Donnerstag, August 11, 2022

Erster ASP-Fall im Emsland – Überwachungs-Gebiet reicht bis NRW

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NRW/Werne. Auf einem Bau­ern­hof im ems­län­di­schen Ems­bü­ren hat es einen ers­ten Fall von Afri­ka­ni­scher Schwei­ne­pest in Nie­der­sach­sen gege­ben. Tests von Tie­ren in einem wei­te­ren Betrieb im 20 Kilo­me­ter ent­fern­ten Fre­ren waren hin­ge­gen negativ.

Das hat­ten Stich­pro­ben des Lan­des­amts für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LAVES) erge­ben, teil­te das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um Nie­der­sach­sen laut eines NDR-Berichts am Diens­tag (05.07.2022) mit.

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Gleich­wohl muss­ten auf dem Hof in Fre­ren 1.800 Mast­schwei­ne getö­tet wer­den, weil ein Befall nicht mit letz­ter Sicher­heit aus­ge­schlos­sen wer­den konn­te. Die hoch­an­ste­cken­de Tier­seu­che ist für Haus- und Wild­schwei­ne unheil­bar und führt in den meis­ten Fäl­len zum Tod der Tie­re. Eine Imp­fung gegen die ASP gibt es bis­lang nicht.

In einem Umkreis von drei Kilo­me­tern wur­de um den Betrieb in Ems­bü­ren eine Schutz­zo­ne sowie eine Über­wa­chungs­zo­ne mit 10-Kilo­me­ter-Radi­us ein­ge­rich­tet und reicht somit bis an die NRW-Lan­des­gren­ze unweit von Rhei­ne her­an. In bei­den Sperr­ge­bie­ten gel­ten Stall­pflicht sowie ein Trans­port- und Beför­de­rungs­ver­bot für Schwei­ne. Weder Tie­re, Fleisch und Fleisch­erzeug­nis­se noch Gül­le, Mist und Ein­streu dür­fen aus einem Bestand inner­halb die­ses äuße­ren Bereichs ver­bracht werden.

Gera­de in Müns­ter­land-Krei­sen wie Stein­furt oder wie im Nach­bar­kreis Coes­feld gebe es Betrie­be mit Schwei­ne­zucht und ‑mast in gro­ßer Zahl, bestä­tig­te Wer­nes Orts­land­wirt Robert Schul­ze Kalt­hoff gegen­über WERN­Eplus und rät zu noch ein­mal erhöh­ter Wachsamkeit.

Denn ohne­hin sei­en die Land­wir­te seit Jah­ren gehal­ten, für ihre Betrie­be Sicher­heits­maß­nah­men gegen die ASP zu ergrei­fen. So müs­sen die Stäl­le zum Schutz sicher ein­ge­zäunt sein, um einen Kon­takt über Wild­schwei­ne, Hun­de und Kat­zen zu ver­mei­den. Auch Rat­ten und Mäu­se müs­sen von den Stäl­len streng fern­ge­hal­ten wer­den, erläu­ter­te Schul­ze Kalt­hoff zu poten­zi­el­len Überträgern.

Per­so­nen – mög­lichst kei­ne Besu­cher – soll­ten den Stall durch eine Infek­ti­ons­wan­ne zum Des­in­fi­zie­ren der Stie­fel betre­ten. Vor dem Betre­ten des Stal­les mit den Tier­bo­xen muss die Arbeits­klei­dung für den Stall­be­reich ange­zo­gen werden.

Land­wir­te, die zugleich Jäger sind, müs­sen die Klei­dung für bei­de Berei­che strikt tren­nen und spe­zi­ell auch ihre Jagd­hun­de fern­hal­ten. Bei Frei­land­hal­tung von Schwei­nen muss ein dop­pel­ter Zaun mit zwei Metern Zwi­schen­ab­stand für Sicher­heit sorgen.

Auch Essens­res­te in der Füt­te­rung oder in der Land­schaft könn­ten einen Bestand von Haus- oder eben von Wild­schei­nen infi­zie­ren, hieß es wei­ter. Denn das für Men­schen unge­fähr­li­che ASP-Virus kön­ne auch über nicht erhitz­te Wurst­wa­ren wie Sala­mi oder Mett über­tra­gen werden.

Mit dem Aus­bruch der ASP in Nie­der­sach­sen rückt die Tier­seu­che wei­ter nach Wes­ten vor. Ursprüng­lich aus Afri­ka ein­ge­schleppt, habe sie sich von Nah­ost über Russ­land und die öst­li­chen Nach­bar­län­dern wei­ter­ver­brei­tet, erläu­ter­te der Orts­land­wirt. Ins­be­son­de­re die öst­li­chen Bun­des­län­der wie Sach­sen und Bran­den­burg sei­en bereits mas­siv betroffen.

Dank der Sicher­heits­maß­nah­men waren in den Haus­schwein-Hal­tun­gen deutsch­land­weit bis­lang nur fünf Betrie­be betrof­fen. Anders sieht es bei den Wild­schwein-Bestän­den aus. Hier gab es bereits 4.000 bestä­tig­te Fäl­le, so Schul­ze Kalt­hoff. Im Osten Deutsch­lands müs­sen des­halb alle erleg­ten Tie­re auf ASP unter­sucht wer­den, im Wes­ten wer­den Stich­pro­ben genommen.

Die Kreis­ve­te­ri­när­äm­ter, der West­fä­li­sche-Lip­pi­sche Land­wirt­schafts­ver­band (WLV) oder die Land­wirt­schafts­kam­mer NRW bie­ten Infor­ma­tio­nen und Rat rund um das The­ma. Bei einem Ver­dachts­fall im Tier­be­stand soll­te immer zuerst der Hof­tier­arzt geru­fen wer­den, sodass gege­be­nen­falls Maß­nah­men getrof­fen wer­den können.

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