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Kreis Unna. Bis kommenden Dienstag, 15. Dezember, soll das Impfzentrum in der neuen Kreissporthalle in Unna aufgebaut sein, um mit den Impfungen beginnen zu können, sobald ein Impfstoff bereitgestellt werden kann. Das hat der Kreis Unna im Rahmen einer Pressekonferenz mitgeteilt. Insgesamt sind im Bundesland NRW 53 Impfzentren geplant.

„Der Kampf gegen die Corona-Pandemie hat für mich derzeit oberste Priorität, denn wir merken, dass wir den Zahlenwert, den wir erreichen wollten, bislang nicht erreicht haben“, stellte Landrat Mario Löhr gleich zu Beginn im Blick auf die unverändert hohen Infektionszahlen im Kreisgebiet fest.

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„Der Kampf gegen die Corona-Pandemie hat für mich derzeit oberste Priorität“, sagte Landrat Mario Löhr bei der Pressekonferenz am Mittwochnachmittag.

Schon seit Monaten befindet sich in einem Drittel der Kreissporthalle 1 das Testzentrum des Kreises, nun wird nebenan in der neuen Halle 2 das Impfzentrum entstehen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, gestern wurde die Halle komplett mit Holzböden ausgelegt, damit der Hallenboden durch die bevorstehenden Belastungen nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Geimpft werden soll nicht nur an der Platanenallee, sondern auch mobil, denn laut Löhr sollen die medizinischen Kräfte auch in Einrichtungen wie Altenheime geschickt werden, um Personen zu impfen, die nicht ins Zentrum kommen können.

Uwe Hasche, Gesundheitsdezernent beim Kreis Unna, informierte über den geplanten Zeitplan.

Startzeitpunkt für die ersten Impfungen noch offen

Die Kreissporthalle sei aufgrund der guten Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der rund 150 Parkplätze und wegen der modernen technischen Ausstattung schon zum Ende der ersten Phase der Pandemie favorisiert worden, teilte Gesundheitsdezernent Uwe Hasche mit. Die vom Land geforderte Fertigstellung zum 15. Dezember stehe nicht in Zusammenhang mit einer Bereitstellung eines ersten Impfstoffs. „Wir wissen jetzt noch nicht, wann es tatsächlich losgeht und in welcher Menge uns dann Impfstoff zur Verfügung steht. Fakt ist aber, dass wir drei Tage vorher eine Info bekommen sollen, wann es losgeht. Ob das noch im Dezember oder im Januar oder noch später sein wird, kann ich noch nicht beantworten“, so Hasche weiter.

Aufklärung der Bevölkerung vor dem Start der Impfungen

Dr. Prosper Rodewyk, Leiter der Bezirksstelle Dortmund der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), wurde live in den Konferenzraum hinzugeschaltet, um über medizinische Aspekte zu informieren. Er äußerte den Wunsch, dass die Bundesregierung Aufklärungsfilme im Vorabendprogramm zeigen lässt, mit denen viele der Fragen rund um die Impfungen beantwortet werden könnten. Die KVWL kümmert sich unter anderem darum, das Ärzte und medizinisches Fachpersonal für die Impfaufklärung und Durchführung der Impfungen zu organisieren. Bisher haben sich rund 500 Freiwillige, vor allen Dingen ehemalige Ärzte, im gesamten Bereich Westfalen-Lippe dafür gemeldet.

„Die Vorgabe ist, dass zuerst mobil in Heimen geimpft wird, sodass zunächst relativ viel Impfstoff nicht im Impfzentrum zur Verfügung stehen wird“, erklärte Rodewyk. Nach der aktuellen Argumentation soll in der Sporthalle dann zunächst die hochbetagte Bevölkerung geimpft werden. Auf den rund 1.600 Quadratmetern sollen fünf Impfstraßen entstehen.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Josef Merfels, sprach bei der Pressekonferenz von einer Mammutaufgabe, die auf den Kreis zukommt.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Josef Merfels, sprach bei der Pressekonferenz von einer Mammutaufgabe, die auf den Kreis und die KVWL zukomme. So müsse man sich nicht nur um die Einrichtung der Halle kümmern, sondern sich auch anderen Fragen stellen, denn bei den sensiblen Impfstoffen, die bei -70 Grad gelagert werden müssen, seien auch logistische Abläufe von entscheidender Bedeutung. Merfels sieht die Einrichtung des Imfzentrums dennoch optimistisch: „Im Moment sind wir bei den Vorbereitungen auf einem guten Weg, damit wir tatsächlich im Januar die ersten Impfungen durchführen können.“ Die Kosten für den Impfstoff, wird nach Informationen aus dem Kreishaus die Bundesregierung zu 100 Prozent übernehmen. Die Kosten für die Einrichtung des Impfzentrums wollen sich Bund und Land teilen.

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