Mittwoch, Februar 21, 2024

Starker Auftritt für das 2. Gleis – Anschluss nicht verlieren

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Werne/Münster. Konkrete Maßnahmen für den Ausbau der Nord-West-Schienenmagistrale von Dortmund über Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg bis Kiel und Lübeck standen Anfang Dezember im Mittelpunkt eines Treffens der sechs Industrie- und Handelskammern und ihrer Landesvereinigungen mit Staatssekretärin Susanne Henckel aus dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr in Münster. Die machten sich für den zweigleisigen Streckenausbau stark. Darüber informierte jetzt die IHK Dortmund in einer Medienmitteilung.

„Wir brauchen dringend eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit auf dieser wichtigen Schienenstrecke“, erklärte der Vize-Präsident der IHK Nord Westfalen, Bernd Eßer, zum Thema. Deshalb fordern die IHK-Repräsentanten einen Prüfauftrag. Untersucht werden solle, welche weiteren Maßnahmen über die vorhandenen Infrastrukturplänen des Bundes hinaus erforderlich werden könnten. Dazu zählten etwa die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 200/230 Kilometer pro Stunde oder der Bau zusätzlicher Überholgleise.

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Die Forderungen der Industrie- und Handelskammern basieren auf den Ergebnissen einer von ihnen beauftragten Kurzstudie, die von der Unternehmensberatung SCI Verkehr (Hamburg/Köln) erarbeitet wurde, und die Bedeutung und die Ausbauoptionen der Nord-West-Schienenmagistrale zum Inhalt hat. „Wir sehen uns durch die Ergebnisse in unserer Forderung nach einer schnellstmöglichen Planung und Umsetzung der Projekte in unserer Region bestätigt“, so Professor Norbert Aust, Vorsitzender von IHK Nord e.V., dem Zusammenschluss von Industrie- und Handelskammern aus den fünf norddeutschen Bundesländern.

Münster Oberbürgermeister Markus Lewe brachte es auf den Punkt: „Das System Schiene benötigt national und auch europäisch eine regelrechte Revolution, um die Verkehrswende tatsächlich zu schaffen.“ Die Ertüchtigung und Optimierung der Schieneninfrastruktur auf der Nord-West-Schienenmagistrale sei die Voraussetzung, um die Wachstumspotenziale der wirtschaftsstarken Städte und Metropolregionen im Nordwesten Deutschlands nachhaltig in Wert zu setzen.

Staatssekretärin Susanne Henckel begrüßte die überregionale Initiative der Industrie- und Handelskammern und sagte die Unterstützung ihres Hauses zu: „Der Deutschlandtakt ist ein Paradigmenwechsel in der Infrastrukturplanung. Ziel ist eine leistungsfähige und zuverlässige Infrastruktur. Mit der Umsetzung des Deutschlandtakts machen wir auch die Nord-West-Schienenmagistrale fit für besser vernetzte Angebote und mehr Kapazitäten auf der Schiene. Die dafür notwendigen Ausbaumaßnahmen treiben wir gemeinsam mit unseren Partnern zielgerichtet in Etappen voran.“

Schienenverbindung für ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands

Der Hauptgeschäftsführer von IHK NRW, Dr. Ralf Mittelstädt, hatte zuvor stellvertretend für die Kammern in NRW die besondere Bedeutung des Nord-West-Schienenkorridors für den Personen- und Güterverkehr betont. Das spiegele sich in ihrem Ausbaustandard aber nicht wider. Sie sei die entscheidende Schienenverbindung für rund ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands und verbinde wichtige Wirtschaftsregionen, in denen ein Viertel der Wirtschaftsleistung Deutschlands erbracht werde. Dennoch seien auf dieser Achse seit den 1970-er Jahren keine wesentlichen Verbesserungen der Infrastruktur mehr vorgenommen worden.

Bernd Eßer verwies darauf, dass es derzeit nicht absehbar sei, wann oder ob überhaupt Zukunftsprojekte wie etwa die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke „Hamm-Hannover-Hamburg“ zu einer Entlastung führen könnten. „Das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn sollten zur Absicherung der Metropolenverbindung Hamburg-NRW prüfen, ob weitere Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität auf der Nord-West-Schienenmagistrale erforderlich werden könnten. Das Risiko einer zukünftigen erheblichen Überlastung dieses Schienenkorridors sei zu minimieren, umriss er ein wesentliches Ziel der Initiative.

Auch für eine stärkere CO2 -Reduzierung im Verkehrssektor sei die Ertüchtigung der Schieneninfrastruktur dringend nötig. Nur so könne ein störungsfreies Miteinander von verdichteten Angeboten im Regional-, Fern- und Schienengüterverkehr erreicht werden, fasste Professor Aust ein weiteres Ziel der Initiative zusammen.

Aus Werne nahmen Bürgermeister Lothar Christ, Adelheid Hauschopp-Francke und Karl-Friedrich Ostholt an dem Treffen in Münster teil. „Wir waren noch nie so nah dran am 2. Gleis“, ordnete die Werner Unternehmerin und sachkundige Bürgerin Hauschopp-Francke gegenüber WERNEplus ein.

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