Der „Baum des Anstoßes
Der „Baum des Anstoßes" in der Bonenstraße: Die bereits gepflanzte Pyramiden-Hainbuche vor dem Restaurant La Strada darf nun bleiben. Foto: Wagner
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Werne. Per Dringlichkeitsantrag will die CDU-Fraktion verhindern, das im Zuge der Sanierung der Bonenstraße vor dem Gebäude Bonenstraße 37 bis 39 ein Baum gepflanzt und ein Kinderspielgerät aufgestellt werden. Beides, so der Tenor des Antrags an Bürgermeister Lothar Christ, schränke die Fläche für die Außenbestuhlung des dortigen Restaurant ein.

Baum und Spielgerät sollten deshalb nicht im Bereich der Außengastronomie platziert werden. Die Dringlichkeit der Antrags wird mit den derzeit laufenden Bauarbeiten zur Umgestaltung der Bonenstraße begründet.

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CDU-Fraktionschef Wilhelm Jasperneite schreibt: Im Hinblick auf die wirtschaftlich angespannte Lage für die Restaurants und Ladenbesitzer aufgrund der Corona-Pandemie ist es dringend geboten, diese bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz zu unterstützen. Sobald Restaurants wieder öffnen dürfen und nicht mehr nur die Möglichkeit besteht, Speisen mitzunehmen, wird die Außengastronomie eine wichtige Rolle spielen, um Umsätze zu generieren. Eine Einschränkung aufgrund baulicher Veränderungen muss daher dringend vermieden werden. Daher sollte das Spielgerät und die Baumscheibe nicht an dem ursprünglich vorgesehenen Ort aufgestellt werden.“

Zum Hintergrund:

Salvatore Macculi vom Restaurant La Strada befürchtet durch die inzwischen vollzogene Baumpflanzung sowie das Aufstellen eines Spielgerätes deutliche Einbußen für seine Außengastronomie, schildert er gegenüber WERNEplus. Bisher, so berichtet er, fanden vor dem Restaurant unter den beiden großen Sonnenschirmen jeweils an fünf Tischen 20 Gäste Platz. Wenn dort nun ein Baum stehe, könne er nur noch einen Sonnenschirm aufstellen und im Sommer nicht mehr für den notwendigen Sonnenschutz sorgen. Auch fürchte er Begleiterscheinungen wie in dem Baum nistende Tauben und Vogelkot, beschreibt er seine Sorgen in ohnehin wegen Corona schwierigen Zeiten.

Gleich zu Beginn der Ausbauplanung vor zwei Jahren habe er im Gespräch mit Adrian Kersting, Abteilungsleiter Straßen und Verkehr, darauf hingewiesen, die hier vorgesehenen zwei Bäume zu streichen. Dieser habe auch zugesagt, sich darum zu kümmern, sagt Macculi. Einen Kompromiss für die Pflanzung eines Baumes, wie vom Tiefbauamtsleiter angegeben, habe man nicht geschlossen. Warum könne man den Baum nicht vor Geschäften ohne Außenbereich pflanzen, fragt sich Salvatore Macculi.

Die ursprünglichen Pläne hatten bei der Vorstellung am 20. Februar 2019 im Fachausschuss sogar drei Bäume und zwei Spielgeräte vorgesehen, erklärt Adrian Kersting auf Nachfrage von WERNEplus. Wegen vorhandener Versorgungsleitungen habe man die Pflanzung des dritten Baumes ohnehin streichen müssen. Nach dem sich La Strada wegen der geplanten Bäume gemeldet hatte, habe man sich in am 12. November 2019 in einem Kompromiss auf die Pflanzung eines Baumes vor dem Lokal geeinigt, beschreibt Kersting den Hergang allerdings anders.

Vor dem Baustart im Oktober, der auf Intervention von La Strada und Mediterraneo wegen der Corona-Krise kurzfristig von der Stadt vom Sommer in den Winter verlegt wurde, seien zudem die Pläne zur Einsicht ausgehängt worden, heißt es ferner. Die gepflanzte Pyramiden-Hainbuche, die in eine Unterkonstruktion gesetzt wurde, habe am Boden einen Platzbedarf von 80 mal 80 Zentimeter, einen schmalen Wuchs und lasse sich gut zurückschneiden. Die Gitter im Boden könnten auch mit genutzt werden.

„In der Innenstadt liegen zahlreiche Versorgungskabel, das sind dicke Kabelpakete“, wies Kersting auf etliche Grundvorgaben für die Planer hin, die allein schon die Leitungen für Strom Wasser, Telekommunikation etc. mit sich bringen. Außerdem mussten Anforderungen wie Barrierefreiheit und Rettungswege erfüllt werden, so der städtische Mitarbeiter weiter.

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