Freitag, Juli 1, 2022

3D-Betondruck-Verfahren: Europa-Premiere in Capelle

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Capel­le. In der Gemein­de Nord­kir­chen könn­te bald das euro­pa­weit ers­te öffent­li­che Gebäu­de ent­ste­hen, das im 3D-Beton­druck-Ver­fah­ren errich­tet wur­de. Gemein­sam mit dem Archi­tek­tur­bü­ro Stein­hoff aus Capel­le, dem Spe­zi­al­un­ter­neh­men Peri und dem SC Capel­le plant die Gemein­de, das neue Ver­eins­heim des Sport­clubs mit die­ser inno­va­ti­ven Tech­nik zu bauen.

Statt klas­sisch gemau­ert oder in Fer­tig­tei­len pro­du­ziert, wer­den im 3D-Beton­druck-Ver­fah­ren über eine Düse die Mau­ern des Gebäu­des schicht­wei­se auf­ge­tra­gen. „Wenn man sich den Grund­riss des Gebäu­des vor­stellt, fährt der Dru­cker ent­lang der Wän­de und bringt den Beton in Schich­ten auf“, erklärt Archi­tekt Lothar Stein­hoff. „Für den Dru­cker selbst wird vor­her eine Tra­ver­se auf­ge­baut, an deren Schie­nen die Düse ent­lang­fährt“, so Stein­hoff weiter.

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Das neue Ver­eins­ge­bäu­de in die­sem hoch­mo­der­nen Ver­fah­ren umzu­set­zen habe gleich meh­re­re Vor­tei­le, wie Wirt­schafts­för­de­rer Manu­el Lach­mann sagt. Finan­zi­ell lie­ge das einer­seits an der För­der­sum­me von rund 200.000 Euro, die vom Minis­te­ri­um für Hei­mat, Kom­mu­na­les, Bau und Gleich­stel­lung des Lan­des NRW bereits in Form eines Bewil­li­gungs­be­scheids vor­lie­gen. Das sei der­zeit die maxi­ma­le För­der­sum­me für sol­che Pro­jek­te, wie Bür­ger­meis­ter Diet­mar Berg­mann hin­zu­fügt. Weil das Gebäu­de den KfW-55-Stan­dard erfül­len wird, kom­me hier außer­dem eine wei­te­re För­de­rung von 95.000 Euro hin­zu. Bei Gesamt­kos­ten von rund 970.000 Euro blei­ben somit noch 430.000 Euro für die Gemein­de Nord­kir­chen und 250.000 Euro für den SC Capel­le übrig.

Eine kon­ven­tio­nel­le Bau­wei­se wür­de bei einem Gebäu­de die­ser Grö­ßen­ord­nung rund 920.000 Euro betra­gen, sagt Lothar Steinhoff.

Ein wei­te­res Argu­ment für den Bau im 3D-Beton­druck-Ver­fah­ren ist aus Sicht der Gemein­de Nord­kir­chen die der­zeit ein­ma­li­ge Chan­ce, an einem hoch­in­no­va­ti­ven Pro­jekt mit­zu­wir­ken, das wis­sen­schaft­lich von der Tech­ni­schen Hoch­schu­le (TH) Köln beglei­tet wird. Die För­de­rung durch das Land sei auch ganz klar an die­sen Wis­sens­trans­fer gekop­pelt, macht der Bür­ger­meis­ter deutlich.

Als For­schungs­pro­jekt betrach­tet schlum­mer­ten „fan­tas­ti­sche Poten­zia­le und Mög­lich­kei­ten, zum Bei­spiel im Bereich der Tech­no­lo­gie und neu­er Berufs­bil­der“ in dem geplan­ten Neu­bau, macht Lothar Stein­hoff deutlich.

Nord­kir­chens Bür­ger­meis­ter Diet­mar Berg­mann (von links), Wirt­schafts­för­de­rer Manu­el Lach­mann, Archi­tekt Lothar Stein­hoff, Bau­amts­mit­ar­bei­ter Micha­el Bai­er und Josef Mer­tens, Vor­sit­zen­der des SC Capel­le, stell­ten das inno­va­ti­ve Bau­pro­jekt vor. Foto: Gemein­de Nordkirchen 

Vor­aus­sicht­lich im Som­mer 2022 soll der 3D-Beton­dru­cker mit der Arbeit an dem zwei­ge­schos­si­gen Ver­eins­heim mit rund 330 Qua­drat­me­tern Nutz­flä­che plus einer Dach­ter­ras­se von rund 85 Qua­drat­me­tern beginnen.

Die Druck­zeit beträgt rund sechs bis sie­ben Wochen, das Pro­jekt soll aber nicht nur der For­schung neu­es Wis­sen ver­mit­teln. „Der Pro­zess soll für alle erleb­bar wer­den“, kün­digt Lothar Stein­hoff an. So sol­len auch Schul­klas­sen, Kin­der­gar­ten­grup­pen und inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Mög­lich­keit bekom­men, den Bau wäh­rend geplan­ter Druck­pau­sen zu besuchen.

Auch Josef Mer­tens, Vor­sit­zen­der des SC Capel­le, ist begeis­tert von den Plä­nen für das neue Ver­eins­heim: „Das ist ein ganz tol­les Pro­jekt“, macht er aus Sicht des Klubs deut­lich. Das neue Ver­eins­heim ist ein­ge­bet­tet in das Sport­stät­ten­kon­zept der Gemein­de Nord­kir­chen, das eine Ver­klei­ne­rung und Moder­ni­sie­rung der drei gro­ßen Sport­an­la­gen in Nord­kir­chen, Süd­kir­chen und Capel­le vorsieht.

Wäh­rend in Nord­kir­chen und Süd­kir­chen bereits neue Kunst­ra­sen­plät­ze ange­legt wur­den, ist jetzt Capel­le an der Rei­he. Wäh­rend das neue Ver­eins­heim 2022 umge­setzt wer­den soll, ist der neue Kunst­ra­sen­platz für das Jahr 2023 geplant.

Damit das neue Ver­eins­heim im 3D-Beton­druck-Ver­fah­ren umge­setzt wer­den kann, ist noch die Zustim­mung der poli­ti­schen Gre­mi­en der Gemein­de Nord­kir­chen erforderlich.

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