Mittwoch, Oktober 5, 2022

Bistumstag in Cappenberg erinnerte an die Weihe der Burg Cappenberg

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Cap­pen­berg (pbm/mek). 900 Jah­re ist es her, dass die Gra­fen Gott­fried und Otto von Cap­pen­berg ihre Burg und Besit­zun­gen dem Grün­der des Prä­mons­tra­ten­ser-Ordens, Nor­bert von Xan­ten, über­ga­ben. Am 15. August 1122 weih­te Bischof Diet­rich von Müns­ter die Burg zum ers­ten Stift des Ordens auf deut­schem Boden und leg­te den Grund­stein für die roma­ni­sche Stiftskirche.

Mit unter­schied­li­chen Ver­an­stal­tun­gen fei­ert die Pfar­rei St. Johan­nes Evan­ge­list in die­sem Jahr das Jubi­lä­um – am Sonn­tag, 21. August, mit einem Bis­tums­tag. In der fest­lich geschmück­ten Kir­che begrüß­te der Pfarr­ver­wal­ter von St. Johan­nes Evan­ge­list, Prä­mons­tra­ten­ser Dr. Joa­chim Hagel, neben zahl­rei­chen Gemein­de­mit­glie­dern und Ehren­gäs­ten auch Bischof Dr. Felix Genn. „Ich freue mich, an die­sem geschichts­träch­ti­gen Ort mit Ihnen Got­tes­dienst zu fei­ern. Ich bin stolz dar­auf, die­sen Ort in unse­rem Bis­tum zu wis­sen“, rich­te­te Genn das Wort an die Anwesenden.

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In sei­ner Pre­digt ging er auf den Tra­di­ti­ons­bruch ein, der sich in der Kir­che voll­zie­he. „Men­schen fin­den aus unse­rer Bot­schaft nicht mehr Nah­rung für ihr Leben, sie haben das Ver­trau­en ver­lo­ren und stel­len die Glaub­wür­dig­keit der Kir­che so in Fra­ge, dass sie ihr den Rücken keh­ren“, sag­te der Bischof. Er ver­ste­he den schmerz­li­chen Pro­zess, den er im Bis­tum mit­ge­stal­ten müs­se, als eine Zeit not­wen­di­ger, aber auch heil­sa­mer Rei­ni­gung. „Denn es bleibt die grund­le­gen­de Bot­schaft, die uns durch Jesus Chris­tus über­kom­men ist und für die er ein­steht. Es gibt für uns Men­schen etwas, das nicht ein Ver­falls­da­tum trägt, son­dern Ewig­keits­ga­ran­tie bedeu­tet“, beton­te Genn. 

Als Gefahr bewer­te­te der Bischof Kräf­te in der Kir­che, die sich abgren­zen woll­ten, die die klei­ne Her­de beton­ten und von den Bischö­fen ver­lang­ten, „ein­mal so katho­lisch zu sein, damit klar ist, wo die Gren­zen lie­gen und ande­re nicht mehr dazu­ge­hö­ren kön­nen. Jesus warnt davor.“ Er sehe eine Mah­nung zu einer gro­ßen Wach­sam­keit und Sen­si­bi­li­tät, zu spü­ren, dass man­che Zeit­ge­nos­sen zwar nach außen hin den Kon­takt mit der Kir­che nicht unmit­tel­bar hät­ten, aber in einer tie­fen Sehn­sucht und Suche nach dem Glück und dem Heil sei­en, das mehr hal­te als das, was bis zum zeit­li­chen Ende des Lebens gel­te. „Mit die­sen Men­schen ins Gespräch zu kom­men und zu hören, was sie uns als gläu­bi­ge Chris­ten zu sagen haben, das ist die Wei­te und Wach­sam­keit, die von uns ver­langt wird und nicht ihre Abur­tei­lung“, rief Genn die Got­tes­dienst­be­su­cher auf.

