Das Gebäude, in dem die Wiehagenschule über 100 Jahre ihr Zuhause hatte, wird abgerissen. Foto: Zöllner
Das Gebäude, in dem die Wiehagenschule über 100 Jahre ihr Zuhause hatte, wird abgerissen. Foto: Zöllner
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Werne. Aktuell „nagt“ der Abrissbagger am verlassenen Schulhaus der Wiehagenschule und schafft an der Horster Straße Platz für neuen Wohnraum. Dort, wo in über hundert Jahren Generationen von Schulkindern ABC und Einmaleins gepaukt haben, realisiert die Wohnungsbaugenossenschaft Lünen (WBG) jetzt ein modernes Wohnprojekt. Im „Kastanien-Quartier“ entstehen zwei Mietshäuser mit 28 Wohneinheiten unterschiedlichen Zuschnitts. Bei der Hälfte der Wohnungen wird es sich um geförderten Wohnraum handeln, schilderte Ralf Bülte, Dezernent Planen und Bauen, auf Anfrage von WERNEplus.

Mit dem Projekt folgt die Stadt Werne dem 2018 per Ratsbeschluss fixierten politischen Willen, preisgünstigen Mietwohnraum zu ermöglichen. „Das war kein geeigneter Standort für freistehende Einfamilienhäuser“, begründete Bülte die Entscheidung, auf dem knapp 4.000 Quadratmeter großen Grundstück vielmehr Mietwohnungen zu entwickeln. Mit der WBG wurde schließlich ein Investor gefunden, dessen Entwürfe überzeugten. „Das wurde von der WBG an anderer Stelle bereits gut macht“, berichtete Bülte, dass man sich im Vorfeld ähnliche Projekte angesehen hatte.

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Für die 14 geförderten Wohneinheiten ist der Mietpreis auf 5,80 Euro pro Quadratmeter begrenzt und die Förderung an den festgelegten Zeitraum von 20 Jahren gebunden. Bei der Vergabe der geförderten Wohnungen habe die Stadt ein Mitspracherecht, erklärte Bülte.

Alle Wohneinheiten haben die gleiche Ausstattung, erläuterte Jan Hische, Prokurist bei der WBG, ferner zum Konzept. Die Wohnfläche pro Haus liegt bei 900 Quadratmetern. Die 28 Wohneinheiten bieten mit 14 Einheiten á 47 Quadratmeter, sechs Einheiten á 62 Quadratmeter, ebenfalls sechs Einheiten á 77 Quadratmeter sowie zwei Einheiten á 92 Quadratmeter verschiedene Zuschnitte.

Der Lageplan des Kastanien-Quartiers. Visualisierung: WBG Lünen
Der Lageplan des Kastanien-Quartiers. Visualisierung: WBG Lünen

Eine Spiel- und Zufahrtsstraße wird die Gebäude erschließen. Die bestehende Zufahrt zu Turnhalle, die weiter genutzt wird, bleibt erhalten.

Das kann das Kastanien-Quartier in Sachen Klimaschutz:

– Energiegewinnung mit Geothermie und Fotovoltaik

– Dachbegrünung

– differenzierte Auswahl nachhaltiger Baustoffe

– Anpflanzung heimischer Gehölze in den Anlagen.

Nicht zuletzt trägt man mit dem Erhalt der beiden ortsbildprägenden und namensgebenden großen Kastanien an der Horster Straße sowie eines Großteils des übrigen Baumbestandes dem Klimaschutz Rechnung.

Der Grundstücksverkauf an die WBG, so Bülte, wurde im Mai unterzeichnet und dann umgehend mit der Entkernung des Gebäudes, dem Abbau der Fotovoltaik und der Sicherung des Holzportals der alten Schule begonnen.

Nach dem Abriss solle zeitnah der Baubeginn folgen, schilderte Hische. In der zweiten Hälfte 2021, so der Zeitrahmen, soll das Kastanien-Quartier dann fertig sein.

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