Donnerstag, August 11, 2022

Cello-Solist malt üppiges Klangbild

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Wer­ne. Mit mehr als 30 Zuhö­rern war das Cel­lo-Kon­zert am Sonn­tag­nach­mit­tag in St. Chris­to­pho­rus sehr gut besucht – gemes­sen am aktu­el­len Stan­dard coro­nabe­ding­ter Ein­schrän­kun­gen. Der schwe­di­sche Solist Lud­wig Frank­mar ent­führ­te sein Publi­kum für eine Stun­de in eine Klang­welt, die heut­zu­ta­ge sel­ten zu hören ist. So erklär­te es Dr. Hans-Joa­chim Wen­sing vom Stif­tungs­vor­stand der Musi­ca Sacra West­fa­li­ca, dem Ver­an­stal­ter des Konzerts.

Lud­wig Frank­mar spiel­te Kom­po­si­tio­nen aus der Renais­sance und dem Barock. Im Mit­tel­punkt stan­den Wer­ke von Sil­ves­tro Gan­as­si und Gio­van­ni Bat­tis­ta degli Anto­nii. Die bei­den Ita­lie­ner wirk­ten jeweils an den musi­ka­li­schen Zen­tren ihrer Zeit, am Mar­kus­dom von Vene­dig und der Basi­li­ka San Petro­nio in Bolo­gna. Die sang­li­chen Qua­li­tä­ten ihrer Musik und des war­men Cel­lo­klangs konn­ten sich in der goti­schen Hal­len­kir­che St. Chris­to­pho­rus voll ent­fal­ten. Frank­mar ließ süße Töne wie aus dem Nichts kom­men und auf­blü­hen. Er nahm sich Zeit, lang­sa­me Momen­te aus­zu­kos­ten, bevor er das Tem­po wie­der anzog.

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Sein his­to­ri­sches Instru­ment, ein fünf­sai­ti­ges Barock­cel­lo, klang fein und fili­gran in den obe­ren Lagen und doch fest gefügt im For­te. „Solo­mu­sik für das Cel­lo oder die Gam­be emp­fin­den die mensch­li­chen Stimm­la­gen anhand der ver­schie­de­nen Sai­ten nach“, hat­te Frank­mar zu Beginn sei­nes Kon­zerts erklärt. Genau die­se Beson­der­heit brach­te er gut durch­hör­bar zur Gel­tung. Und sei­ne laut­ma­le­ri­sche Modu­la­ti­on ließ die Töne flir­ren, schwe­ben oder wie hin­ge­tupft wirken.

Üppi­ger wur­de das Klang­bild am Ende des Kon­zerts, als Wer­ke von zwei Barock­kom­po­nis­ten, Marin Mari­as und Georg Phil­ipp Tele­mann, auf dem Pro­gramm stan­den. Die musi­ka­li­schen Ver­zie­run­gen, die mit den vor­he­ri­gen schlich­te­ren Renais­sance-Melo­dien kon­tras­tier­ten, mei­ßel­te Frank­mar mit akzen­tu­ier­tem Nach­druck her­aus. Drei von Tele­manns facet­ten­rei­chen Gam­ben­fan­ta­sien boten dem Solis­ten die Mög­lich­keit, die rei­che Aus­drucks­kraft sei­nes Cel­los noch ein­mal voll auszuschöpfen.

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