Sonntag, April 2, 2023

Pläne zur Renaturierung der Lippe sollen ab 2023 realisiert werden

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Berg­ka­men. Der Lip­pe­ver­band hat die Geneh­mi­gungs­un­ter­la­gen zur Plan­fest­stel­lung hin­sicht­lich der Umge­stal­tung der Lip­pe im Abschnitt I, in dem der Fluss auch durch Berg­ka­men fließt, bei der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg ein­ge­reicht. Jochen Bau­er, Pro­jekt­lei­ter beim Lip­pe­ver­band, berich­te­te in der Sit­zung des Aus­schus­ses für Umwelt und Kli­ma­schutz, dass die Pla­ner die Unter­la­gen im Dezem­ber ein­ge­reicht hat­ten. „Jetzt war­ten wir auf die Eröff­nung des Geneh­mi­gungs­ver­fah­rens“, sag­te Bauer.

Dass die Eröff­nung in der Tat noch aus­steht, bestä­tigt ein Spre­cher der Bezirks­re­gie­rung. „Der Antrag liegt vor und befin­det sich gera­de in der Prü­fung“, so der Spre­cher. „Aber es han­delt sich um ein rela­tiv gro­ßes Pro­jekt, wo man inten­siv ein­stei­gen muss. Da wer­den die Kol­le­gen im Vor­feld und beglei­tend den Kon­takt zum Lip­pe­ver­band und zu den beglei­ten­den Kom­mu­nen suchen.“ Wann das pas­siert, kann die Bezirks­re­gie­rung der­zeit noch nicht sagen. „Wie vie­les ande­re auch ist das durch Coro­na gehemmt“, erklärt der Spre­cher. Bespre­chun­gen sei­en zwar grund­sätz­lich per Video mög­lich – manch­mal sei die unmit­tel­ba­re Gesprächs­si­tua­ti­on aber wert­vol­ler. Letzt­lich gehe es um ein Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren, in dem die Bezirks­re­gie­rung einen Erör­te­rungs­ter­min ver­ein­ba­ren wol­le. „Da sind die Hand­brem­sen wegen der anhal­ten­den Pan­de­mie-Situa­ti­on etwas angezogen.“

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Der Lip­pe­ver­band hofft, das sag­te Bau­er wäh­rend der Aus­schuss­sit­zung in der Römer­berg­hal­le, den­noch, dass die Arbei­ten an der Umge­stal­tung der Lip­pe im drit­ten Quar­tal 2023 begin­nen kön­nen. „Dann wären wir Mit­te 2026 mit den Arbei­ten im ers­ten Abschnitt fer­tig – pünkt­lich zur Inter­na­tio­na­len Gar­ten­aus­stel­lung 2027.“

Bekannt­lich möch­te der Lip­pe­ver­band den Ver­lauf von West­fa­lens längs­tem Fluss im Rah­men des Pro­gramms „Leben­di­ge Lip­pe“ ver­le­gen und rena­tu­rie­ren. Durch die Ver­le­gung des Lip­pe­ver­laufs und die teil­wei­se Ver­fül­lung des alten Ver­laufs soll zum Bei­spiel eine Insel entstehen.

Im Bereich öst­lich der B233/Werner Stra­ße soll dazu bei­spiels­wei­se eine ein Kilo­me­ter lan­ge Lauf­ver­än­de­rung ent­ste­hen. Im  west­li­chen Bereich der B233 soll die Lip­pe einen etwa drei Kilo­me­ter län­ge­ren Ver­lauf bekom­men, auf bei­den Sei­ten plant der Lip­pe­ver­band die Soh­le des Flus­ses anzu­he­ben. „Das sorgt dafür, dass der Fluss bei Hoch­was­ser frü­her über die Ufer tre­ten kann“, erklär­te Bau­er. Das sei einer­seits öko­lo­gisch wert­voll für die Lip­peau­en, für die der Lip­pe­ver­band 80 bis 100 Tage Auen­ver­wäs­se­rung pro Jahr anstrebt, ande­rer­seits stär­ke es den dezen­tra­len Hoch­was­ser­schutz, weil das Was­ser eben in die Auen gelei­tet wer­de. Durch die Anhe­bung der Soh­le wer­de es auch zu einem Anstieg des Grund­was­sers kom­men. Sor­gen der Aus­schuss­mit­glie­der, dass es dadurch zu Aus­wa­schun­gen im Bereich der alten Depo­nie kom­men könn­te, zer­streu­te Bau­er. „Wenn durch Maß­nah­men das Grund­was­ser ansteigt, schaut man ganz genau hin“, beton­te der Pla­ner. „Die Unter­su­chun­gen zei­gen aber, dass es dadurch zu kei­nen Pro­ble­men kommt.“

Auch eine wei­te­re Sor­ge konn­te Bau­er den Aus­schuss­mit­glie­dern neh­men: „Wir wol­len die Men­schen nicht aus dem  Bereich aus­sper­ren“, sag­te er. „Wir wer­den uns Gedan­ken zur Besu­cher­len­kung machen und sie selbst auf den Weg brin­gen.“ Denk­bar sei zum Bei­spiel Ideen des Pro­jekts „Erleb­nis Lip­peaue“ der Natur­för­de­rungs­ge­sell­schaft (NFG) des Krei­ses Unna aufzugreifen.

Das näm­lich, berich­te­te Tho­mas Reich­ling, vom Berg­ka­me­ner Amt für Pla­nung, Tief­bau und Umwelt, hat die NFG gestoppt. „Die För­der­sum­me von 430.000 Euro war dar­an geknüpft, dass alle Maß­nah­men bis Sep­tem­ber die­sen Jah­res abge­schlos­sen sind“, erklär­te Reich­ling. Laut NFG sei das durch die Aus­wir­kun­gen der Coro­na­pan­de­mie nicht zu schaffen.

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