Samstag, November 26, 2022

Grüner NRW-Minister Oliver Krischer auf Zwischenstopp in Werne

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Wer­ne. Oli­ver Kri­scher, NRW-Minis­ter für Umwelt, Natur­schutz und Ver­kehr, hat­te der Orts­ver­band Wer­ne von Bünd­nis 90/ Die Grü­nen am spä­ten Frei­tag­nach­mit­tag (21.10.2022) in der Men­sa des Anne-Frank-Gym­na­si­ums zu Gast.

Mit auf dem Podi­um war Bür­ger­meis­ter Lothar Christ, der den Poli­ti­ker-Besuch aus Düs­sel­dorf dazu nutz­te, drän­gen­de Fra­gen zu ver­kehr­li­chen und umwelt­po­li­ti­schen The­men los­zu­wer­den, die für die Stadt Wer­ne, die Regi­on und dar­über hin­aus auch bun­des­weit von Bedeu­tung sind.

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Statt eines Vor­trags hat­te man sich ange­sichts des eng getak­te­ten Ter­min­plans des Gas­tes auf eine Fra­ge­run­de geei­nigt, die die bei­den OV-Spre­cher Rita Ben­ning-Schütt­pelz und Christoff­er Died­rich mode­rier­ten. Die Ant­wor­ten des Minis­ters zu The­men wie dem Aus­bau des 2. Bahn­glei­ses zwi­schen Wer­ne und Müns­ter, dem geplan­ten Was­ser­kraft­werk an der Lip­pe in Sto­ckum und dem Rad­schnell­weg RS1 woll­ten auch Ver­tre­ter aus den grü­nen Orts- und Kreis­ver­bän­den aus Asche­berg, Her­bern, Nord­kir­chen, Unna und Coes­feld und hei­mi­schen Bür­ger­initia­ti­ven hören.

Pla­nungs­stand 2. Gleis Lünen – Münster

Ver­spä­tun­gen, Zug­aus­fäl­le, Ein-Stun­den-Takt machen die Bahn­fahrt auf der Stre­cke Lünen – Müns­ter (Wer­ne, Capel­le, Asche­berg, Davens­berg, Amels­bü­ren) nicht nur im Regio­nal­ver­kehr zum Zeit­spiel, son­dern auch für den Fern­ver­kehr zwi­schen den nord­deut­schen Bal­lungs­ge­bie­ten, dem Ruhr­ge­biet sowie den Räu­men Frankfurt/ Nürn­berg / München.

Im April hat­te NRW-Minis­ter­prä­si­dent Wüst ange­kün­digt, den Pla­nungs­auf­trag an die Deut­sche Bahn zu über­ge­ben. Im Mai folg­te der gro­ße Durch­bruch, als Staats­se­kre­tär Micha­el Theu­rer vom Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in Wer­ne den Aus­bau der 24 Kilo­me­ter lan­gen Teil­stre­cke von Wer­ne bis Müns­ter-Süd in Aus­sicht stellte.

Etwa 90.000 Auto­fahr­ten, schätz­te Karl-Fried­rich Ost­holt am Ran­de des Minis­ter­be­suchs gegen­über WERN­Eplus ein, könn­ten so per anno weg­fal­len. Er hat­te vor drei Jah­ren aus der Kauf­mann­schaft „Wir für Wer­ne“ her­aus ein brei­tes Bünd­nis für die For­de­rung nach dem 2. Gleis geschmie­det. Dar­in ver­tre­ten sind die Ober­bür­ger­meis­ter der Groß­städ­te Dort­mund und Müns­ter, die Indus­trie- und Hand­werks­kam­mern und die Bürgermeister/innen der Strecken-Anrainer.

„Ist der Pla­nungs­auf­trag schon bei der Bahn, sind die Aus­schrei­bun­gen schon raus, gibt es Ansprech­part­ner?”, frag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ bei Oli­ver Kri­scher nach. Die gan­ze Regi­on ste­he in einem brei­ten Bünd­nis dahinter.

