Samstag, November 26, 2022

„Duo Nurith“: Einblick in die Welt der jüdischen Musik glückt

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Wer­ne. Jüdi­sche Musik ist so viel­schich­tig, leben­dig und inter­na­tio­nal, wie das Juden­tum selbst. Einen klei­nen Ein­blick in die­se Welt boten im Anschluss an die Gedenk­fei­er zum 9. Novem­ber die Vio­li­nis­tin Freya Dei­t­ing und die Pia­nis­tin Mar­ga­ri­ta Feinstein. 

Zusam­men bil­den sie das „Duo Nurith“. Ihr Kon­zert hät­te eigent­lich schon im Vor­jahr als Bei­trag zum Gedenk­jahr „1.700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land“ in Wer­ne statt­fin­den sol­len. Die Coro­nalage mach­te den Auf­tritt der bei­den Künst­le­rin­nen damals nicht möglich.

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Der klei­ne Saal im Kol­ping­haus war voll­be­setzt, es muss­ten sogar noch Stüh­le geholt wer­den. Was den rund 80 Zuhö­rern gebo­ten wur­de, war nicht nur ein musi­ka­li­scher Lecker­bis­sen ers­ter Güte, son­dern auch der Beweis dafür, dass jüdi­sche Musik alle Pogro­me der letz­ten 2.000 Jah­re unbe­scha­det bis heu­te über­stan­den hat.

Obwohl damit der Blick der Zuhö­rer weit über die Gren­zen der Sho­ah und des Novem­ber­po­groms geho­ben wur­de, schwang beson­ders in den Klez­mer-Stü­cken aller in Noten gegos­se­nen Fröh­lich­keit zum Trotz, ein Hauch Melan­cho­lie mit. Denn die Welt der jüdi­schen Wan­der­mu­si­ker in Polen, Russ­land, der Ukrai­ne und auf dem Bal­kan gibt es seit dem Holo­caust nicht mehr. 

Für die­se Gedan­ken blieb aber kaum Raum, denn die bei­den Musi­ke­rin­nen ver­schmol­zen mit ihren Instru­men­ten zu einer Zeit­rei­se in die­se Welt von ges­tern. Kaum ein Zuhö­rer konn­te sich die­ser Magie ent­zie­hen. Nur ein Musik­stück führ­te direkt in die Zeit des brau­nen Grau­ens: Die Titel­me­lo­die aus „Schind­lers Liste“.

Jüdi­sche Musik hat auch viel mit dem Glau­ben an Gott zu tun. Egal ob es Andachts­me­lo­dien oder gesun­ge­ne Gebe­te sind. Die­se uralten Gebe­te und Gesän­ge gibt es immer noch, wie das vor­ge­stell­te „avinu mal­ke­nu“, ein Für­bitt­ge­bet, zeig­te. Klas­sik von Fany Hen­sel gehört eben­so in die Schatz­kis­te jüdi­scher Melo­dien, wie fröh­li­che Schla­ger, wie der vom „Klei­nen grü­nen Kak­tus“, der durch die Come­di­an Har­mo­nists in den 20er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts berühmt wurde.

Fröh­lich ging es zum Abschluss in den Abend. „Bei mir bis­te scheen“ ist eine hin­rei­ßen­de Tanz­mu­sik. Das Med­ley mit jüdi­scher Hoch­zeits­mu­sik als Abschieds­gruß hät­te eigent­lich den Auf­takt zu einem zwei­ten Teil des Pro­gramms bil­den können.

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