Was vor 900 Jah­ren Otto und Gott­fried von Cap­pen­berg aus­ge­zeich­net habe, über­trug der Bischof in die heu­ti­ge Zeit. Je iden­ti­scher jemand in sei­ner Über­zeu­gung sei, umso wei­ter und offe­ner kön­ne er ins Gespräch kom­men. Je mehr er selbst Stand besit­ze, umso stär­ker sei er fähig in den Dia­log mit vie­len ande­ren zu tre­ten, die nicht unmit­tel­bar sei­ne Glau­bens­über­zeu­gung teil­ten. „Aber er oder sie sind trotz­dem in der Lage, ein star­kes Zei­chen zu set­zen, an dem man able­sen kann: Ihnen ist es ernst mit der Bot­schaft Jesu, die allen Men­schen gilt“, schloss der Bischof sei­ne Predigt.

Am Altar zele­brier­ten Prä­mons­tra­ten­ser Prof. Cle­mens Döl­ken, Pri­or in Mag­de­burg, Jür­gen Schä­fer, Pfarr­de­chant St. Chris­to­pho­rus Wer­ne, Prä­mons­tra­ten­ser Dr. Joa­chim Hagel, Pfarr­ver­wal­ter in St. Johan­nes Evan­ge­list, Bischof Dr. Felix Genn, Dia­kon Gere­on Schli­en­kamp, Bernd Richard, Pfar­rer der Pfarr­ge­mein­de Maria, St. Petrus und Pau­lus in Ilben­stadt, Mar­tin Muo­say­ir, Gene­ral­vi­kar in der Diö­ze­se Damo­n­go in Gha­na, und der eme­ri­tier­te Poli­zei­de­kan Dr. Sieg­fried Fran­ke. Fotos: Bischöf­li­che Pressestelle/Michaela Kiepe

Zum fei­er­li­chen Cha­rak­ter des Got­tes­dienst trug auch die Musik bei. Der Kam­mer­chor „Ver­i­na Ensem­ble“ unter der Lei­tung von Kan­tor Dr. Hans-Joa­chim Wen­sing aus St. Chris­to­pho­rus Wer­ne und das Barock-Orches­ter Müns­ter brach­ten die Krö­nungs­mes­se von Wolf­gang Ama­de­us Mozart zu Gehör. An der Chor­or­gel spiel­te Kan­tor Hei­ko Ittig und an der Orgel Kan­to­rin Moni­ka Löchter.

Nach Gruß­wor­ten des Land­rats des Krei­ses Unna, Mario Löhr, und des Sel­mer Bür­ger­meis­ters Tho­mas Orlow­ski über­reich­te Prof. Dr. Alfons Rin­sche­de vom Kir­chen­vor­stand der Pfar­rei St. Johan­nes Evan­ge­list dem Bischof einen Stein der Kirche.

Nach dem Got­tes­dienst begann ein Fest der Begeg­nung rund um die Kir­che. In einer Podi­ums­dis­kus­si­on, die Bea­te Mens vom Pfar­rei­rat mode­rier­te, spra­chen unter ande­rem Mar­tin Muo­say­ir, Gene­ral­vi­kar in der Diö­ze­se Damo­n­go in Gha­na, Theo­lo­gie­stu­den­tin Anni­ka Rei­be­tanz, Prä­mons­tra­ten­ser Cle­mens Döl­ken und Dr. Ralf Ham­me­ke, Ver­wal­tungs­di­rek­tor des Bis­tums Müns­ter, über die „Bot­schaf­ten des Glau­bens – glau­ben ver­kün­den, Glau­ben fei­ern, Glau­ben leben“. Inter­es­sier­te hat­ten die Mög­lich­keit, an einer von zwei Kir­chen­füh­run­gen durch die auf­wän­dig reno­vier­te Stifts­kir­che teil­zu­neh­men, und der Abt der Abtei Ham­born, Albert Döl­ken, stell­te das Bil­der­buch für Jung und Alt „Gott­fried von Cap­pen­berg“ vor. Der Tag ende­te mit einem Orgel­kon­zert mit Peter Bar­tetz­ky unter dem Mot­to „A litt­le bit British“.

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