben und dür­fe die Hän­de nicht in den Schoß legen, appel­lier­te Ostholt.

Nach Fer­tig­stel­lung des zwei­ten Glei­ses kön­ne die Stre­cke an den Deutsch­land­takt ange­schlos­sen wer­den, Regio­nal­zü­ge sei­en dann halb­stünd­lich unter­wegs. „Rund 90.000 Auto­fahr­ten fal­len bei die­ser grö­ße­ren Tak­tung weg“, beton­te Ost­holt. Das zwei­te Gleis sei ein rie­si­ger Stand­ort­vor­teil für die Stadt.

Eben­so bedeut­sam für Wer­ne sei der Bau der welt­weit größ­ten For­schungs- und Frei­zeit­an­la­ge „SCNCWAVE/SURFWRLD“ auf dem frü­he­ren Zechen­ge­län­de, sag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ. Inves­tor Dr. Micha­el Dete­ring stell­te die Pla­nung der Wel­len­an­la­ge vor und kün­dig­te an, mit sei­nem Unter­neh­men schon bald ein Büro in Wer­ne zu bezie­hen. In der frü­he­ren Filia­le der Deut­schen Bank an der Stein­stra­ße soll die Umset­zung des Pro­jek­tes fort­ge­setzt wer­den. Der Inves­tor ver­sprach, eine außer­ge­wöhn­li­che Anla­ge zu bau­en, die sowohl im wis­sen­schaft­li­chen als auch im Frei­zeit­be­reich neue Maß­stä­be set­ze. Wich­tig sei ihm eine enge Anbin­dung an die Innen­stadt. „Die Surf­wrld wird Wer­ne ver­än­dern, sie wird vor allem jun­ge Men­schen in die Stadt brin­gen“, so der Ingenieur.

Dete­ring berich­te­te auch über die Plä­ne für den Neu­bau eines Was­ser­kraft­werks in Sto­ckum, mit dem nicht nur der Ener­gie­be­darf für die „Surf­wrld“ gedeckt, son­dern auch Strom ins öffent­li­che Netz ein­ge­speist wer­den soll. Hier gebe es der­zeit Wider­stand sei­tens des Lip­pe­ver­ban­des und des Lan­des­fi­sche­rei­ver­ban­des, über den noch inten­siv dis­ku­tiert wer­den müs­se. Dete­ring selbst zeig­te sich aber über­zeugt: „Die­se Anla­ge ist umwelt­freund­lich und ein wich­ti­ger Bei­trag zum Kli­ma­schutz.“ Lob gab es vom Bür­ger­meis­ter: „Micha­el Dete­ring hat eine genia­le Idee und wir müs­sen für die­se genia­le Idee ein­tre­ten“, appel­lier­te das Stadt­ober­haupt an die „Wir für Werne“-Mitglieder, die Begeis­te­rung für die bei­den Pro­jek­te in der Stadt zu wecken.

Der Fach­kräf­te­man­gel belas­tet auch die hei­mi­schen Wirt­schafts­un­ter­neh­men. Micha­el Zur­horst warb dafür, die Inte­gra­ti­on von aus­län­di­schen Mit­ar­bei­tern zu erleich­tern, und stieß dabei auf Unter­stüt­zung bei Land­rat Mario Löhr. 

Ein gutes Mit­tel, Fach­kräf­te an Unter­neh­men zu bin­den, könn­te nach Ansicht der Gewer­be­trei­ben­den die Aus­ga­be von Wer­ne-Gut­schei­nen als steu­er­frei­er Sach­be­zug an die Mit­ar­bei­ter sein. Alex­an­der Arend vom Unter­neh­men Zmyle, das den Wer­ne-Gut­schein im Auf­trag der Stadt­mar­ke­ting GmbH orga­ni­siert, stell­te in der Ver­samm­lung die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten für eine Umset­zung vor. Monat­lich könn­ten Gut­schei­ne im Wert von 50 Euro steu­er- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei abge­ge­ben wer­den, drei­mal jähr­lich sei die zusätz­li­che Schen­kung eines Gut­scheins im Wert von 60 Euro mög­lich, sag­te Arend. Für die Aus­ga­be bie­te sein Unter­neh­men eine Inter­net-Platt­form an, die das Ver­fah­ren für die Unter­neh­men erleich­te­re. Der Vor­teil die­ser Form von Mit­ar­bei­ter­bin­dung liegt für den „Wir für Werne“-Vorsitzenden Zur­horst auf der Hand: „Die Kauf­kraft bleibt in Werne.“

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