Der Geschäftsführende Vorstand des TV Werne 03 e.V. v links Finanzwartin Katja Mertens, Sportwart Hubert Bußkamp, 2. Vorsitzender Markus Steinhoff, 1. Vorsitzender Mathias Reimann, Geschäftsführerin Sonja Blaha. Archivfoto TV Werne
Der Geschäftsführende Vorstand des TV Werne 03 e.V. mit (von links) Finanzwartin Katja Mertens, Sportwart Hubert Bußkamp, 2. Vorsitzender Markus Steinhoff, 1. Vorsitzender Mathias Reimann, Geschäftsführerin Sonja Blaha. Archivfoto TV Werne
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Werne. Es sollte eine Entlastung für treue Mitglieder sein. Der TV Werne 03 kündigte Mitte Dezember 2020 an, in den ersten drei Monaten des neuen Jahres keine Beiträge einzuziehen. Nun hat das Finanzamt diese Pläne ausgebremst. Der Turnverein informierte prompt seine Mitglieder.

Das zuständige Finanzamt Lüdinghausen fordert den Verein auf, diesen Beitragsverzicht rückgängig zu machen und den ersten Halbjahresbeitrag komplett einzuziehen. Ansonsten drohe der Entzug der Gemeinnützigkeit. Diese Nachricht ereilte den Vorstand umso überraschender, als er vorab den geplanten Beitragsverzicht von einer externen Steuerberatungskanzlei hat prüfen lassen.

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Als diese „grünes Licht“ gab, wurde ein entsprechender Vorstandsbeschluss gefasst und die Mitglieder informiert. Das Finanzamt bewertet den steuerrechtlichen Sachverhalt jedoch anders. Es vertritt die Auffassung, dass es den Vereinen satzungsrechtlich grundsätzlich nicht gestattet sei, auf Mitgliedsbeiträge zu verzichten, da diese einzig dafür da seien, den Vereinszweck zu fördern.

„Wir werden notgedrungen den kompletten Halbjahresbeitrag einziehen müssen“,

Mathias Reimann, Vorsitzender des TV Werne 03

„ Wir bedauern die Aufforderung des Finanzamtes zutiefst, doch unabhängig davon, ob die Rechtsauffassung des Finanzamtes richtig ist oder nicht, können wir das Risiko des Verlustes der Gemeinnützigkeit unseres Vereins nicht eingehen. Wir werden deshalb notgedrungen den kompletten Halbjahresbeitrag einziehen müssen“, erklärt der Vorsitzende Mathias Reimann. Er gibt jedoch zu bedenken, dass in Zeiten der Coronakrise aufgrund des flächendeckenden und über Monate andauernden Verbots einer sportlichen Vereinstätigkeit der Vereinszweck durch Mitgliedsbeiträge nicht habe gefördert werden können. Insoweit treffe die Rechtsauffassung des Finanzamtes sicherlich auf normale Zeiten zu, stößt aber, nach Auffassung des Vereins, in Zeiten der Pandemie auf Bedenken.

„ Insofern hätte sich der TV Werne mehr Flexibilität von der Finanzverwaltung gewünscht, denn alle Vereine kämpfen während der Coronakrise mit zunehmenden Mitgliederverlusten, insbesondere deshalb, weil monatelang in den Vereinen kein Sport mehr betrieben werden konnte und trotzdem Beitragszahlungen zu leisten waren“, so Mathias Reimann weiter.

Mit dem Beitragsverzicht wollte sich der Vorstand nicht nur bedanken, sondern auch eine weitere Bindung an den Verein erreichen. Diese wird jedoch nicht ewig dauern, wenn keine Gegenleistung durch die Vereine erbracht werden kann. Ohne Mitglieder keine Vereinstätigkeit, so der Vorsitzende abschließend.

Ein „Hintertürchen“ lässt der TV Werne 03 seinen Mitglieder noch offen. So können diese in einem Antwortschreiben ihre wirtschaftliche Notlage aufgrund der Covid-19-Pandemie erklären und den Vorstand bitten, vom Einzug des Mitgliedsbeitrages für Januar, Februar und März 2021 Abstand zu nehmen.

Eine von der WERNEplus-Redaktion angeforderte Stellungnahme der Finanzbehörde steht noch aus.

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