Samstag, Juli 2, 2022

Auf Wernes Freiwillige Feuerwehr ist Verlass

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Wer­ne. Rund 70 Ein­sät­ze hat allein Sturm­tief Bernd am 14. und 15. Juli 2021 der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wer­ne beschert, bilan­zier­te Wehr­füh­rer Tho­mas Tem­mann auch im Namen sei­nes Stell­ver­tre­ters Jörg Mehrings­köt­ter am Mitt­woch, 2. März 2022, im Aus­schuss für Sozia­les, öffent­li­che Ord­nung, Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on in sei­nem Jahresbericht. 

Voll­ge­lau­fe­ne Kel­ler wur­den abge­pumpt, über­flu­te­te Stra­ßen abge­sperrt und Gul­lys gerei­nigt, schil­der­te er die Ein­sät­ze nach dem Stark­re­gen. Das Tech­ni­sche Hilfs­werk habe man zur Unter­stüt­zung mit Pum­pen und Sand­sä­cken ange­for­dert. Ab 22 Uhr unter­stütz­ten dann noch etli­che Wer­ner Feu­er­wehr­leu­te in meh­re­ren Fahr­zeu­gen die Berg­ka­mener Feu­er­wehr bei ihren Ein­sät­zen in der Nach­bar­stadt. „Da war ich schon stolz auf mei­ne Leu­te“, sag­te Tem­mann. Am 4. Juli wur­de bereits schon über­ört­li­che Hil­fe geleis­tet, als der Land­rat ange­sichts der Über­flu­tun­gen in Frön­den­berg die Groß­ein­satz­la­ge aus­ge­ru­fen hatte.

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Dass sich die Wer­ner Bür­ger­schaft auf die Frei­wil­li­ge Wehr mit ihren vier Lösch­zü­gen ver­las­sen kann, haben die 162 Akti­ven plus fünf Dop­pel­mit­glie­der 2021 bei 556 Ein­sät­zen ein­mal mehr unter Beweis gestellt. Zum Ver­gleich: Im Vor­jahr waren es 444. Die Kur­ve der Ein­satz­zah­len zeigt über einen Zeit­raum von vier Jah­ren mit einer Stei­ge­rung von 59 Pro­zent steil nach oben. Für so viel Ein­satz­be­reit­schaft bedank­te sich Aus­schuss­vor­sit­zen­der Peter Roemer im Namen aller ausdrücklich.

Die 80 Akti­ven des Lösch­zugs 1 Stadt­mit­te absol­vier­ten 411 Ein­sät­ze (Vor­jahr: 330). Die Lösch­grup­pe 2 Lan­gern mit 21 Akti­ven, rück­te 35 (34) mal aus und der Lösch­zug drei Sto­ckum mit 45 Akti­ven 68 (56) mal. 42 (24) Ein­sät­ze waren es für die 16 Akti­ven der Lösch­grup­pe 4 Holt­hau­sen. Tech­ni­sche Hil­fe ohne Men­schen­ret­tung war in 155 Ein­sät­zen gefragt, mit Men­schen­ret­tung in 91 Fäl­len. Brand­schutz ohne Men­schen­ret­tung in 98 Fäl­len geleis­tet, 15 mal bewahr­ten die Ret­ter bei Brand­ein­sät­zen Men­schen vor Scha­den. Ein­satz­schwer­punkt war 2021 in 111 Fäl­len der Monat Juli.

Die Viel­fäl­tig­keit der Wer­ner Wehr spie­gelt sich in der Ein­satz­ver­tei­lung auf Kreis­ebe­ne. Die Akti­ven leis­te­ten im ver­gan­ge­nen Jahr 27 Ein­sät­ze in den Kreis­ein­hei­ten ABC-Zug (0;1), Fern­mel­de­dienst (20;8), Ret­tungs­dienst (1;2), Kreis­ein­satz­lei­tung (6;2).

Ein Rei­he von Unfäl­len beschäf­tig­te die Wehr. So etwa am 22. Febru­ar 2021, als vier Pkw an dem Unfall­ge­sche­hen auf der Sel­mer Land­stra­ße betei­ligt waren. Zwei Per­so­nen wur­den dabei ver­letzt. Sie­ben Ver­letz­te waren es, als es auf der A1 in Fahrt­rich­tung Köln zu einem Ver­kehrs­un­fall mit meh­ren betei­lig­ten Pkw kam.

Das HLF20 aus Stockum an der Einsatzstelle. Bei der Ankunft der Ehrenamtliche brannten die Streuballen lichterloh. Foto: Feuerwehr Werne
Das HLF20 aus Sto­ckum an der Ein­satz­stel­le. Bei der Ankunft der Ehren­amt­li­chen brann­ten die Stroh­bal­len lich­ter­loh. Foto: Feu­er­wehr Werne

Am 21. März brann­ten rund 60 Stroh­bal­len an der Ham­mer Stra­ße kurz hin­ter dem Gerstein­werk. Spä­ter im Jahr, am 30. Okto­ber, rück­ten die Wehr­leu­te zu Brän­den von auf­ge­schich­te­tem Holz in einem Wald­stück an der Gren­ze zum Hamm und nur einen Tag spä­ter zu einem groß­flä­chi­gen Brand von Stroh­bal­len auf einer Wie­se in der Nähe aus.

Spek­ta­ku­lär aber harm­los ging am 10. Juli ein Ein­satz in der Gast­stät­te Stil­voll im his­to­ri­schen Rat­haus aus, als eine Fri­teu­se in Brand geriet. Das Feu­er wur­de schnell gelöscht, das Gebäu­de kurz­zei­tig geräumt. Ver­letz­te gab es nicht. Von den Gäs­ten an den Außen­ti­schen sei der Ein­satz übri­gens inter­es­siert und völ­lig ent­spannt ver­folgt wor­den, ergänz­te Temmann.

