Dienstag, Februar 7, 2023

2022 in Werne – Ein Rückblick

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Wer­ne. Als loka­les Medi­um berich­tet die Redak­ti­on von WERN­Eplus täg­lich über Leben und Poli­tik in der Stadt. Und wie gehabt wird zwi­schen Jah­ren zurück­ge­schaut auf all jene loka­len The­men und Ereig­nis­se, die die Wer­ner Bürger/innen 2022 beschäf­tigt, erfreut, bewegt oder auch geär­gert haben.

Doch selbst in einer loka­len Rück­schau las­sen sich die glo­ba­len Kri­sen des Jah­res 2022 nicht aus­blen­den, reicht das Welt­ge­sche­hen mit sei­nen Kri­sen­fol­gen in jede Stadt und Gemein­de hin­ein. So mar­kier­te der 24. Febru­ar mit Beginn des rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne eine Zei­ten­wen­de, wie es Kanz­ler Olaf Scholz weni­ge Tage spä­ter for­mu­lier­te. Es ist ein Krieg, der andau­ert und auch im neu­en Jahr Not, Leid und Tod brin­gen wird. Ener­gie­kri­se, Infla­ti­on und Hun­ger in vie­len Regio­nen der Welt sind wei­te­re Fol­gen die­ses Krie­ges. Gleich­zei­tig wer­den die Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se und das fort­schrei­ten­de Arten­ster­ben immer krasser.

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Vie­le Ukrainer/innen flüch­ten vor den Kriegs­gräu­eln. Vor allem Frau­en und Kin­der suchen Schutz, auch in Wer­ne. Die Hilfs­be­reit­schaft vor Ort ist groß, Ver­wal­tung wie Bür­ger­schaft orga­ni­sie­ren Unter­stüt­zung und Hilfs­trans­por­te in die Ukrai­ne. Neben Spen­den von Klei­dung, Lebens­mit­tel etc. wer­den Geflüch­te­te in pri­va­ten Woh­nun­gen auf­ge­nom­men oder Feri­en­woh­nun­gen bereit­ge­stellt. Die loka­le Hil­fe erfolgt auch gemein­sam mit den Part­ner­städ­ten Kyritz und Walcz.

Der Wer­ner Jah­res­rück­blick 2022 lässt sich mühe­los fül­len mit Ent­wick­lun­gen rund um Kin­der, Jugend­li­che und Fami­li­en. Etwa mit der Eröff­nung oder Pla­nung neu­er Kin­der­ta­ges­stät­ten oder dem Umzug des Fami­li­en­net­zes in neue Räu­me mit­ten in der Stadt. Im Dezem­ber besie­gelt der Rat die Erwei­te­rung der Wiehagenschule.

Die Sport­hal­le auf dem Schul­ge­län­de muss des­halb wei­chen und wird, so die erfreu­li­che Mel­dung kurz vor Weih­nach­ten, durch eine Dop­pel­turn­hal­le an der Klöck­ner­stra­ße ersetzt. Obwohl erst weni­ge Jah­re alt, war die Wie­ha­gen­schu­le ent­ge­gen vor­he­ri­ger Pro­gno­sen bereits zu klein gewor­den und soll nun künf­tig fünf­zü­gig aus­ge­legt sein. Hin­ter­grund für die Ent­wick­lung der Schü­ler­zah­len ist unter ande­rem der Zuzug, der auf eine rege Bau­tä­tig­keit in Sachen Woh­nungs­bau zurückgeht.

Mit dem För­der­be­scheid von 1,5 Mil­lio­nen Euro im Rücken nimmt im Mai das Dop­pel­pro­jekt SCNCWAVE und SURFWRLD auf dem ehe­ma­li­gen Zechen­ge­län­de wei­ter Fahrt auf. Den Bau­be­ginn des For­schungs­teils setzt Pro­jekt­ent­wick­ler Dr. Micha­el Dete­ring für Sep­tem­ber 2023 und die Betriebs­auf­nah­me für Okto­ber 2024 auf die Zeit­schie­ne. Der Regel­be­trieb soll 2025 folgen.

