Donnerstag, Mai 19, 2022

Zum Frauentag in Werne der Kriegsopfer in der Ukraine gedacht

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Wer­ne. Die gelo­cker­ten Coro­na­schutz­be­stim­mun­gen erlaub­ten es, den Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag  2022 in klei­ne­rem Rah­men als Prä­senz­ver­an­stal­tung zu bege­hen. Gleich­zei­tig wur­de der Abend im Live-Stream übertragen. 

„Es ist wich­tig, an die­sem Tag Prä­senz zu zei­gen“, sag­te Bür­ger­meis­ter Lothar Christ in sei­ner Anspra­che. „Zu zei­gen, was mit die­sem welt­wei­ten Akti­ons­tag bewirkt wer­den soll.“ Der Krieg in der Ukrai­ne ver­lieh dem Auf­takt in der Fami­li­en­bil­dungs­stät­te zusätz­li­che Bri­sanz: Christ und die städ­ti­sche Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te Moni­ka Eich­manns beton­ten über­ein­stim­mend, dass Frau­en­rech­te in Krie­gen beson­ders ver­letzt würden.

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„Allein seit Beginn des Kon­flik­tes in der Ost­ukrai­ne im Jahr 2014 sind 1,5 Mil­lio­nen Men­schen ver­trie­ben wor­den – zwei Drit­tel davon waren Frau­en und Kin­der“, erklär­te Eich­manns. Und die Zahl wer­de mit jedem Tag des Krie­ges stei­gen. Doch auch in Frie­dens­zei­ten sei­en Frau­en in einem grö­ße­rem Aus­maß als Män­ner Opfer bestimm­ter Gewalt­ta­ten. Allein in der Bun­des­re­pu­blik ster­be jeden drit­ten Tag eine Frau durch die Hand ihres Part­ners oder Ex-Part­ners. Auf die Benach­tei­li­gun­gen von Frau­en im Erwerbs­le­ben hat­te gera­de erst der Tag der Lohn­gleich­heit am 7. März auf­merk­sam gemacht. „Die Lohn­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en beträgt in Deutsch­land immer noch 18 Pro­zent“, sag­te Eichmanns.

Frau­en und auch Män­ner zeig­ten zum Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag Prä­senz in der Fabi. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

Die Ver­an­stal­tung zum Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag mar­kiert den Beginn einer Akti­ons­wo­che, zu der Frau­en aus Wer­ne unter­schied­lich bei­tra­gen. „Ich bin froh, dass es in unse­rer Stadt so eine leben­di­ge Initia­ti­ve gibt“, sag­te Lothar Christ. Er dank­te Moni­ka Eich­manns dafür, dass sie Vor­rei­te­rin­nen der Wer­ner Frau­en­be­we­gung mit neu­en Mit­strei­te­rin­nen ver­netzt habe.

Hei­ke Wal­ter stell­te in ihrer Lesung die Gewerk­schafts­pio­nie­rin Pau­la Thie­de vor. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

Im Anschluss an die Eröff­nung folg­te eine Lesung des Ver­eins Lese­welt Wer­ne. Die Lese­pa­tin­nen Ines Pohl­mann, Hei­ke Wal­ter und Anet­te Hai­da stell­ten drei muti­ge Frau­en vor. Als ers­tes Pau­la Thie­de (1870–1919), die ers­te Frau, die haupt­amt­lich eine deutsch­land­weit agie­ren­de Gewerk­schaft lei­te­te. „Ich habe mich für sie ent­schie­den, weil sie eine Pio­nie­rin ihrer Zeit war im Ein­satz für Frau­en in der Arbeits­welt“, erklär­te Hei­ke Wal­ter. Ines Pohl­mann wähl­te Mascha Kalé­ko (1907–1975), „weil ich ihre Gedich­te sehr schön fin­de, gera­de auch ihre Lyrik für Kin­der.“ Ihren eige­nen Kin­dern habe sie die­se Gedich­te frü­her vor­ge­le­sen. Anet­te Hai­da Wahl fiel auf die 1970 gebo­re­ne Tara Stel­la Deet­jen. „Ich habe sie mal in einer Talk­show gese­hen und fand es wahn­sin­nig mutig, mit dem Ruck­sack allein durch Indi­en zu rei­sen und sich dort für Lepra­kran­ke einzusetzen.“

Die nächs­te Ver­an­stal­tung im Rah­men der Akti­ons­wo­che zum Inter­na­tio­na­len Frau­en­tag fin­det heu­te Abend (9. März) statt: Das Capi­tol Cine­ma Cen­ter Wer­ne zeigt „DIE UNBEUGSAMEN“ ab 18.30 Uhr. Kar­ten an der Abend­kas­sen oder unter www.capitol-cinema-center.de. Es gel­ten die aktu­el­len Corona-Regeln.

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