Dienstag, Februar 7, 2023

Starker Auftritt für das 2. Gleis – Anschluss nicht verlieren

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Werne/Münster. Kon­kre­te Maß­nah­men für den Aus­bau der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le von Dort­mund über Müns­ter, Osna­brück, Bre­men und Ham­burg bis Kiel und Lübeck stan­den Anfang Dezem­ber im Mit­tel­punkt eines Tref­fens der sechs Indus­trie- und Han­dels­kam­mern und ihrer Lan­des­ver­ei­ni­gun­gen mit Staats­se­kre­tä­rin Susan­ne Hen­ckel aus dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Ver­kehr in Müns­ter. Die mach­ten sich für den zwei­glei­si­gen Stre­cken­aus­bau stark. Dar­über infor­mier­te jetzt die IHK Dort­mund in einer Medienmitteilung.

„Wir brau­chen drin­gend eine Erhö­hung der Leis­tungs­fä­hig­keit auf die­ser wich­ti­gen Schie­nen­stre­cke“, erklär­te der Vize-Prä­si­dent der IHK Nord West­fa­len, Bernd Eßer, zum The­ma. Des­halb for­dern die IHK-Reprä­sen­tan­ten einen Prüf­auf­trag. Unter­sucht wer­den sol­le, wel­che wei­te­ren Maß­nah­men über die vor­han­de­nen Infra­struk­tur­plä­nen des Bun­des hin­aus erfor­der­lich wer­den könn­ten. Dazu zähl­ten etwa die Erhö­hung der Stre­cken­ge­schwin­dig­keit auf 200/230 Kilo­me­ter pro Stun­de oder der Bau zusätz­li­cher Überholgleise.

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Die For­de­run­gen der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern basie­ren auf den Ergeb­nis­sen einer von ihnen beauf­trag­ten Kurz­stu­die, die von der Unter­neh­mens­be­ra­tung SCI Ver­kehr (Hamburg/Köln) erar­bei­tet wur­de, und die Bedeu­tung und die Aus­bau­op­tio­nen der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le zum Inhalt hat. „Wir sehen uns durch die Ergeb­nis­se in unse­rer For­de­rung nach einer schnellst­mög­li­chen Pla­nung und Umset­zung der Pro­jek­te in unse­rer Regi­on bestä­tigt“, so Pro­fes­sor Nor­bert Aust, Vor­sit­zen­der von IHK Nord e.V., dem Zusam­men­schluss von Indus­trie- und Han­dels­kam­mern aus den fünf nord­deut­schen Bundesländern.

Müns­ter Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Lewe brach­te es auf den Punkt: „Das Sys­tem Schie­ne benö­tigt natio­nal und auch euro­pä­isch eine regel­rech­te Revo­lu­ti­on, um die Ver­kehrs­wen­de tat­säch­lich zu schaf­fen.“ Die Ertüch­ti­gung und Opti­mie­rung der Schie­nen­in­fra­struk­tur auf der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le sei die Vor­aus­set­zung, um die Wachs­tums­po­ten­zia­le der wirt­schafts­star­ken Städ­te und Metro­pol­re­gio­nen im Nord­wes­ten Deutsch­lands nach­hal­tig in Wert zu setzen.

Staats­se­kre­tä­rin Susan­ne Hen­ckel begrüß­te die über­re­gio­na­le Initia­ti­ve der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern und sag­te die Unter­stüt­zung ihres Hau­ses zu: „Der Deutsch­land­takt ist ein Para­dig­men­wech­sel in der Infra­struk­tur­pla­nung. Ziel ist eine leis­tungs­fä­hi­ge und zuver­läs­si­ge Infra­struk­tur. Mit der Umset­zung des Deutsch­land­takts machen wir auch die Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le fit für bes­ser ver­netz­te Ange­bo­te und mehr Kapa­zi­tä­ten auf der Schie­ne. Die dafür not­wen­di­gen Aus­bau­maß­nah­men trei­ben wir gemein­sam mit unse­ren Part­nern ziel­ge­rich­tet in Etap­pen voran.“

Schie­nen­ver­bin­dung für ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung Deutschlands

Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer von IHK NRW, Dr. Ralf Mit­tel­städt, hat­te zuvor stell­ver­tre­tend für die Kam­mern in NRW die beson­de­re Bedeu­tung des Nord-West-Schie­nen­kor­ri­dors für den Per­so­nen- und Güter­ver­kehr betont. Das spie­ge­le sich in ihrem Aus­bau­stan­dard aber nicht wider. Sie sei die ent­schei­den­de Schie­nen­ver­bin­dung für rund ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung Deutsch­lands und ver­bin­de wich­ti­ge Wirt­schafts­re­gio­nen, in denen ein Vier­tel der Wirt­schafts­leis­tung Deutsch­lands erbracht wer­de. Den­noch sei­en auf die­ser Ach­se seit den 1970-er Jah­ren kei­ne wesent­li­chen Ver­bes­se­run­gen der Infra­struk­tur mehr vor­ge­nom­men worden.

Bernd Eßer ver­wies dar­auf, dass es der­zeit nicht abseh­bar sei, wann oder ob über­haupt Zukunfts­pro­jek­te wie etwa die neue Hoch­ge­schwin­dig­keits­stre­cke „Hamm-Han­no­ver-Ham­burg“ zu einer Ent­las­tung füh­ren könn­ten. „Das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um und die Deut­sche Bahn soll­ten zur Absi­che­rung der Metro­po­len­ver­bin­dung Ham­burg-NRW prü­fen, ob wei­te­re Maß­nah­men zur Stei­ge­rung der Kapa­zi­tät auf der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le erfor­der­lich wer­den könn­ten. Das Risi­ko einer zukünf­ti­gen erheb­li­chen Über­las­tung die­ses Schie­nen­kor­ri­dors sei zu mini­mie­ren, umriss er ein wesent­li­ches Ziel der Initiative.

Auch für eine stär­ke­re CO2 ‑Redu­zie­rung im Ver­kehrs­sek­tor sei die Ertüch­ti­gung der Schie­nen­in­fra­struk­tur drin­gend nötig. Nur so kön­ne ein stö­rungs­frei­es Mit­ein­an­der von ver­dich­te­ten Ange­bo­ten im Regional‑, Fern- und Schie­nen­gü­ter­ver­kehr erreicht wer­den, fass­te Pro­fes­sor Aust ein wei­te­res Ziel der Initia­ti­ve zusammen.

Aus Wer­ne nah­men Bür­ger­meis­ter Lothar Christ, Adel­heid Haus­chopp-Fran­cke und Karl-Fried­rich Ost­holt an dem Tref­fen in Müns­ter teil. „Wir waren noch nie so nah dran am 2. Gleis“, ord­ne­te die Wer­ner Unter­neh­me­rin und sach­kun­di­ge Bür­ge­rin Haus­chopp-Fran­cke gegen­über WERN­Eplus ein.

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