Dr. Constanze Döhrer, Joseph Funhoff und Raimund Happ (rechts) vom Heimatverein stellten die Bevölkerungslisten vor. Foto: Alexandra Prokofev
Dr. Constanze Döhrer, Joseph Funhoff und Raimund Happ (rechts) vom Heimatverein stellten die Bevölkerungslisten vor. Foto: Alexandra Prokofev
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Werne. Ist es möglich, dass der eigene Vorfahre Taglöhnerin der Dechaneistraße war? Ahnenforscher und Neugierige haben nun die Möglichkeit, alte Bevölkerungslisten im Internet einzusehen und ihren Stammbaum so leichter zurückzuverfolgen.

Auf der Internetseite des Heimatvereins können Interessierte unter dem Menüpunkt „Unser Verein“ und „Arbeitskreis Ahnen“ sämtliche Listen finden: darunter Volkszählungslisten aus dem Jahr 1810, 1840 und 1846. Auch eine Häuserliste aus dem Jahre 1777, auf der die Eigentümer der Häuser aufgelistet sind, ist dort veröffentlicht. „Früher gab es keine Straßennamen, die Häuser waren durchnummeriert“, sagt Raimund Happ vom Heimatverein Werne, der die Listen online gestellt hat. Auch die Kirchenbücher des Bistumsarchivs in Münster und das Personenstandsarchiv NRW aus Detmold sind nun online zugänglich.

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Die Informationen stammen aus Originalakten des Stadtarchivs, die der Ahnenforscher und stellvertrende Vorsitzende des Heimatvereins, Joseph Funhoff, für Laien leserlich gemacht hat. „Angefangen habe ich damit 1975, da saß ich schon vor diesem kleinen Gekrakel“, sagt er.  Die Originallisten sind in alter deutscher Handschrift geschrieben und für Bürger schwer lesbar. „Wenn man sich die Listen von 1840 und 1846 anschaut, kann man erkennen, wenn der Älteste aus der Familie nicht mehr da ist oder ein Kind in diesen sechs Jahren dazugekommen ist. Das ist eine kolossale Erleichterung für Ahnenforscher“, schwärmt Funhoff, der seine eigene Familiengeschichte bereits erforscht hat. Einen Blick wert seien laut der Heimatvereins-Vorsitzenden, Dr. Constanze Döhrer, auch die Berufsbezeichnungen, die in den Listen teilweise vermerkt sind. So gibt es den Schweinejungen, den Tagelöhner, den Stuhlmacher oder die Dienstmagd.

„Es ist so interessant, wie gemischt die Ahnenforschung ist. Auf einmal hat man russische oder französische Vorfahren“, begründet Döhrer ihr Interesse. Laut Funhoff sei bei jüngeren Leuten die Neugier an der Familiengeschichte in den letzten Jahren gewachsen. Vor allem wenn der Großvater oder die Großmutter verstirbt und die Familie im Nachlass Informationen findet, steige das Interesse, weitere Detektivarbeit zu leisten. „Viele, die vielleicht nicht ihr ganzes Leben in Werne verbracht haben, stellen sich irgendwann die Frage ‚Wo komme ich eigentlich her?‘“, so Funhoff.

Link zu den Listen: www.heimatverein-werne.de/arbeitskreis-ahnen.html

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