Donnerstag, Mai 26, 2022

Heines „Matratzengruft“ wird bei Bücher Beckmann lebendig

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Wer­ne. Hein­rich Hei­ne muss­te die letz­ten neun Jah­re sei­nes Lebens, von 1848 bis 1856, bett­lä­ge­rig in Paris zubrin­gen, in sei­ner „Matrat­zen­gruft“, wie er es nann­te. Am Don­ners­tag, 5. Mai, ab 19.30 Uhr wird die­se durch eine Lesung bei Bücher Beck­mann wie­der lebendig.

Neun Jah­re, die ein­zig­ar­tig schreck­lich waren, aber eben auch ein­zig­ar­tig frucht­bar. Denn so groß das Leid auch war, das Hei­nes unheil­ba­re Krank­heit über ihn brach­te, so uner­träg­lich die Schmer­zen mit­un­ter waren – sein Geist blieb hell­wach. Der Kämp­fer Hei­ne beharr­te dar­auf, wei­ter zu leben, zu den­ken, zu spot­ten, zu zür­nen, zu lie­ben – und zu schrei­ben. So sind eini­ge sei­ner schöns­ten Tex­te in eben die­ser Lei­dens­zeit entstanden. 

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Und Hei­ne führ­te sein gesell­schaft­li­ches Leben, so gut es eben ging, wei­ter: Vie­le bedeu­ten­de Zeit­ge­nos­sen stat­te­ten ihm einen Besuch ab, um ihn, den berühm­ten Dich­ter, aus der Nähe zu sehen, mit ihm zu spre­chen und zu dis­ku­tie­ren. Eini­ge von ihnen schrie­ben spä­ter auf, in wel­cher Stim­mung sie den Dich­ter vor­fan­den, wel­che Gesprä­che sie über wel­che The­men mit ihm führten.

Aus die­sem rei­chen Fun­dus und natür­lich aus Hei­nes in die­ser Zeit ent­stan­de­nen Tex­ten selbst haben Anet­te Dau­gardt und Uwe Neu­mann eine sze­ni­sche Col­la­ge gemacht, die uns den Men­schen und den Künst­ler Hein­rich Hei­ne eben­so in sei­ner gan­zen Tra­gik wie auch Leben­dig­keit und Krea­ti­vi­tät auf beein­dru­cken­de, ja gera­de­zu ergrei­fen­de Art und Wei­se nahebringt.

Anet­te Dau­gardt insze­nier­te schon mit Uwe Neu­mann Orwells „1984“ bei Bücher Beck­mann. Foto: Privat

Die­ses über­aus gelun­ge­ne Pro­jekt wur­de auch auf CD ver­ewigt, die es auf die Hör­buch-Bes­ten­lis­te des HR schaff­te und dar­über hin­aus auf die Lon­g­list des Prei­ses der Deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik gesetzt wurde.

Freu­en Sie sich nun mit uns, die­ses Juwel der Klein­büh­nen­kunst end­lich live in Wer­ne erle­ben zu kön­nen, nach­dem Anet­te Dau­gardt und Uwe Neu­mann bereits vor zwei Jah­ren mit ihrer Insze­nie­rung von Orwells „1984“ ihr Publi­kum bei Bücher Beck­mann rest­los begeis­tern konn­ten, lädt Kunst­ver­eins­vor­sit­zen­der Huber­tus Water­hu­es herz­lich ein.

Ein­tritt: 15 Euro

Wei­te­re Infos: Bücher Beck­mann – Mag­da­le­nen­str. 2 – 59368 Wer­ne – Tel: 02389 2526 – info@buecher-beckmann.de

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