Friseurmeisterin Katrin Stockhausen machte zwischenzeitlich einen Fensterverkauf. Am 1. März dürfen sie und ihre Kolleginnen wieder ihre Salons öffnen. Foto: Privat
Friseurmeisterin Katrin Stockhausen machte zwischenzeitlich einen Fensterverkauf. Am 1. März dürfen sie und ihre Kolleginnen wieder ihre Salons öffnen. Foto: Privat
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Werne. Die Friseure dürfen ab 1. März wieder öffnen und der Run auf die Termine ist in Werne wie überall riesengroß. „Das ging gestern Abend schon los, in einer Stunde sind allein 40 Mails eingegangen“, berichtete beispielsweise Jutta Jockenhövel von ihrem Salon am Donnerstag (11. Februar) gegenüber WERNEplus. Auch bei „Katrin Stockhausen hairstyle“ und „Coiffeur Baronesse“ stapeln sich die Anfragen.

Und auch am Donnerstagmorgen klingelte bei Jutta Jockenhövel das Telefon unentwegt, sammelten sich Anfragen auf dem Anrufbeantworter und trafen permanent neue Mails ein. Die Friseurmeisterin ist in diesen Tagen deshalb auch vormittags von 8.30 bis 12 Uhr im Geschäft, um die lange entbehrten Termine für Haarschnitt und Styling an die Kundschaft zu vergeben. „Wir kommen kaum nach und versuchen alles, um die Terminwünsche abzuarbeiten“, versicherte sie und bittet die Kunden gleichzeitig um Verständnis, wenn man vielleicht eine Woche warten müsse. Alle, die im Dezember Pech hatten und vor dem Lockdown keinen Termin mehr bekommen hatten, will sie zuerst berücksichtigen, ebenso viele Ältere, die sich beim Frisieren nicht selbst helfen können. Neukunden können dagegen zurzeit nicht angenommen werden.

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Katrin Stockhausen schaltet am Freitag (12. Februar) die Telefone frei, um Termine zu vergeben. „Bis dahin arbeiten wir Mail-Anfragen ab oder rufen die Kundinnen und Kunden an, deren Termin kurz vor dem zweiten Lockdown geplatzt waren“, verweist die Friseurmeisterin auf die Erfahrungen aus 2020, als der erste Lockdown endete. „Wir wollen es möglichst fair handhaben“, betont sie.

Auch Öykü Kekec, Inhaberin des Salons „Coiffeur Baronesse“, erhält seit Mittwoch permanent Terminanfragen ihrer Kundschaft. Um den Ansturm begegnen zu können, plant sie an den ersten drei oder vier Montagen – eigentlich der Ruhetag – regulär von 8.30 bis 18 Uhr zu öffnen. Die Friseurmeisterin spürt nach der Nachricht Zufriedenheit, bleibt aber auch skeptisch: „Ich kann noch gar nicht glauben, dass wir wieder öffnen dürfen. Ich fürchte auch einen dritten Lockdown“, sagt Kekec.

Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen fordert die Salons

Katrin Stockhausen erinnert daran, dass nun keine Alltagsmasken mehr beim Besuch des Salons reichen, sondern FFP2- oder sogenannte OP-Masken getragen werden müssen. Denn: Neben Schneiden, Föhnen und Frisieren erfordert die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen der Corona-Pandemie einen großen Aufwand für die Friseurmeisterinnen und ihr Teams.

„Da gibt es eine Menge zu stemmen“, sagt Jutta Jockenhövel und achtet akribisch auf die Sicherheitsmaßnahmen für Kundschaft und Mitarbeiterinnen. So arbeiten in zwei Schichten jeweils vier Friseurinnen, die sich beim Schichtwechsel auch nicht begegnen. Zehn Quadratmeter pro Kundenplatz, zwei Lüftungsgeräte, regelmäßiges Durchlüften und der Austausch der Frisierumhänge nach jedem Gebrauch sind grundsätzliche Standards, ebenso wie Handhygiene und das Desinfizieren der Kundenplätze. Ganz dringend bittet sie die Kunden, die sich eventuell krank fühlen, ihren Termin nicht wahrzunehmen. „Sie bekommen einen Ersatztermin“, versicherte sie. Dann sei man auf einem guten Weg, wenn der Salon wieder öffnet.

Die Erleichterung bei den Friseurmeisterinnen über den angekündigten Re-Start ist groß. „Wir haben auf jeden Fall wieder eine Perspektive. Ich hatte darauf gehofft und auch damit gerechnet“, berichtet Katrin Stockhausen. Sie sehe die Wiedereröffnung nicht als Geschenk an die Menschen, sondern als Maßnahme zur Eindämmung der Schwarzarbeit in diesem Handwerk. Es müsse jetzt weitergehen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Auf staatliche Unterstützungshilfen warte sie noch immer.

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