Donnerstag, Dezember 8, 2022

Politik diskutiert und schickt Mobilitätskonzept weiter

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Wer­ne. Das Mobi­li­täts­kon­zept ist auf der Ziel­ge­ra­den. Im Aus­schuss für Umwelt, Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz lie­ßen sich die Mit­glie­der vom Pla­nungs­bü­ro LK Argus jetzt abschlie­ßend über das Kon­zept infor­mie­ren. Die­ses soll der Ver­wal­tung künf­tig als Hand­rei­chung die­nen, wenn es um nach­hal­ti­ge und zukunfts­taug­li­che Mobi­li­tät in Wer­ne geht.

Nach­dem die Bürger/innen in einer drit­ten Betei­li­gungs­run­de im August noch ein­mal eige­ne Vor­schlä­ge, Anmer­kun­gen und Ideen ein­flie­ßen las­sen konn­ten, ste­hen nun zehn prio­ri­sier­te Leit­pro­jek­te aus ver­schie­de­nen Hand­lungs­fel­dern fest.

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In punc­to Rad­mo­bi­li­tät ste­hen die Ent­wick­lung eines Rad­ver­kehrs­kon­zept und ein Sanie­rungs­pro­gramm für Wer­nes Rad­we­ge als ers­tes an. Dane­ben will man sich auch die Hal­te­stel­len vor­neh­men und sanie­ren. Fer­ner sol­len Car­sha­ring-Ange­bo­te her und mit­hil­fe von Geschwin­dig­keits­kon­trol­len uner­laub­tes Tem­po auf den Stra­ßen geahn­det wer­den. Last not least soll ein ver­bes­ser­ter ÖPNV gera­de auch im länd­li­chen Bereich dafür sor­gen, dass man den eige­nen Pkw öfter ste­hen las­sen kann.

Trotz eines durch­aus vor­han­de­nen Grund­kon­sen­ses nutz­te die Poli­tik die Gele­gen­heit zu einer offe­nen Aus­spra­che über Details des Kon­zep­tes. So moch­te Adel­heid Hau­s­chopp-Francke ange­sichts der hohen Augen­merks auf den Rad­ver­kehr die Bedürf­nis­se des moto­ri­sier­ten Ver­kehrs nicht in den Hin­ter­grund gerückt wis­sen, mein­te sie mit Blick auf die Rea­li­tä­ten der länd­lich gepräg­ten Strukturen.

„Die Leu­te wol­len die Autos nicht abschaf­fen“, zeig­te sie sich über­zeugt. Die Zahl von Autos pro 1.000 Ein­woh­ner sei in Wer­ne sogar noch gestie­gen, auf 630, beleg­te sie mit aktu­el­len Zah­len. Auch der ÖPNV müs­se ver­bes­sert wer­den, setz­te sie sich mit Nach­druck für das zwei­te Bahn­gleis ein: „Das muss ins Kon­zept geschrie­ben werden.“

Einen ganz ande­ren Blick auf die Rea­li­tä­ten hat­te Chris­toph Scha­de (Bünd­nis 90/ Die Grü­nen). Rück­sicht auf den Indi­vi­du­al­ver­kehr müs­se man nicht neh­men, das habe man in der Ver­gan­gen­heit schon genug getan, hieß es sinn­ge­mäß. „Rea­li­tä­ten muss man nicht schwei­gend hin­neh­men, sie sind kei­ne poli­ti­sche Ver­pflich­tung“, ent­geg­ne­te er. Bei der For­de­rung nach einer Stär­kung des ÖPNV war er mit Hau­s­chopp-Francke auf einer Linie.

Jür­gen Rege­ner (CDU) hin­ge­gen befürch­te­te ein Ver­öden der Innen­stadt, wenn man die Auto­fah­rer drang­sa­lie­re. Da sei man auch bei den Kauf­leu­ten in der Pflicht. Vie­le nutz­ten das Auto eben, um zum Ein­kau­fen in die Stadt zu fah­ren, des­halb müs­se es auch Platz für Fahr­zeu­ge geben.

„Die Autos sol­len nicht weg gedrängt wer­den, wir schlie­ßen kei­nen aus, son­dern set­zen neue Prio­ri­tä­ten“, griff Dezer­nent Ralf Bül­te ver­mit­telnd ein.

Dagny Dam­mer­mann (FDP) ergänz­te, man soll jedem die Wahl las­sen und die Ver­kehrs­teil­neh­mer nicht gegen­ein­an­der ausspielen.

Ulrich Hölt­mann (SPD) sag­te kurz und knapp: „Das Kon­zept ist aus­ge­wo­gen, die Rei­hen­fol­ge rich­tig. Geld bereitstellen.“

Am 28. Sep­tem­ber 2022, (17.30 Kol­ping­saal, Alte Müns­ter­stra­ße 12), ent­schei­det der Stadt­rat über das Mobilitätskonzept.

Zehn Leit­pro­jek­te: Hand­lungs­feld 1: Erar­bei­tung eines Rad­ver­kehrs­kon­zepts, Sanie­rungs­pro­gramm Rad­we­ge; HF 2: Stei­ge­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät und attrak­ti­ve Stadt­mö­bi­lie­rung; HF 3: Siche­rung und Aus­bau der Bar­rie­re­frei­heit an Hal­te­stel­len; HF4: Aus­wei­tung der Kon­trol­len zur Geschwin­dig­keits­re­duk­ti­on des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs, Anpas­sung der Stell­platz­sat­zung; HF 5:Vorbildwirkung Mobi­li­täts­ma­nage­ment bei der Stadt­ver­wal­tung; HDF 6: Erhe­bung des Modal-Split (antei­li­ges Ver­hält­nis Verkehrsarten).

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