In Werne wird unter anderem auf der Zechentrasse in Höhe der Straße Brede vor der Raupe gewarnt. Foto: Wagner
In Werne wurde 2020 unter anderem auf der Zechentrasse in Höhe der Straße Brede vor der Raupe gewarnt. Foto: Wagner
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Werne. Der kalendarische Frühling ist erst wenige Tage alt, da müssen sich die Politiker wieder mit einem gefährlichen Plagegeist beschäftigen, der die Gesundheit der Werner Bürger gefährdet: dem Eichenprozessionsspinner.

Am Dienstag, 23. März (17.30 Uhr, Kolpingsaal), berichtet die Verwaltung im Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne über die Erfahrungen bei der Bekämpfung im vergangenen Jahr und gibt einen Ausblick, wie man dem Spinner in der anstehenden Saison zu Leibe rücken will. Dabei setzt die Verwaltung wie 2020 auf ein zweigleisiges Verfahren: Die vorbeugende Behandlung der Bäume mit einem chemischen Mittel und das Absaugen der Nester mithilfe eines neu für den Baubetriebshof angeschafften Gerätes.

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Eines steht schon jetzt fest: Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner wird nicht billig. Allein 90.000 Euro kalkuliert die Verwaltung für zwei Durchgänge der vorbeugenden Bekämpfung mit dem Bakterium Nermatoden sowie die Entfernung von Nestern mit Seilklettertechnik. Beides wird durch ein externes Unternehmen durchgeführt. Im Vorjahr kostete der Einsatz der Kletterer 30.000 Euro, die chemische Behandlung schlug mit weiteren 30.000 Euro zu Buche. Um die Effektivität zu erhöhen, schlägt die Verwaltung auf Grundlage der Erfahrungen für 2021 zwei Durchgänge bei der Prophylaxe vor. Da im Haushalt für den Bereich der Landschafspflege insgesamt nur 125.000 Euro zur Verfügung stehen, müsse im Laufe des Jahres mit einer Nachsteuerung gerechnet werden, berichtet die Verwaltung in ihrer Vorlage zur KBW-Sitzung.

Wie schon in 2020 wird der Baubetriebshof wieder Nester von den Bäumen absaugen, die sich trotz der vorbeugenden Maßnahmen gebildet haben. Dabei ist der Kommunalbetrieb auch auf die Hinweise von Bürgern angewiesen. Die eingehenden Meldungen über befallene Eichen werden laut Verwaltungsvorlage in Kategorien eingeteilt. 

In die Kategorie I gehören Bäume, die sich in Bereichen mit einem hohen Aufkommen von Fußgängern und Radfahrern befinden, wie öffentliche Grünanlagen und Wege im Innenbereich, sowie Kindergärten, Schulen, Seniorenheime oder das Freibad.

Zur Kategorie II zählen Wege und Straßen, die von Fußgängern sowie vom Rad- und Autoverkehr genutzt werden und für die es keine Alternativrouten gibt.

In der Kategorie III befinden sich Wege und Straßen, die von Fußgängern sowie gelegentlich von Rad- und Autoverkehr genutzt werden, für die aber alternative Routen zur Verfügung stehen.

Und in die Kategorie IV sind Bäume aufgelistet, die entfernt von Bebauung, Plätzen, Wegen und Straßen stehen.

Je nach Kategorie werden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet. In der Kategorie I und II gehören neben der Information durch Warnhinweise auf jeden Fall das Absaugen der Nester und die Bekämpfung mit einem Insektizid zum Programm.

Ausprobiert wurden im vergangenen Jahr nach Informationen der Verwaltung auch zusätzliche Maßnahmen. So wurden an betroffenen Bäumen Nistkästen für Kohlmeisen angebracht, zu deren Beute die Raupen der Eichenprozessionsspinner gehören.  Nicht so erfolgreich seien Fallen gewesen, mit denen am Rand des Stadtwaldes abwandernde Raupen gefangen werden sollten, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage. Sowohl Nistkästen als auch Fallen sollen in diesem Jahr wieder zum Einsatz kommen, die Standorte werden nach den gemachten Erfahrungen allerdings neu gewählt.

Für die vorbeugende Behandlung der Bäume wird erstmals Nermatoden genutzt, nachdem verschiedene Präparate auf ihre Wirkung und Umweltverträglichkeit geprüft wurden. Vorteil des Mittels: Es hat eine selektive Wirkung und greift andere Arten von Raupen und Käfer nicht an.

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