Donnerstag, Mai 26, 2022

Aus Geburtstagsgruß wurde größtes Reitsport-Event der Region

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Wer­ne. Inzwi­schen zäh­len die Rei­ter­ta­ge auch in ihrer 40. Auf­la­ge zu den größ­ten Pfer­de­sport­er­eig­nis­sen in West­fa­len. Immer­hin sind an den Wett­kampf­ta­gen vom 7. bis zum 18. April über 2.000 Pfer­de für ins­ge­amt fast 40 Prü­fun­gen angemeldet.

Die­se Bilanz stößt bei Lud­ger Grips­hö­ver auf beson­de­re Befrie­di­gung. Der heu­te 78 Jah­re alte  Seni­or erin­nert sich noch gut an die Ent­ste­hung der Tur­nier­ta­ge: „Wir woll­ten damals mei­nem Vater zu sei­nem 80. Geburts­tag eine beson­de­re Freu­de machen.“ Des­halb sei die Idee eines klei­nen Rei­ter­tref­fens ent­stan­den. Grips­hö­ver berich­tet: „Wir hat­ten damals 30 Sport­rei­ter ein­ge­la­den, von denen dann auch 28 kamen.“ Dass dar­aus vier Jahr­zehn­te spä­ter eine so gro­ße Ver­an­stal­tung ent­ste­hen wür­de, sei damals nicht vor­her­seh­bar gewesen.

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Über den Haupt­grund die­ses Erfolgs ist sich der pfer­de­be­geis­ter­te Wer­ner sicher: „Ohne die vie­len ehren­amt­li­chen Hel­fer könn­ten wir eine Ver­an­stal­tung in die­ser Grö­ßen­ord­nung über­haupt nicht auf die Bei­ne stel­len.“ Auch in die­sem Jahr sind wie­der rund 100 Mit­glie­der des Reit­ver­eins St. Georg mit von der Par­tie. So wich­tig die Spon­so­ren sei­en, ohne die­sen enga­gier­ten Hel­fer­stab wären die Rei­ter­ta­ge unmög­lich, gibt sich Grips­hö­ver überzeugt.

Wie hoch der Auf­wand ist, den die­se Hel­fer wuch­ten, wird im Gespräch mit Edith Ber­ger deut­lich. Wer die 85-jäh­ri­ge Gran­de Dame des Hel­fer­stabs wäh­rend der Rei­ter­ta­ge tref­fen will, muss sich vor­mit­tags auf den Weg in den „Auf­ent­halts­raum“ machen. Das sonst den Ver­eins­mit­glie­dern vor­be­hal­te­ne Rei­ter­stüb­chen mit Blick in die Hal­le ver­wan­delt sich in die­ser Zeit in einen Früh­stücks­buf­fet-Raum, der jedem Hotel zur Ehre gerei­chen wür­de. Hier kön­nen sich Teil­neh­mer und Hel­fer mit Kaf­fee ver­sor­gen oder das kom­plet­te Früh­stück einnehmen. 

Edith Ber­ger: „Das ist beson­ders für jene Teil­neh­mer wich­tig, die die Nacht bei ihren Pfer­den hier auf dem Hof ver­brin­gen.“ Jeden Mor­gen geben sich so um die 100 Rei­ter die Klin­ke in die Hand. Auf sie war­tet neben 140 kna­cki­gen Bröt­chen alles, was zu einem ordent­li­chen kräf­ti­gen Rei­ter­früh­stück gehört. 

Für die Orga­ni­sa­ti­on sind Edith Ber­ger und ihr ins­ge­samt drei­köp­fi­ges Team ver­ant­wort­lich. Die Gemein­schaft im Ver­ein und die Lie­be zum Pferd erhiel­ten sie jung, stellt die rüs­ti­ge Senio­rin fest. So wie ihr geht es vie­len der Hel­fer – und es gilt auch für jun­ge Leu­te. Ein Bei­spiel ist Car­la Wag­ner. Die 25-jäh­ri­ge Stu­den­tin der Wirt­schafts­psy­cho­lo­gie lebt erst seit drei Jah­ren in Wer­ne. Neben ihrem Stu­di­um arbei­tet sie als Teil­zeit­kraft im Stall und berei­tet die jun­gen Pfer­de. Doch jetzt wäh­rend der Tur­nier­ta­ge gehört sie zum Hel­fer­stab,  erle­digt jede Men­ge Mehr­ar­beit. Und auch Tier­arzt Dr. Micha­el Dah­l­kamp, der auf ein kur­zes Bröt­chen und einen Schluck Kaf­fee bei Edith Ber­ger und ihrem Team vor­bei­schaut, fühlt sich als akti­ver Rei­ter dem Tur­nier und dem Ver­ein nach vie­len Jah­ren der Zusam­men­ar­beit per­sön­lich verbunden.

Wer wäh­rend der Wett­kampf­ta­ge nach dem Par­cours­chef sucht, wird beim Auf­bau der Hin­der­nis­se fün­dig. Wer ihn nicht kennt, erkennt den Fach­mann für den Hin­der­nis­bau am Meter­stab in der Gesäß­ta­sche. Rai­ner Evelt ist ein Pfer­de­mann durch und durch. Obwohl er zusam­men mit sei­nem Team auch inter­na­tio­nal unter­wegs ist, gehö­ren die Len­kla­rer Reit­ta­ge zu sei­nen jähr­li­chen Pflichtterminen. 

Evelt ist der Sohn von Bern­hard Evelt, der schon damals mit von der Par­tie war, als die Idee für die ein­gangs erwähn­te Geburts­tags­über­ra­schung gebo­ren wur­de. Der Par­cours­bau­er, der haupt­be­ruf­lich bei der Stadt Lünen als Lei­ter der tech­ni­schen Betrie­be arbei­tet, berich­tet: „Ich habe schon als Jun­ge mei­nen inzwi­schen ver­stor­be­nen Vater nach Len­klar zum Tur­nier beglei­tet.“ Zu sei­nem Team gehö­ren noch Bernd Wind­mül­ler (Waltrop) und Vol­ker Wolf aus Güters­loh. Die bei­den wer­den aber erst im Lau­fe der Tur­nier­wo­che nach Len­klar kom­men. - hps -

Wie die ers­ten Tage bei Len­klar 2022 sport­lich lie­fen, lesen Sie am Mon­tag (11. April) bei WERNEplus.

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