Donnerstag, Mai 26, 2022

Ausschuss diskutiert über Freiflächen-Photovoltaik

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Wer­ne. Das Inter­es­se von Inves­to­ren und Land­wir­ten für die Schaf­fung von Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik auf Wer­ner Stadt­ge­biet ist aktu­ell groß. Güns­ti­ge Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen in das all­ge­mei­ne Strom­netz und eine sich stän­dig ver­bes­sern­de Leis­tung der Solar­zel­len machen die Frei­flä­chen-PV-Anla­gen auch vor Ort inter­es­sant, ord­ne­te die Ver­wal­tung jetzt in der Sit­zungs­vor­la­ge Aus­schus­ses für Stadt­ent­wick­lung Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung (ASPW) ein.

Nach­dem Dezer­nent Ralf Bül­te bereits in der März-Sit­zung des Gre­mi­ums von zahl­rei­chen Anträ­gen berich­tet hat­te, ging es am Diens­tag, 26. April, erneut um die kom­ple­xe The­ma­tik. Weil die­se auch die Agen­da des Aus­schus­ses für Umwelt, Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz berührt, hat­te man des­sen Vor­sit­zen­den Maxi­mi­li­an Fal­ken­berg (Bünd­nis 90/ Die Grü­nen) und wei­te­re Mit­glie­der eingeladen.

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Zur Erin­ne­rung: Die Anträ­ge bezie­hen sich an ver­schie­de­nen Stand­or­ten auf eine Gesamt­flä­che von 55,3 Hekt­ar. Ange­strebt sei eine Leis­tung von 32,2 Mega­watt. Bei Frei­flä­chen-PV han­delt es sich um groß­flä­chig errich­te­te, auf­ge­stän­der­te Anla­gen. Bei Land­wir­ten schü­ren die Plä­ne aber auch die Sor­ge, dass durch Agri-PV-Anla­gen eine Kon­kur­renz zu den ohne­hin knap­pen und teu­ren Agrar­flä­chen ent­ste­hen kön­ne. In der Dis­kus­si­on im Aus­schuss wur­de die Agri-PV-Anla­gen (land­wirt­schaft­li­che Nut­zung unter­halb der Anla­gen) kon­tro­vers diskutiert.

Kli­ma­schutz: Schlüs­sel­rol­le Photovoltaik

An der Schlüs­sel­rol­le der Pho­to­vol­ta­ik beim Kli­ma­schutz, wie in der Sit­zungs­vor­la­ge fest­ge­stellt, zwei­fel­te mit Blick auf das Kli­ma­schutz­kon­zept in dem Gre­mi­um nie­mand: „Die Stadt Wer­ne strebt eine gesamt­städ­ti­sche Aus­bau­quo­te von 25 Pro­zent des Poten­zi­als an Dach­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik bis zum Jahr 2030 an (…). Lage- und situa­ti­ons­be­dingt wird auch der Aus­bau der Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik begrüßt. Die Stadt Wer­ne sieht einen Zubau von bis zu drei Frei­flä­chen-Anla­gen bis zum Jahr 2030 als umsetz­bar an und möch­te auch hier unter­stüt­zend wirken.“

Dahin­ein spielt die aktu­el­le Lage, die der Regie­rungs­prä­si­dent der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg in einem Schrei­ben vom 10. März 2022 an die Kom­mu­nen auf­greift: „Die Not­wen­dig­keit der Umstel­lung der Ener­gie­ver­sor­gung von Öl, Koh­le und Gas auf die Erneu­er­ba­ren Ener­gien hat durch den Ukrai­ne-Krieg schlag­ar­tig einen zusätz­li­chen Antrieb und eine neue Dyna­mik erhalten.“

Frei­flä­chen-PV in der Lan­des­pla­nung und kom­mu­na­ler Planung

Die Rah­men­be­din­gun­gen der Solar­ener­gie­nut­zung ist nach der aktu­el­len Fas­sung des Lan­des­ent­wick­lungs­pla­nes (LEP) vom August 2019 gere­gelt. Grund­sätz­lich sei die Errich­tung sol­cher Anla­gen sehr begrenzt, erklär­te Ralf Bül­te. Mög­lich sei­en sie an Bun­des­fern­stra­ßen und Schie­nen­we­gen oder etwa über Brach­flä­chen. In Wer­ne kämen, so Bül­te, cir­ka 14,5 Hekt­ar in Fra­ge. Dort könn­ten 15,9 Mega­watt Strom erzeugt wer­den, das ent­spre­che der Leis­tung von fünf gro­ßen Wind­kraft­an­la­gen. 4.000 Haus­hal­te könn­ten damit ver­sorgt und rund 14.600 Ton­nen CO2 ein­ge­spart werden.

Hin­zu kom­me, das die PV-Anla­gen nicht – wie die Wind­kraft – in den Außen­be­rei­chen pri­vi­le­giert sei­en. Um Bau­recht zu schaf­fen, müs­se folg­lich ein Bebau­ungs­plan auf­ge­stellt wer­den, erklär­te der Dezer­nent im Aus­schuss. Über die Fest­le­gun­gen dar­in ent­schei­de die Stadt.

Poten­zi­al und Bei­trag zum Klimaschutz

Vor­tei­le von Frei­flä­chen-PV-Anla­gen sind laut Vor­la­ge: Hoher Strom­ertrag pro Flä­che, gerin­ge Strom­ge­ste­hungs­kos­ten, gerin­ge Flä­chen­ver­sie­ge­lung, kei­ne Beein­flus­sung des Was­ser­haus­halts, nach Rück­bau unein­ge­schränk­te Wei­ter­nut­zung und Mehr­fach­nut­zung möglich.

Gleich­wohl stell­ten Frei­flä­chen-PV-Anla­gen auch einen Ein­griff in Natur und Land­schaft dar, zum Bei­spiel durch den gro­ßen Flä­chen­ver­brauch, die visu­el­le Wir­kung der Anla­ge oder das Zer­schnei­den von Natur­räu­men. Ande­rer­seits könn­ten auf zuvor inten­siv land­wirt­schaft­lich genutz­ten Flä­chen weit­ge­hend unge­stör­te Lebens­räu­me für Tier und Pflan­zen entstehen.

Das The­ma wird Ver­wal­tung und Poli­tik wei­ter­hin beschäf­ti­gen. Grund­sätz­lich gebe es eine gro­ße Zustim­mung zur Nut­zung von Pho­to­vol­ta­ik, ob nun mit Agri-PV-Anla­gen oder nicht, fass­te die Aus­schuss­vor­sit­zen­de Uta Lei­sen­tritt (CDU) schließ­lich zusam­men. Man wol­le offe­ne Fra­gen klä­ren und sich wei­ter infor­mie­ren. Dazu wol­le man einen Exper­ten ein­la­den und bei­spiels­wei­se durch kon­kre­te Nach­fra­gen bei den poten­zi­el­len Inves­to­ren klä­ren, ob die­se über­haupt Agri-PV-Anla­gen anstrebten.

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