Nach zwei Jah­ren Coro­na-Pan­de­mie fan­den die vie­len Ver­an­stal­tun­gen gro­ßen Zulauf. Ein­hei­mi­sche und aus­wär­ti­ge Gäs­te lie­ßen sich weder Genuss­früh­ling, Blu­men- und Spar­gel­markt, die Vor­stel­lun­gen der Frei­licht­büh­ne, Sport­mei­le, Stra­ßen­fes­ti­val Sim-Jü-Kir­mes noch Mar­tins- und Weih­nachts­markt entgehen.

Der Durch­bruch für den Aus­bau der Bahn­stre­cke Lünen – Müns­ter mar­kier­te im Mai einen Mei­len­stein in Sachen Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz. Denn mit dem Beschluss von Bund und Bahn zum Pla­nungs­start nahm die wich­ti­ge Infra­struk­tur­maß­nah­me die ent­schei­den­de Hür­de. Anfang Dezem­ber stan­den dann kon­kre­te Maß­nah­men für den Aus­bau der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le von Dort­mund über Müns­ter, Bre­men und Ham­burg bis nach Lübeck im Mit­tel­punkt eines Tref­fens der sechs Indus­trie- und Han­dels­kam­mern und ihrer Lan­des­ver­ei­ni­gun­gen mit Staats­se­kre­tä­rin Susan­ne Hen­ckel (Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Ver­kehr) in Münster.

„Ohne die Bahn sind die Ver­kehrs­pro­ble­me nicht zu bewäl­ti­gen“, schaut Karl-Fried­rich Ost­holt aus Wer­ne, Initia­tor und Motor des Bünd­nis­ses für den Stre­cken­aus­bau, auch vor dem Hin­ter­grund des Kli­ma­wan­dels und ‑Arten­schut­zes auf die schon vor­han­de­nen Kapa­zi­täts­gren­zen der Auto­bah­nen und die gene­rel­le Bedeu­tung der Schie­nen-Infra­struk­tur. Es geht weiter.

Mobi­li­tät, Kli­ma­schutz, Bil­dung sind Kern­the­men, die 2023 ganz oben auf der Wer­ne-Agen­da ste­hen dürf­ten. Hier gibt es kon­kre­te Mög­lich­kei­ten, steu­ernd ein­zu­grei­fen, und zwar nicht nur für Poli­tik und Ver­wal­tung. Denn kli­ma­scho­nen­de Anpas­sun­gen des inner­städ­ti­schen Ver­kehrs, durch ein funk­ti­ons­tüch­ti­ges Rad­we­ge­netz und Ver­bes­se­run­gen des ÖPNV, ste­hen eben­so zur Debat­te wie eine ver­stärk­te Nut­zung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien. Das braucht auf jeden Fall vie­le Mit­ma­cher, geht uns also alle an.

Beim The­ma Bil­dung ist schon vie­les da. Neue bezie­hungs­wei­se gut aus­ge­bau­te Schul­ge­bäu­de, Kin­der­ta­ges­stät­ten für den wach­sen­den Betreu­ungs­be­darf, Sekun­dar­schu­le, zwei Gym­na­si­en und eine gut aus­ge­stat­te­tes Berufs­kol­leg bil­den eine sta­bi­le Basis.

Finan­zi­el­le Groß­auf­ga­be in einer ohne­hin schon enorm schwie­ri­gen Haus­halts­la­ge der Stadt wird 2023 die Erwei­te­rung der Wie­ha­gen­schu­le sein. Es ist rich­tig, hier die Prio­ri­tä­ten zu set­zen. Neben den Räu­men, mei­ne ich, soll­te ange­sichts vie­ler Her­aus­for­de­run­gen wie Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on vor allem auch die Schul­so­zi­al­ar­beit kräf­tig mitwachsen.

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