Samstag, Juli 2, 2022

Museum in Werne: Ausstellung zur Lust aufs Selbermachen

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Wer­ne. „Do it yourself! Die neue Lust aufs Sel­ber­ma­chen“, heißt die Wan­der­aus­stel­lung des Land­schafts­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe (LWL), die vom 20. März bis 15. Mai im Stadt­mu­se­um Wer­ne Sta­ti­on macht. 

Die Wan­der­aus­stel­lung beleuch­te ver­schie­de­ne For­men und Moti­va­tio­nen Din­ge sel­ber her­zu­stel­len vom frü­hen 20. Jahr­hun­dert bis heu­te, macht Muse­ums­lei­te­rin Dr. Con­stan­ze Döh­rer neu­gie­rig auf die Schau. Der DIY-Trend der Gegen­wart gehe zurück auf eine wech­sel­vol­le Geschich­te zwi­schen Not und Krea­ti­vi­tät, Selbst­ver­wirk­li­chung und poli­ti­schem Statement.

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„Sauer­kraut und Boh­nen für den Win­ter ein­ko­chen, Klei­dung nähen und fli­cken oder Spiel­zeug für die Kin­der bau­en: Anfang des 20. Jahr­hun­derts gehör­te das Sel­ber­ma­chen fest zum All­tag vie­ler Men­schen dazu. Heu­te kann man fast alles ver­hält­nis­mä­ßig schnell und güns­tig kau­fen“, heißt es dazu auf der LWL-Home­page. Trotz­dem ent­schie­den sich Men­schen nach wie vor für das Sel­ber­ma­chen. Doch war­um machen sie heu­te Din­ge sel­ber, obwohl sie es nicht müss­ten? Mit Ant­wor­ten auf die­se Fra­ge beschäf­ti­ge sich die Wan­der­aus­stel­lung des LWL-Muse­umsam­tes, heißt es weiter.

Die Wan­der­aus­stel­lung betrach­te die Prak­ti­ken des Sel­ber­ma­chens in den Span­nungs­fel­dern „Man­gel & Über­fluss“, „Hob­by & Arbeit“ und „All­tag & Gegen­kul­tu­ren“. Dabei lie­ge der Fokus auf den Akteur/innen und auf zeit­ty­pi­schen For­men des Sel­ber­ma­chens: Wer mach­te zu einem bestimm­ten Zeit­punkt was selbst – und war­um? „Bis heu­te spie­len unter­schied­li­che Fak­to­ren wie Zeit, Geld und gesell­schaft­li­che Erwar­tun­gen eine zen­tra­le Rol­le bei der Ent­schei­dung für oder gegen das Sel­ber­ma­chen”, so Sarah Lien­eke, die Kura­to­rin der Ausstellung.

„Die Aus­stel­lung erzählt vom Sel­ber­ma­chen in der von Man­gel gepräg­ten Nach­kriegs­zeit, in der es als Ver­sor­gungs­stra­te­gie oft wie­der auf­ge­grif­fen wur­de. Sie zeigt, wie das Heim­wer­ken oder ‚Do it yourself’ in der auf­stre­ben­den Wohl­stands­ge­sell­schaft der 1950er Jah­re zum neu­en Frei­zeit­trend des Klein­bür­ger­tums avan­cier­te und wie das DIY-Prin­zip vom alter­na­ti­ven Milieu der 1970er geka­pert wur­de, um anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Über­zeu­gun­gen umzu­set­zen und sich krea­tiv selbst zu ver­wirk­li­chen. Nicht zuletzt wirft die Aus­stel­lung auch einen kri­ti­schen Blick auf das DIY-Fie­ber und ver­an­schau­licht, wie der Trend zum DIY heu­te zuneh­mend kom­mer­zia­li­siert wird“, so Lien­eke weiter.

Infor­ma­tio­nen: https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=52685

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