Donnerstag, Mai 19, 2022

Fast 100 Jahre alte Fußball-Flagge aus dem Evenkamp ist nun im Museum

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Wer­ne. Als im Jahr 1927 die Grün­dungs­vä­ter des VfL Wer­ne den Even­käm­per Sport­ver­ein offi­zi­ell aus der Tau­fe hoben, lie­ßen sie vol­ler Stolz eine Fah­ne her­stel­len. Bei Ver­eins­fei­ern, vor allem beim Umzug zur legen­dä­ren Ver­an­stal­tung „Lip­pe in Flam­men“, tru­gen die Sport­ler die­se Flag­ge durch die Stra­ßen des Even­kamps und prä­sen­tier­ten sie im Lippestadion.

Dann geriet sie in Ver­ges­sen­heit, wur­de im ehe­ma­li­gen Ver­eins­heim im Fischer­hof ein­ge­la­gert und fand nach dem Umzug zum Dahl einen Platz im dor­ti­gen Archiv­kel­ler. Noch heu­te ist die Fah­ne sehr gut erhal­ten. In Kür­ze wird sie Teil der neu­en Dau­er­aus­stel­lung im ers­ten Ober­ge­schoss des Stadt­mu­se­ums, wo sie als Zeug­nis für das viel­fäl­ti­ge Ver­eins­we­sen in der Stadt Wer­ne prä­sen­tiert wird.

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Heinz Mein­ke, Vor­sit­zen­der des Ältes­ten­ra­tes des VfL-Nach­fol­ge­ver­eins „Ein­tracht Wer­ne“, Iris Kali­now­ski, 2. Kas­sie­re­rin des Ver­eins, und der Mit­ar­bei­ter des Vor­stan­des, Robin Böcker, über­ga­ben das gute Stück am Mitt­woch als Dau­er­leih­ga­be an Muse­ums­lei­te­rin Dr. Con­stan­ze Döhrer.

Das auf­wän­dig bestick­te Ban­ner trägt auf der einen Sei­te auf rotem Stoff die Auf­schrift „Arbei­ter Turn- und Sport­ver­ein 1927 bis 1929 Wer­ne Even­kamp“ und auf der grü­nen Rück­sei­te steht „Uebung stählt die Kraft. Kraft ist, was Leben schafft.“ War­um der Ver­eins­na­me „VfL Wer­ne“ noch nicht auf­ge­stickt wur­de, ist unbe­kannt. Sicher sei aber, dass der Ver­ein schon bei der Grün­dung den Namen „VfL“ getra­gen habe, berich­tet Heinz Meinke.

„Uebung stählt Kraft. Kraft ist, was Leben schafft“ steht auf der Rück­sei­te der Fah­ne aus dem Jahr 1927. Foto: Klaus Brüggemann

Ein Name, der erst durch den Zusam­men­schluss mit der BSG Rother, 1962 gegrün­det, am 17. August 2007 ver­schwand. Der fusio­nier­te Ver­ein nennt sich seit­dem „Ein­tracht Werne“.

Die offi­zi­el­le Grün­dung des VfL jährt sich in die­sem Jahr zum 95. Mal. Doch schon vor 1927 hat­te es Ver­su­che geben, nach Been­di­gung des Ers­ten Welt­kriegs eine Gemein­schaft für die Sport­be­geis­ter­ten im öst­li­chen Stadt­teil zu eta­blie­ren. In der Ver­eins­chro­nik zum 75-jäh­ri­gen Jubi­lä­um heißt es dazu: „1918, dann in den Jah­ren 1921 und 1923. Die Grün­de des Nicht­zu­stan­de­kom­mens von damals waren feh­len­de Übungs­stät­ten, aber auch man­geln­des Ver­ständ­nis sei­tens der Stadt, den Sport im Even­kamp zu unterstützen.“

Heu­te kicken die Ein­tracht-Sport­ler im Sport­zen­trum Dahl, wo sie dem­nächst ihren neu­en Kunst­ra­sen­platz ein­wei­hen kön­nen. Und fürs Umklei­den ste­hen moder­ne Kabi­nen zur Ver­fü­gung. Damals war das anders, berich­tet Heinz Mein­ke, der als ehe­ma­li­ger Vor­sit­zen­der der BSG Rother noch gute Erin­ne­run­gen an die eins­ti­ge Sport­stät­te am Fischer­hof hat. Mit viel Mus­kel­kraft schu­fen die Sport­ler im Grün­dungs­jahr nach der Schicht im Berg­werk aus einer holp­ri­gen Wie­se das Lip­pesta­di­on, das wegen sei­ner Nähe zum Fluss berüch­tigt war. „Wenn der Ball in der Lip­pe lan­de­te, muss­te einer der Spie­ler hin­ter­her­sprin­gen und ihn wie­der raus­fi­schen. Trieb er ans ande­re Ufer, wur­de er von den Jungs aus Rün­the geklaut“, erzählt Mein­ke. Und in den als „Kata­kom­ben“ bekann­ten Umklei­de­ka­bi­nen im Kel­ler des Fischer­hofs war es längst nicht so kom­for­ta­bel wie im Sport­zen­trum Dahl. Fürs war­me Dusch­was­ser muss­te damals erst der Ofen ange­heizt werden.

Auch Iris Kali­now­ski kennt die Geschich­te des Even­käm­per Ver­eins. Sie war schon beim VfL als 2. Kas­sie­re­rin im Vor­stand tätig und hat die­se Funk­ti­on auch nach der Fusi­on mit der BSG Rother bei Ein­tracht Wer­ne behal­ten. Die his­to­ri­sche Fah­ne hat­te sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer im Blick und gemein­sam mit Heinz Mein­ke ent­stand die Idee, dem Andenken an die Grün­dung des Tra­di­ti­ons­ver­eins einen wür­di­ge­ren Platz zu geben.

Muse­ums­lei­te­rin Dr. Con­stan­ze Döh­rer freut sich über die neue Dau­er­leih­ga­be. Sie pas­se gut zum Kon­zept ihrer neu­en Dau­er­aus­stel­lung, die nach der Reno­vie­rung des Alten Amts­hau­ses im der­zeit ent­kern­ten ers­ten Ober­ge­schoss auf­ge­baut wer­den soll. „Die Fah­ne macht deut­lich, wel­chen gesell­schaft­li­chen Stel­len­wert Ver­ei­ne in Wer­ne hat­ten“, sag­te Döh­rer mit Blick auf die zuneh­men­den Nach­wuchs­pro­ble­me von Ver­ei­nen. „Ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ist schwie­ri­ger gewor­den“, so Döhrer.

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