Und dann waren da noch die „tie­ri­schen“ Ein­sät­ze. „Kat­ze steckt in Dach­rin­ne fest“, „Tau­be hat sich zwi­schen zwei Häu­sern ver­fan­gen und „Eich­hörn­chen steckt in Gul­ly fest“, lau­te­ten die Hil­fe­ru­fe im Namen von Vier­bei­nern, bezie­hungs­wei­se geflü­gel­ten Exem­pla­ren. Mit­hil­fe der Hub­lei­ter wur­de die Tau­be zwi­schen zwei eng ste­hen­den Haus­wän­den her­aus bug­siert. Das Eich­hörn­chen im Gul­ly wur­de nach sei­ner Befrei­ung so schnell, dass es dem Beweis­fo­to der Wehr glatt ent­kam, kom­men­tier­te Tem­mann schmunzelnd.

Der Löschzug 1 Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Werne eilte am Samstag zur Taubenrettung in die Steinstraße. Foto: Feuerwehr Werne
Der Lösch­zug 1 Stadt­mit­te der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Wer­ne eil­te 2021 zur Tau­ben­ret­tung in die Stein­stra­ße. Foto: Feu­er­wehr Werne

Rich­tig kuri­os wur­de es aus Sicht der Ret­ter bei zwei wei­te­ren Ein­sät­zen. Dazu zähl­te frag­los ein bren­nen­des E‑Bike, das im Mai für Auf­re­gung des Besit­zers sorg­te. Die­ser hat­te bei der Mon­ta­ge eines Gepäck­trä­gers ver­se­hent­lich den Akku ange­bohrt. „Im Dezem­ber soll ein Vogel gegen einen Hand­druck­knopf­mel­der in einem Ein­kaufs­markt geflo­gen sein und die­sen aus­ge­löst haben. Lei­der war das Tier ver­schwun­den und konn­te daher nicht mehr befragt wer­den“, leg­te man den Fall zu den Akten.

In Sachen Aus­bil­dung wur­den trotz schwie­ri­ger Bedin­gun­gen ein Grund­lehr­gang und zwei Lehr­gän­ge für Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger in Wer­ne durch­ge­führt. Ein spe­zi­el­les Hygie­nekon­zept wur­de eigens ent­wi­ckelt, um die Lehr­gangs­teil­neh­mer coro­na-kon­form in klei­nen Grup­pen aus­bil­den zu kön­nen. Zahl­rei­che ande­re Lehr­gän­ge und Fort­bil­dun­gen muss­ten hin­ge­gen das zwei­te Jahr in Fol­ge coro­na-bedingt ver­scho­ben bzw. abge­sagt wer­den, bedau­er­te Temmann.

Coro­na: Auch 2021 war der Erhalt der Ein­satz­be­reit­schaft unter Coro­na-Regeln die größ­te Her­aus­for­de­rung. Mas­ken­pflicht, Hygie­ne­re­geln, Üben in klei­nen Grup­pen, Online-Diensta­ben­de, Absa­ge aller Fei­er­lich­kei­ten usw. bestimm­ten die Tages­ord­nung und wur­den dis­zi­pli­niert umge­setzt. Glück­li­cher­wei­se, so der Feu­er­wehr-Chef, erhiel­ten alle Ein­satz­kräf­te im Früh­jahr ein Impf­an­ge­bot und im Herbst ein Ange­bot für die Boos­ter-Imp­fung. Grö­ße­re Aus­fäl­le gab es nicht.

Beför­de­run­gen und Ehrun­gen stan­den am 13. Sep­tem­ber im Alten Rat­haus an. Der stell­ver­tre­ten­de Wehr­füh­rer Jörg Mehrings­köt­ter erhielt das Feu­er­wehr-Ehren­kreuz in Bron­ze. Anschlie­ßend über­rasch­ten ihn die Kameraden/innen mit einem Emp­fang auf dem Marktplatz.

Wernes Feuerwehr-Chef Thomas Temmann zeichnete seinen Stellvertreter Jörg Mehringskötter (rechts) aus. Foto: Wagner
Wer­nes Feu­er­wehr-Chef Tho­mas Tem­mann zeich­ne­te 2021 sei­nen Stell­ver­tre­ter Jörg Mehrings­köt­ter (rechts) aus. Foto: Wagner

Am 21. Dezem­ber, pünkt­lich zu Weih­nach­ten, wur­de die Akti­ven mit neu­er Ein­satz­klei­dung aus­ge­stat­tet. „Die funk­tio­na­le und siche­re Klei­dung bie­tet den best­mög­li­chen Schutz in allen Ein­satz­si­tua­tio­nen“, freu­te sich Tem­mann. Kos­ten­punkt: 188.000 Euro.

NRW-Hei­mat­mi­nis­te­rin Ina Schar­ren­bach über­brach­te am 15. Juli die Zusa­ge über 250.000 Euro För­der­mit­tel für das Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus in Sto­ckum. Am 13. August folg­te die För­de­rung vom Bund für Abbie­ge­as­sis­ten­ten an acht Feu­er­wehr­fahr­zeu­gen. Kos­ten­punkt 17.000 Euro.

Aus­blick: 2022 steht vor­aus­sicht­lich der im Mai der Spa­ten­stich für den Bau des Gerä­te­hau­ses in Sto­ckum an.

Apro­pos Ein­satz­be­reit­schaft: 2022 hat die frei­wil­li­ge Feu­er­wehr bis dato bereits 125 Ein­sät­ze absolviert.

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