Mittwoch, August 10, 2022

Geplanter Neubau „Wehr Stockum“ – Energie aus der Lippe

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Werne/Stockum. Der Lan­des­ver­band Erneu­er­ba­re Ener­gien NRW (LEE NRW) begrüßt jetzt in einer Medi­en­mit­tei­lung den Plan, ein neu­es Was­ser­kraft­werk an der Lip­pe bei Wer­ne zu bauen.

Der Inves­tor erwar­te eine jähr­li­che Erzeu­gung von zwei Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Öko­strom. Außer­dem wer­de der Fluss in die­sem Abschnitt für Fische wie­der durchgängig.

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Dr. Micha­el Dete­ring, Pro­jekt­ent­wick­ler der SCNCWAVE/SURFWRLD auf dem ehe­ma­li­gen Gelän­de der Zeche Wer­ne, hat­te ange­kün­digt, ein neu­es Was­ser­kraft­werk mit einer Leis­tung von 400 Kilo­watt an der Lip­pe in Wer­ne-Sto­ckum zu bau­en (WERN­Eplus berich­te­te). Das Pro­jekt „Wehr Sto­ckum“, so der Arbeits­ti­tel, kön­ne jähr­lich an die zwei Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den drin­gend benö­tig­ten erneu­er­ba­ren Stroms erzeugen.

Wie es fer­ner heißt, wol­le Dete­ring par­al­lel zu der neu­en Was­ser­kraft­an­la­ge mit fisch­freund­li­cher Tur­bi­ne auch einen moder­nen Fisch­auf­stieg errich­ten, sodass Fische erst­mals seit rund 200 Jah­ren hier in der Lip­pe wie­der strom­auf­wärts wan­dern kön­nen. Wenn es nach dem Inves­tor gehe, sol­le der Bau bereits 2023 begin­nen. Die ers­ten Kilo­watt­stun­den sol­len dann Ende 2024 erzeugt werden.

„Die­ser Neu­bau ist ein wich­ti­ges Signal, dass es mit der klei­nen Was­ser­kraft in Nord­rhein-West­fa­len wei­ter­geht“, freut sich Rei­ner Prig­gen, Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des Erneu­er­ba­re Ener­gien NRW (LEE NRW), „Für uns ist die­ses Pro­jekt eine Bestä­ti­gung, dass wir uns in den ver­gan­ge­nen Wochen kon­se­quent gegen eine Strei­chung der Ein­spei­se­ver­gü­tung für die klei­ne­ren Was­ser­kraft­wer­ke ein­ge­setzt haben.“

Die ursprüng­li­chen Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung für die Anfang Juli beschlos­se­ne Novel­le des Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Geset­zes hät­ten das ersatz­lo­se Aus der EEG-För­de­rung für Was­ser­kraft­wer­ke mit einer Leis­tung von weni­ger als 500 Kilo­watt vor­ge­se­hen, infor­miert LEE NRW. Die­se Kap­pung soll­te auch für klei­ne Anla­gen gel­ten, bei denen eine tech­ni­sche Moder­ni­sie­rung anste­he. Fach­leu­te spre­chen von „Repowe­ring“. Für Nord­rhein-West­fa­len hät­te gera­de die­se Repowe­ring-Rege­lung bit­te­re Fol­gen gehabt: Rund 85 Pro­zent der 450 bestehen­den Was­ser­kraft­wer­ke haben eine Leis­tung von weni­ger als 500 Kilowatt.

So sehen die Pläne von Dr. Michael Detering für eine neue Wasserkraftanlage in Stockum aus. Grafik: SW GmbH & Co. KG
So sehen die Plä­ne von Dr. Micha­el Dete­ring für eine neue Was­ser­kraft­an­la­ge in Sto­ckum aus. Gra­fik: SW GmbH & Co. KG

Der LEE NRW gehe davon aus, dass „Wer­ne der Auf­takt für die kon­se­quen­te Hebung der noch vor­han­de­nen Poten­zia­le klei­ne­rer Was­ser­kraft­an­la­gen“ sein wer­de. Ver­bands­chef Prig­gen set­ze dabei auf die Unter­stüt­zung der neu­en Lan­des­re­gie­rung. Die schwarz-grü­nen Regie­rungs­par­tei­en hat­ten sich im Koali­ti­ons­ver­trag für den Aus­bau der Was­ser­kraft auf fol­gen­den Pas­sus ver­stän­digt: „Wir wer­den Was­ser­kraft­stand­or­te unter öko­lo­gi­schen Aspek­ten wei­ter­ent­wi­ckeln, sodass die Anfor­de­run­gen der Was­ser­rah­men­richt­li­nie umge­setzt wer­den können.“

Dass das neue Was­ser­kraft­werk in Wer­ne-Sto­ckum „ein öko­lo­gi­sches Vor­zei­ge­pro­jekt“ wird, steht für Inves­tor Micha­el Dete­ring außer Fra­ge: „Wir wer­den dort Umwelt­schutz, die Durch­gän­gig­keit der Lip­pe für Fische sowie die Erzeu­gung von rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie in Ein­klang brin­gen.“ Dete­ring ist froh, dass auch dank des Enga­ge­ments des LEE NRW die Strei­chung der EEG-För­de­rung für klei­ne­re Was­ser­kraft­wer­ke ver­hin­dert wer­den konn­te: „So kann ich jetzt das Pro­jekt wie ursprüng­lich ange­dacht mit einer Leis­tung von 400 Kilo­watt pla­nen, was sich auch wirt­schaft­lich rechnet.“

Dete­rings neue Was­ser­kraft­an­la­ge soll in Wer­ne-Sto­ckum eine älte­re 45-kW-Anla­ge ohne moder­nen Fisch­auf­stieg erset­zen. „Mit dem Neu­bau­pro­jekt besteht die Chan­ce, sowohl kurz­fris­tig eine erheb­li­che öko­lo­gi­sche Ver­bes­se­rung der Lip­pe zu errei­chen als auch gleich­zei­tig ange­sichts der der­zeit ange­spann­ten Ener­gie­si­tua­ti­on drin­gend benö­tig­ten Öko­strom zu erzeu­gen.“ Bestärkt in sei­nen Plä­nen sieht sich Inves­tor Dete­ring durch die Stadt Wer­ne: Das neue Was­ser­kraft­werk ist ein Bau­stein ihres Klimaschutzkonzeptes.

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