„Die Finan­zie­rung steht, aber das Per­so­nal für die Pla­nung fehlt. Das ist der Fla­schen­hals, die Leu­te gibt es ein­fach nicht.“

NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ter Oli­ver Kri­scher zum 2. Bahngleis

Der Ver­kehrs­mi­nis­ter moch­te noch kei­ne „Ein­la­dung zum Spa­ten­stich“ aus­spre­chen. Die gemisch­ten Zustän­dig­kei­ten der drei Betei­lig­ten Bund, Land und Bahn mach­ten die Sache nicht ein­fa­cher. „Die Finan­zie­rung steht, aber das Per­so­nal für die Pla­nung fehlt. Das ist der Fla­schen­hals, die Leu­te gibt es ein­fach nicht“, stell­te er den gras­sie­ren­den Per­so­nal­man­gel fest. Den­noch rech­ne er in „aller­nächs­ter Zeit mit einem posi­ti­ven Ergeb­nis“, hieß es. „Da gibt es kei­nen Dissens.“

Pla­nungs­stand Rad­schnell­weg RS1

Auf die Fra­ge von Christoff­er Died­rich nach Neu­ig­kei­ten zum The­ma RS1 – die Stadt Wer­ne strebt hier eben­falls seit lan­gem einen Zuwe­gung an – trat der Ver­kehrs­mi­nis­ter aller­dings auf die Brem­se. Die Eupho­rie sei zunächst groß gewe­sen, die Umset­zung sto­ße aller­dings auf gro­ße Schwie­rig­kei­ten. So sei­en Grund­stücks­fra­gen ein Rie­sen­pro­blem. „Es gibt für das Bau­en von Rad­we­gen auf eige­nen Rou­ten kein ver­nünf­ti­ges Recht in Deutsch­land“, führ­te er zudem aus und beton­te: „Aber der Druck ist da. Wir haben das Geld und wir müs­sen Struk­tu­ren schaf­fen.“ Der Rad­ver­kehr zäh­le immer mehr zur All­tags­mo­bi­li­tät und müs­se einen Anteil von 30 Pro­zent erreichen.

Auf­hor­chen ließ die Ein­schät­zung des Minis­ters zum 9‑Eu­ro-Ticket. Das sei für den ÖPNV ähn­lich bedeu­tend gewe­sen, wie der Mau­er­fall. 99 Pro­zent der Men­schen ken­nen die Ticket-Akti­on, die bes­ten Mar­ken hät­ten nicht die­se Bekannt­heit. 80 Pro­zent der Kun­den sei­en zufrie­den bis sehr zufrie­den gewe­sen und auch von den Erst­fah­rern sei viel posi­ti­ve Reso­nanz gekom­men. Das Nach­fol­ge-Ticket für 49 Euro sei in Arbeit. Jetzt wird vie­les mög­lich, das hat­te ich nicht erwar­tet, gab er zu. Nur so könn­ten auch Jah­re der Sta­gna­ti­on bei Bus und Bahn über­wun­den wer­den, ansons­ten käme es hier zu einem Abbau, hieß es. Da sei­en sich die 16 Ver­kehrs­mi­nis­ter einig. Denn: Ver­kehrs­po­li­tik ist auch Klimapolitik.

Vie­le Inter­es­sier­te ver­folg­ten die Fra­ge­run­de mit dem Grü­nen-Minis­ter in der Men­sa des Anne-Frank-Gym­na­si­ums. Foto: Gaby Brüggemann

Was­ser­kraft­werk an der Lip­pe in Stockum

Bei der Nut­zung von Was­ser­kraft zur rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung und einer öko­lo­gi­schen Ver­bes­se­rung von Gewäs­sern gebe es Inter­es­sen­ge­gen­sät­ze, stell­te Oli­ver Kri­scher fest. Er habe eine Rei­he von Brie­fen bekom­men, schil­der­te er. Was­ser­kraft­nut­zung habe ein eher begrenz­tes Poten­zi­al, den­noch sei es sein Bestre­ben, bei­des mög­lich zu machen. „Da muss man bei­des hin­krie­gen“, fand er.

Den Hin­weis auf einen Kreis­ver­kehr an der Kreu­zung Kamener Stra­ße / Süd­ring und der künf­ti­gen Ein­fahrt zur Surf­wrld, den Wer­ners Bür­ger­meis­ter ansprach, nahm der Grü­nen-Poli­ti­ker eben­so mit wie jenen von Hol­ger Ber­ger­mann von der Initia­ti­ve Rad, einen Lücken­schluss für Rad­fah­rer auf der Lüne­ner Stra­ße ab Stein­tor-Kreu­zung bis zum Orts­aus­gang zu prüfen.

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