Mittwoch, August 17, 2022

Pläne für Wasserkraft-Anlage in Stockum werden konkreter

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Sto­ckum. Das Kli­ma­schutz­kon­zept der Stadt Wer­ne sieht auch die Nut­zung der Was­ser­kraft als einen Bau­stein vor. Die Plä­ne für ein neu­es Was­ser­kraft­werk in Sto­ckum wer­den kon­kre­ter, doch noch sind eini­ge Hür­den zu überwinden.

Bau­herr und Betrei­ber wird die SW GmbH & Co. KG sein. Das ist der glei­che Trä­ger wie auch beim geplan­ten Surf­park auf der Zechen­bra­che. „Die Was­ser­kraft­an­la­ge wird Teil des Ener­gie­kon­zepts von SCNCWAVE/SURFWRLD und im Jah­res­durch­schnitt mehr elek­tri­sche Ener­gie pro­du­zie­ren, als das Dop­pel­pro­jekt benö­tigt“, erläu­tert Geschäfts­füh­rer Dr. Micha­el Dete­ring. Der Über­schuss ver­blei­be im öffent­li­chen Stromnetz.

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Die neue Was­ser­kraft­an­la­ge ist mit 400 kW instal­lier­ter Leis­tung geplant. „Zum Ver­gleich: Die Haus­hal­te in Wer­ne bezie­hen zusam­men im Jah­res­durch­schnitt etwa 5.000 kW elek­tri­scher Leis­tung“, so Dete­ring. Die bereits bestehen­de Klein­an­la­ge im Müh­len­gra­ben, die zum Hof Rasche gehört, pro­du­zie­re rund 45 kW.

Der Pro­jekt­ent­wick­ler ist von der Was­ser­kraft­an­la­ge in der Lip­pe über­zeugt. „Die­se läuft ver­hält­nis­mä­ßig gleich­mä­ßig und erzeugt ein Mehr­fa­ches der Ener­gie einer gleich gro­ßen Wind­ener­gie- oder Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge. Allein dies hilft schon bei der Deckung der Strom­nach­fra­ge. Die Anla­ge ist außer­dem beson­ders netz­dien­lich, da sie Schwan­kun­gen aus dem Netz kom­pen­sie­ren kann“, sagt Dr. Micha­el Detering.

„Öko­lo­gi­scher Fischaufstieg“

In Sto­ckum kom­men wei­te­re Beson­der­hei­ten hin­zu. Die bestehen­de Wehr­an­la­ge in der Lip­pe kann bis­lang nicht von Fischen strom­auf­wärts pas­siert wer­den. Zwar wur­de 1926 beim Ersatz der frü­he­ren dort rund 100 Jahr ste­hen­den Wehr­an­la­ge durch die aktu­el­le, inzwi­schen auch fast 100 Jah­re alte Anla­ge, ein Fisch­auf­stieg ein­ge­baut. Die­ser ist für Fische jedoch nicht pas­sier­bar, weil er damals zu steil aus­ge­führt wurde.

„Die Zeit ist nach zwei Jahr­hun­der­ten reif, das zu ändern und den Fischen ein Durch­wan­dern zu ermög­li­chen“, betont Dete­ring. Mit der neu­en Was­ser­kraft­an­la­ge soll auch ein moder­ner Fisch­auf­stieg gebaut wer­den. Fische kön­nen dann zum ers­ten Mal seit rund 200 Jah­ren wie­der strom­auf­wärts wan­dern. Die vor­ge­se­he­ne Tur­bi­ne ist beson­ders fisch­freund­lich geplant, so dass Fische auch strom­ab­wärts wan­dern kön­nen. „Mit der neu­en Was­ser­kraft­an­la­ge wird des­halb nicht nur rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie pro­du­ziert, son­dern auch die Gewäs­ser­öko­lo­gie ver­bes­sert, so dass die Natur direkt pro­fi­tiert“, hebt der Pro­jekt­ent­wick­ler hervor.

Bis zum Bau­start wird aller­dings eini­ge Zeit ver­ge­hen, denn vor­her sind im Pro­jekt noch meh­re­re Hür­den zu neh­men. „Dar­auf kann ich lei­der nur bedingt Ein­fluss neh­men. Wenn es nach mir geht, wür­den wir 2023 begin­nen und das Was­ser­kraft­werk Ende 2024 in Betrieb neh­men“, so Micha­el Dete­ring abschließend.

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