Dienstag, September 27, 2022

Neubaugebiet Baaken: Grüne Wand und Schutz vor Regenwasser

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Wer­ne. In einer digi­ta­len Bür­ger­ver­samm­lung der Stadt­ver­wal­tung zum Neu­bau­ge­biet Baa­ken wur­den jetzt die aktu­el­len Pla­nun­gen vor­ge­stellt. Bekannt­lich sol­len zwi­schen den Stra­ßen Baa­ken im Nor­den und Bel­ling­hei­de im Süden Ein­zel- und Dop­pel­häu­ser mit cir­ca 75 Wohn­ein­hei­ten entstehen. 

Eine von vie­len Bür­gern nach­drück­lich gewünsch­te Prä­senz­ver­an­stal­tung habe man coro­na-bedingt aller­dings nicht durch­füh­ren kön­nen, erläu­ter­te der Dezer­nent für Stadt­ent­wick­lung, Ralf Bül­te, auf Nach­fra­ge von WERN­Eplus. Der vir­tu­el­le Ersatz stieß gleich­wohl auf viel Inter­es­se. „In der Spit­ze waren 55 Teil­neh­mer dabei“, schil­der­te er. Abzüg­lich der Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter und Gut­ach­ter waren somit mehr als 40 Bür­ger – Anlie­ger wie poten­zi­el­le Kauf­in­ter­es­sen­ten – digi­tal zuge­gen, um sich über den Pla­nungs­stand zu infor­mie­ren. Neben Ralf Bül­te nahm Uta Lei­sen­tritt, Vor­sit­zen­de des Stadt­ent­wick­lungs­aus­schus­ses, an der Video­kon­fe­renz teil.

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Die Plä­ne, direkt neben dem bestehen­den Gewer­be­ge­biet im Wer­ner Wes­ten ein Wohn­bau­ge­biet zu ent­wi­ckeln, hat­ten bei Anlie­gern Kri­tik und Befürch­tun­gen aus­ge­löst, die in einer früh­zei­ti­gen Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung ein­ge­bracht wur­den. Die­se bezo­gen sich unter ande­rem auf den Lärm­schutz, auf zusätz­li­che Ver­kehrs­be­las­tun­gen und die Ent­wäs­se­rungs­pro­ble­ma­tik an dem abschüs­si­gen Gelän­de. Die Ein­wen­dun­gen wur­den über­ar­bei­tet und wer­den den Stel­lung­nah­men der Ver­wal­tung in einer Syn­op­se am 27. April (17.30 Uhr, Bür­ger­saal Altes Rat­haus) im Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung der Poli­tik vorgelegt.

Für die Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes wer­den vom 12. April bis 12. Mai die Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge betei­ligt. Den Offen­la­ge­be­schluss soll der Fach­aus­schuss im Juni fas­sen, anschlie­ßend folgt die öffent­li­che Bür­ger­be­tei­li­gung. Die Ände­rung des Flä­chen­nut­zungs­pla­nes muss die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg geneh­mi­gen, dafür sind drei Mona­te ein­zu­pla­nen. Ende Sep­tem­ber, so der Dezer­nent zum Zeit­plan, soll­te mit dem Sat­zungs­be­schluss dann vor­aus­sicht­lich Bau­recht geschaf­fen sein.

Lärm­schutz­wand mit Begrünung

Die Nach­bar­schaft zum Gewer­be­ge­biet Baa­ken macht Lärm­schutz­maß­nah­men in dem Neu­bau­ge­biet not­wen­dig, damit die gesetz­lich ver­brief­te Wohn­ru­he für die künf­ti­gen Bewoh­ner rea­li­siert wer­den kann. Dazu muss die vor­han­de­ne fünf Meter hohe Gara­gen­wand an der Gren­ze zwi­schen Gewer­be­ge­biet und Neu­bau­flä­che um 1,50 Meter auf 6,50 Meter erhöht wer­den. Eine Lärm­schutz­wand aus Stahl­blech, eben­falls 6,50 hoch und 63 Meter lang, soll zudem den süd­west­li­chen Bereich des Bau­ge­bie­tes vor Lärm­emis­sio­nen schüt­zen. Dies hat­te bei Anlie­gern Pro­tes­te aus­ge­löst. „Die 6,50 Meter sind nicht schön, aber erfor­der­lich“, sag­te Ralf Bül­te zu den Lärm­schutz­vor­ga­ben. In der digi­ta­len Run­de hat­te Akus­tik-Gut­ach­ter Rolf Erbau-Rös­chel dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Lärm­schutz zwin­gend not­wen­dig sei. Mit einer Begrü­nung mit hei­mi­schen Strauch­ar­ten will man die Wir­kung der Lärm­schutz­wand ver­bes­sern. Die Gär­ten der Anlie­ger sei­en in die­sem Bereich sehr tief und eine Ver­schat­tung aus­ge­schlos­sen, ergänz­te Bül­te zu den ört­li­chen Gegebenheiten.

Regen­rück­hal­tung steu­ert Entwässerung

Der Sor­ge der Anwoh­ner, dass es durch die Flä­chen­ver­sie­ge­lung auf der abschüs­si­gen Flä­che (Höhen­un­ter­schied sie­ben Meter) bei Stark­re­ge­n­er­eig­nis­sen zu Über­schwem­mun­gen kom­men kön­ne, begeg­nen die Pla­ner mit der Anla­ge eines Regen­rück­hal­te­be­ckens im Süden der Wohn­bau­flä­che. Hier kön­ne bei Stark­re­gen Was­ser auf­ge­nom­men und spä­ter gedros­selt wie­der abge­lei­tet wer­den. Wie Her­mann-Josef Abels von der NTS Inge­nieurs­ge­sell­schaft Müns­ter in der Video­kon­fe­renz ver­si­cher­te, sei­en Über­schwem­mun­gen der unten lie­gen­den Gär­ten auch bei sehr star­ken Rege­n­er­eig­nis­sen so nicht zu befürchten.

Ver­kehrs­be­las­tung

Das Neu­bau­ge­biet wird ver­kehr­lich über die Stra­ße Baa­ken erschlos­sen. Zu den aktu­ell 900 Fahr­ten pro Tag wer­den künf­tig jeweils 200 Fahr­ten in und aus dem Gebiet hin­zu­kom­men, schil­der­te Gut­ach­ter Rolf Suh­re von der NTS Inge­nieurs­ge­sell­schaft Müns­ter die Berech­nun­gen zur Ver­kehrs­ent­wick­lung. Eine Anbin­dung über die Bel­ling­hei­de an die öst­li­chen Sied­lungs­be­rei­che sei nicht erwünscht und ver­kehrs­tech­nisch nicht unbe­dingt erfor­der­lich. Die Durch­läs­sig­keit für Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger zu den öst­li­chen und süd­li­chen Sied­lungs­be­rei­chen wer­de aber mög­lich sein. Bei der Stra­ße Baa­ken han­de­le es sich um eine Wohn­sam­mel­stra­ße, die die zusätz­li­chen Fahr­ten auf­neh­men kön­ne, erläu­ter­te Bülte.

Auf das The­ma Arten­schutz ging Nina Karras vom Büro Umwelt­pla­nung in Dort­mund ein. Kon­flik­te mit dem Arten­schutz sei­en nicht zu befürch­ten, hat­te sie in der Video­kon­fe­renz erklärt. Alle Gut­ach­ten zur Wohn­ge­biet Baa­ken sind auf der Home­page www.werne.de unter Bau­en und Woh­nen einsehbar.

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