Ludwig Frankmar spielte Kompositionen aus der Renaissance und dem Barock. Foto: Schwarze
Ludwig Frankmar interpretierte Musik aus der Renaissance und dem Barock auf seinem historischen Cello. Foto: Schwarze
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Werne. Mit mehr als 30 Zuhörern war das Cello-Konzert am Sonntagnachmittag in St. Christophorus sehr gut besucht – gemessen am aktuellen Standard coronabedingter Einschränkungen. Der schwedische Solist Ludwig Frankmar entführte sein Publikum für eine Stunde in eine Klangwelt, die heutzutage selten zu hören ist. So erklärte es Dr. Hans-Joachim Wensing vom Stiftungsvorstand der Musica Sacra Westfalica, dem Veranstalter des Konzerts.

Ludwig Frankmar spielte Kompositionen aus der Renaissance und dem Barock. Im Mittelpunkt standen Werke von Silvestro Ganassi und Giovanni Battista degli Antonii. Die beiden Italiener wirkten jeweils an den musikalischen Zentren ihrer Zeit, am Markusdom von Venedig und der Basilika San Petronio in Bologna. Die sanglichen Qualitäten ihrer Musik und des warmen Celloklangs konnten sich in der gotischen Hallenkirche St. Christophorus voll entfalten. Frankmar ließ süße Töne wie aus dem Nichts kommen und aufblühen. Er nahm sich Zeit, langsame Momente auszukosten, bevor er das Tempo wieder anzog.

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Sein historisches Instrument, ein fünfsaitiges Barockcello, klang fein und filigran in den oberen Lagen und doch fest gefügt im Forte. „Solomusik für das Cello oder die Gambe empfinden die menschlichen Stimmlagen anhand der verschiedenen Saiten nach“, hatte Frankmar zu Beginn seines Konzerts erklärt. Genau diese Besonderheit brachte er gut durchhörbar zur Geltung. Und seine lautmalerische Modulation ließ die Töne flirren, schweben oder wie hingetupft wirken.

Üppiger wurde das Klangbild am Ende des Konzerts, als Werke von zwei Barockkomponisten, Marin Marias und Georg Philipp Telemann, auf dem Programm standen. Die musikalischen Verzierungen, die mit den vorherigen schlichteren Renaissance-Melodien kontrastierten, meißelte Frankmar mit akzentuiertem Nachdruck heraus. Drei von Telemanns facettenreichen Gambenfantasien boten dem Solisten die Möglichkeit, die reiche Ausdruckskraft seines Cellos noch einmal voll auszuschöpfen.

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