Mittwoch, Oktober 5, 2022

Horster Wahrzeichen hat einen Namen: Stele heißt jetzt Dorfuhr

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Horst. Zum zehn­ten Geburts­tag des För­der­ver­eins Dorf­ge­mein­schaf Horst und Wes­sel e. V. und des Kin­der­ta­ges­stät­ten­ver­eins St. Mari­en Horst e. V. am 26. Juni 2022 wur­de mit­ten auf dem Dorf­platz eine Ste­le errich­tet. Nun hat sie einen Namen.

Die Ste­le hat die Bau­form einer all­seits bekann­ten „Per­sil­uhr”, die häu­fig auf Markt­plät­zen oder an Ein­gän­gen zu Fuß­gän­ger­zo­nen zu fin­den ist. Ein sol­cher Wer­be­trä­ger aus den 1950er Jah­ren ist heu­te schon als Kult­säu­le einzuordnen.

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Die Idee zu einer ver­gleich­ba­ren Hors­ter Ste­le ist 2020 im Vor­stand des DGH gebo­ren. Der Bau und die Gestal­tung ist natür­lich ein Gemein­schafts­werk von Ver­eins­mit­glie­dern und Hors­ter Unter­neh­men. Die Auf­stel­lung der Ste­le wur­de bereits bei der Gestal­tung des Dorf­plat­zes in 2020/2021 ein­ge­plant und vor­ge­se­hen. Zum Jubi­lä­um wur­de ein Wett­be­werb zur Namens­ge­bung des Wer­be­trä­gers für Horst aus­ge­lobt. Die Gewin­ner gaben ihm den Namen Dorfuhr.

Beschrei­bung der Dorfuhr

Die Aus­rich­tung der Dorf­uhr, mit der qua­dra­ti­schen Grund­flä­che von einem Meter mal einem Meter, ist genau nach den Him­mel­rich­tun­gen erfolgt. Die Ste­le steht auf einem leicht erhöh­ten Podest mit einem Stahl­be­ton­fun­da­ment von grö­ßer einem Kubik­me­ter. Das neue Wahr­zei­chen von Horst hat eine Gesamt­hö­he von fast sechs Metern und ist gleich­hoch mit den umlie­gen­den Gebäu­den. Die Him­mels­rich­tun­gen sind auf dem Boden durch Edel­stahl­plat­ten gekenn­zeich­net. Im wei­te­ren Ver­lauf zu den Edel­stahl­plat­ten wei­sen die Beton-Regen­rin­nen, bis zu den Außen­sei­ten des Dorf­plat­zes, in die jewei­li­ge Himmelsrichtung.

Auf der Spit­ze, über den Uhren, ist ein Edel­stahl­ring auf­ge­setzt. Dadurch wird die Mög­lich­keit gege­ben, Segel­tü­cher als Son­nen­schutz von dem Edel­stahl­ring zu den Außen­rän­dern des Dorf­plat­zes zu span­nen. Dies hat eine ähn­li­che Wir­kung wie ein auf­ge­spann­ter Fallschirm.

Die vier dar­un­ter zu sehen­den Uhren haben einen Außen­durch­mes­ser von je 60 cm. Es gibt drei unter­schied­li­che Zif­fern­blät­ter: ein­mal (Süden) mit römi­schen Zif­fern ein­mal (Osten) mit ara­bi­schen Zif­fern und zwei­mal (West und Nord) mit Strich­code. Die Uhren wer­den impuls­ge­steu­ert von einer Zen­tral­uhr. Die­se ist in der Ver­tei­lung im Haus­an­schluss­raum des Dorf­ge­mein­schafts­hau­ses ange­ord­net. Uhren des­sel­ben Her­stel­ler­typs fin­det man auf Bahn­hö­fen und in Metrostationen.

