Der Baustart für das Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ ist jetzt erfolgt. Die Bagger rollen. Foto: Gaby Brüggemann
Der Baustart für das Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ ist jetzt erfolgt. Die Bagger rollen. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Die Bagger sind angerückt und bereiten dem Wohnprojekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ den Boden. Auf dem Grundstück an der Ecke Becklohhof/Tenhagenstraße entstehen auf 4.400 Quadratmeter Fläche 31 Wohnungen in vier Gebäuden. Voraussichtlich bis Ostern 2021 sollen die Tiefbauarbeiten des Werner Bauunternehmens Sievert beendet sein, sagte Andreas Drohmann, Mitbegründer des Mehrgenerationen-Projekts, jetzt auf Anfrage von WERNEplus.

Dafür werden erhebliche Erdbewegungen fällig. Denn neben einer großen Tiefgarage mit mehr als 20 Plätzen unter dem größten Haus wird auch Platz für Haustechnik und private Kellerräume der Bewohner geschaffen. Das kleinste Gebäude erhält wegen seiner Nähe zu den Linden nur eine Bodenplatte – auch um den alten Baumbestand der Lindenallee zu schonen.

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Läuft alles nach Plan, soll es im April mit dem Hochbau weitergehen, schilderte Drohmann. Bei der Auswahl der Firmen habe man lokale Firmen bevorzugt. Den Auftrag für die vier Gebäude in Holzrahmenbau übernimmt wegen des Umfangs der Baumaßnahme ein auswärtiges Fachunternehmen. Mit der Entscheidung für das Baumaterial Holz setzen die Mitglieder des Gemeinschaftsprojektes auf Nachhaltigkeit und Energieeinsparung. Verglichen mit dem Baustoff Beton werde so deutlich weniger CO2 freigesetzt, hieß es. Der ehrgeizige Energiestandard 40plus, der nur eine Stufe unter der Passivhaus-Bauweise liege, lasse sich mit Holz gut umsetzen, erläuterte Drohmann. Die Holzrahmen-Konstruktion sei beispielsweise nicht so dick wie gemauerte und mit viel Isoliermaterial versehene Wände. Dies spare auch Platz. Die Decken werden aus Massivholz bestehen und auch für Balkone und Laubengänge setzt man auf Holz. Für Stabilität sorgen Stützen aus Stahl.

Vorbereitende Arbeiten an dem Grundstück wie etwa notwendige Rodungen und der Beschnitt der geschützten Hecke erfolgten bereits im Frühjahr, sodass dem Baustart im Herbst nichts mehr im Wege stand. Foto: Gaby Brüggemann
Vorbereitende Arbeiten an dem Grundstück wie etwa notwendige Rodungen und der Beschnitt der geschützten Hecke erfolgten bereits im Frühjahr, sodass dem Baustart im Herbst nichts mehr im Wege stand. Foto: Gaby Brüggemann

Der 40plus-Standard wird ferner mit dem Einsatz von Photovoltaik, Pelletsheizung, Dreifach-Verglasung und ökologischen Dämmmaterialien erreicht. Die Kosten für die Heizenergie dürften sehr gering sein, betonte Drohmann.

Tatsächlich hatte man eigentlich schon im Januar/ Februar beginnen wollen. Dann habe es aber beim Abverkauf der Wohnungen eine Corona-Delle gegeben. „Da hat sich zwei Monate nichts getan, aber dann ging es richtig los“, hieß es. Eine verbindliche Finanzierung des Projekts ist in Zusammenarbeit mit einer Bank gesichert. Inzwischen sind bis auf zwei Wohnungen alle verkauft. Und auch für die beiden noch freien Einheiten gibt es ernsthafte Interessenten, glaubt Drohmann an baldige Abschlüsse. Die Eigentumswohnungen werden von den Besitzern selbst oder auch als Mietwohnung genutzt. Vorbereitende Arbeiten an dem Grundstück wie etwa notwendige Rodungen und der Beschnitt der geschützten Hecke erfolgten bereits im Frühjahr, sodass dem Baustart im Herbst nichts mehr im Wege stand.

In das Wohnprojekt an den Linden werden vorwiegend Singles und Paare einziehen. Das Altersspektrum reicht von Mitte 30 bis 70 Jahre, ein Schwerpunkt liege bei den 50-Jährigen, berichtete Andreas Drohmann. Beliebt waren vor allem Wohnungszuschnitte von 60 und 70 Quadratmetern Größe.

Die Freude über den Baustart wird bei den Beteiligten des Gemeinschaftsprojekts nur von der Corona-Pandemie etwas getrübt, denn weder die 14-tägigen Treffen der Beteiligten noch ein erster Spatenstich mit Gästen seien möglich, sagte Andreas Drohmann. Deshalb gebe es zur Zeit nur Zoom-Konferenzen. Die Kontakte untereinander funktionieren gleichwohl gut.

2016 hatte man sich auf den Weg gemacht, um die Idee des Gemeinsamen Wohnens in Werne umzusetzen. Dafür hat man baulich die Laubengänge, einen großen Gemeinschaftsraum und Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste gleich mit geplant. Kontakte und Miteinander nahmen von Anfang an bei der Planung einen wichtigen Part ein. „Das ist eine tolle Truppe“, freut sich Andreas Drohmann auf den Einzug, der – geht alles nach Zeitplan – im Frühjahr 2022 ansteht.

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