Donnerstag, Dezember 8, 2022

Leihen statt kaufen: Bücherei eröffnet die „Bibliothek der Dinge“

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Wer­ne. Die Stadt­bü­che­rei Wer­ne ist um ein wei­te­res Ange­bot rei­cher. Am Don­ners­tag (24. Novem­ber) eröff­ne­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ gemein­sam mit Büche­rei­lei­te­rin Ger­lin­de Schürk­mann die „Biblio­thek der Dinge“. 

Ab sofort kön­nen in der städ­ti­schen Ein­rich­tung neben Büchern und wei­te­ren Medi­en auch Gebrauchs­ge­gen­stän­de aus­ge­lie­hen wer­den. Ein Bei­trag zur Nach­hal­tig­keit, wie das Stadt­ober­haupt beton­te. Er dank­te dem Büche­rei­team für sein Enga­ge­ment sowie dem Lions Club Wer­ne an der Lip­pe, der Volks­bank und dem För­der­ver­ein der Büche­rei für ihre tat­kräf­ti­ge Unterstützung.

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Wor­um geht es? Manch­mal kann man „Din­ge“ für einen ein­ma­li­gen Ein­satz gebrau­chen, die man nicht besitzt. Spiel­zeug für einen Kin­der­ge­burts­tag, einen Scan­ner, um sei­ne Dias zu digi­ta­li­sie­ren, einen E‑Book-Rea­der, ein Lami­nier­ge­rät, einen Foto-Dru­cker oder ein Ener­gie­kos­ten­mess­ge­rät. Statt den Bestell­knopf bei Ama­zon zu drü­cken oder in der Nach­bar­schaft bzw. im Freun­des­kreis zu fra­gen, hilft jetzt der Weg in die Stadt­bü­che­rei. Hier ste­hen Sport­ge­rä­te, Spiel­zeug, tech­ni­sche Gerä­te und vie­les mehr zur Ver­fü­gung. Maxi­mal vier Wochen kön­nen die „Din­ge“ der soge­nann­ten „Leih­Bar“ genutzt wer­den, die Gebühr ist im Jah­res­bei­trag für die Stadt­bü­che­rei enthalten.

Für die Idee, Gebrauchs­ge­gen­stän­de aus­zu­lei­hen, gibt es Vor­bil­der, wie Büche­rei­lei­te­rin Ger­lin­de Schürk­mann berich­te­te: „In ande­ren Büche­rei­en ist die­ses Ange­bot sehr erfolg­reich.“ Und so ent­stand im Lau­fe des Jah­res der Gedan­ke, auch in Wer­ne einen Ver­such zu star­ten. Gemein­sam mit ihrem Team und einem Arbeits­kreis des För­der­ver­eins ent­wi­ckel­te Schürk­mann ein Kon­zept und fand im Lions Club Wer­ne und der Volks­bank Kamen-Wer­ne Spon­so­ren für die Anschub­fi­nan­zie­rung.  Auf Grund­la­ge der Erfah­rungs­wer­te ande­rer Ein­rich­tun­gen wur­de ein ers­ter Bestand für die „Leih­Bar“ ange­schafft, die sich im Erd­ge­schoss neben dem Ver­bu­chungs­the­ke befin­det. Der Bestand soll lau­fend erwei­tert werden.

Die bei­den Aus­zu­bil­den­den Aylin Atak und Chan­tal Del­sing waren für die Umset­zung und die gra­fi­sche Gestal­tung des neu­en Ange­bots ver­ant­wort­lich. Dafür gab es bei der Eröff­nung ein beson­de­res Lob. Die Nach­wuchs­kräf­te nutz­ten hier auch die Gele­gen­heit, eini­ge der Gerä­te vor­zu­füh­ren – beson­ders die Sei­fen­bla­sen­ma­schi­ne hat­te es ihnen und den anwe­sen­den Gäs­ten angetan.

„Es gibt Ideen, über die muss man erst­mal nach­den­ken“, sag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ in sei­ner kur­zen Eröff­nungs­re­de. So sei es ihm auch gegan­gen, als ihm Ger­lin­de Schürk­mann das Kon­zept für das neue Ange­bot vor­ge­stellt habe. Doch er habe schnell erkannt, dass die Biblio­thek der Din­ge gut zur Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie der Stadt Wer­ne passt. „War­um soll ich etwas kau­fen, wenn ich es nur ein­mal brau­che?“, so der Bür­ger­meis­ter. Res­sour­cen und Ener­gie wür­den ein­ge­spart, wenn Gerä­te aus­ge­lie­hen wer­den. „Ich bin mir sicher, dass der Fun­ke über­springt und die Bür­ger die­ses Ange­bot nut­zen wer­den“, sag­te Christ.

Der För­der­ver­ein habe gern bei der Umset­zung gehol­fen, ver­si­cher­te der Vor­sit­zen­de Andre­as Bas­sen­dow­ski. Beson­ders erfreu­lich sei für ihn und sei­ne Mit­strei­ter, dass die Aus­stat­tung in Wer­ner Geschäf­ten gekauft wur­de. „Den Wer­ner Ein­zel­han­del unter­stüt­zen statt im Inter­net bestel­len. Auch das ist nach­hal­tig“, so Bas­sen­dow­ski. Er dank­te den Ein­zel­händ­lern, die das Enga­ge­ment mit Preis­nach­läs­sen unter­stützt hätten.

Und so funk­tio­niert die „Leih­Bar“:

Benö­tigt wird ein Lese­aus­weis der Büche­rei, der 20 Euro für Erwach­se­ne und 10 Euro ermä­ßigt pro Jahr kos­tet. Es ent­ste­hen kei­ne zusätz­li­chen Kosten.

Ein­zel­ne Gegen­stän­de unter­lie­gen Alters­be­schrän­kun­gen. Grund­sätz­lich kön­nen elektrische/elektronische Gerä­te erst ab 18 Jah­ren ent­lie­hen wer­den. Bei der Rück­ga­be erfolgt eine Sicht- und Funktionskontrolle.

Die Leih­frist beträgt 14 Tage, eine ein­ma­li­ge Ver­län­ge­rung um zwei Wochen ist möglich.

Eine Reser­vie­rung ist gegen eine Vor­merk­ge­bühr von 50 Cent möglich.

Es kön­nen maxi­mal zwei Gebrauchs­ge­gen­stän­de gleich­zei­tig aus­ge­lie­hen werden.

Man­che Gerä­te benö­ti­gen Ver­brauchs­ma­te­ri­al (Lami­nier­fo­li­en, Film, Farb­kas­set­te etc.), das nicht zur Ver­fü­gung gestellt wird.

Alle Infor­ma­tio­nen über die Biblio­thek der Din­ge inclu­si­ve einer Lis­te der Gebrauchs­ge­gen­stän­de, die sich der­zeit im Bestand befin­den, sind in einer Bro­schü­re zusam­men­ge­fasst. Sie liegt in der Büche­rei aus.

Wer noch unge­nutz­te Din­ge hat, fin­det in der Stadt­bü­che­rei im übri­gen kei­nen Abneh­mer. Ger­lin­de Schürk­mann weist aus­drück­lich dar­auf hin, dass für die „Leih­Bar“ kei­ne gebrauch­ten Gerä­te ange­nom­men werden.

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