Unter den Uhren gibt es vier tra­pez­för­mi­ge, leicht schräg ste­hen­de, Flä­chen mit je einem Schrift­bild von 88 cm x 33 cm. Hier sind die vier Nach­bar­or­te mit Wap­pen und den davor lie­gen­den Bau­er­schaf­ten genannt. Im Nor­den ist das Her­bern mit der davor lie­gen­den Bau­er­schaft Wes­sel. Im Osten ist es Bockum und Hövel mit der davor lie­gen­den Bau­er­schaft Hol­sen. Im Süden ist es Sto­ckum und im Wes­ten ist es Wer­ne mit den angren­zen­den Bau­er­schaf­ten Holt­hau­sen und Even­kamp. Auf­grund der geo­gra­phi­schen Lage von Horst gibt es auch beson­de­re, geschicht­lich begrün­de­te Bezie­hun­gen zu den genann­ten Orten mit den angren­zen­den Bauerschaften.

Unter den Orts­schil­dern sieht man hin­ter Pan­zer­glas vier recht­ecki­ge Wer­be­flä­chen von 67 cm x 227,5 cm. Hier sind unter­schied­li­che Dar­stel­lun­gen auf Pla­nen gedruckt. Die­se sind auf Holz­plat­ten gespannt, die dann vor die Schei­ben gepresst wer­den. Durch die­sen Auf­bau sind die Dar­stel­lun­gen wech­sel­bar und kön­nen den Ereig­nis­sen oder his­to­ri­schen The­men ange­passt werden.

Die Erst­dar­stel­lun­gen in die­sem Teil der Ste­le sind fol­gen­de: Im Osten sind alle Königs­paa­re (oder auch nur die Orden der Ket­te) unse­res Schüt­zen­ver­eins St. Huber­tus Horst & Wes­sel e. V. dar­ge­stellt. Das reicht von 1872 bis zum amtie­ren­den Königs­paar. Die süd­li­che Dar­stel­lung ist ein Zeit­strahl über 1300 Jah­re unter­teilt in Horst berüh­ren­de Ereig­nis­se und in Welt­ge­sche­hen. Der Zeit­strahl beginnt im Jahr 800 mit der Krö­nung Karl des Gro­ßen und reicht bis in unser Jahr­hun­dert. Die Hors­ter Ereig­nis­se, begin­nend 1193 und sind links­bün­dig geschrie­ben. Das Welt­ge­sche­hen ist rechts­bün­dig geschrie­ben. Die west­li­che und nörd­li­che Sei­te der Ste­le zei­gen Impres­sio­nen aus Horst. Schwer­punkt sind dabei Dar­stel­lun­gen aus dem Hors­ter Kreis­ver­kehr und bau­li­che Ereig­nis­se zu unse­rem Ortszentrum.

Unter den Wer­be­flä­chen sieht man auf Augen­hö­he eine Aus­stel­lungs­vi­tri­ne. Sie ist eben­falls geschützt durch Pan­zer­glas. Hier kön­nen die ört­li­chen Ver­ei­ne The­men und Expo­na­te zei­gen. Zum Jubi­lä­um war hier das Toten­schild der letz­ten Burg­her­rin von Becken­dorf aus­ge­stellt. Es war eine Leih­ga­be der Kir­chen­ge­mein­de St. Ste­pha­nus aus Bockum.

Im Boden­teil hat die Ste­le einen tech­ni­schen Anschluss­raum für Was­ser, Strom und Signal­lei­tun­gen. Auf den Sei­ten­wän­den, fest mit dem Rah­men ver­bun­den, sind vier älte­re Fotos aus Horst zu erken­nen. Im Nor­den die alte Schu­le (Erst­erwäh­nung 1751) die am heu­ti­gen Kreis­ver­kehr gestan­den hat. Das Foto ist einer Post­kar­te von 1900 ent­nom­men. Im Süden ist eine Auf­nah­me vom Som­mer­fest des Kampf­ge­nos­sen­ver­eins Wer­ne von 1901 zu sehen. Die Auf­nah­me ist eben­falls am heu­ti­gen Kreis­ver­kehr ent­stan­den. Im Wes­ten ist die Schenk­wirt­schaft von Bern­hard Schürk­mann im Jahr 1910 zu sehen. Im Osten ist eine Auf­nah­me von 1920 vom damals durch­ge­führ­ten Schüt­zen- und Kriegs­heim­keh­rer­fest zu sehen.

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