Der Multi-Touch-Tisch im neuen Bürgerraum wird unter die Lupe genommen. Foto: Wagner
Der Multi-Touch-Tisch im neuen Bürgerraum wird unter die Lupe genommen. Foto: Wagner
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Werne. Das Karl-Pollender-Stadtmuseum ist eigentlich immer einen Besuch wert. In den Ferien öffnet Leiterin Dr. Constanze Döhrer “ihr Reich” auch samstags von 10 bis 13 Uhr. Neuerdings lockt der neue interaktive Bürgerraum zusätzlich. Gemeinsam mit meinen Söhnen Timo (7) und Niko (5) nehme ich das Museum unter dem Gesichtspunkt “Kinderfreundlichkeit” unter die Lupe.

Der ehemalige Reallschullehrer Karl Pollender gründete es 1962. Zuhause war es im “Alten Amtshaus”, das ab 1977 – dem Jahr meiner Geburt – zu einem Stadtmuseum umgestaltet wurde. Leiterin wurde Heidelore Fertig-Möller, die 2016 in den Ruhestand gegangen ist und das Zepter an Dr. Döhrer weitergegeben hat.

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Selbst in Werne geboren, bin ich quasi mit dem Museum aufgewachsen und kam als Schüler der Wiehagenschule regelmäßig mit der dort präsentierten Sammlung zur Stadtgeschichte in Berührung. Die knartschenden Dielen, die Westfälische Stube und die ständig wechselnden Sonderausstellungen sind mir in bleibender Erinnerung geblieben. Wahrscheinlich weckten die Besuche auch mein Interesse und waren damit Grundstein für mein späteres Geschichtsstudium.

Eva Berger zeigt Niko und Timo das alte Buch im Bürgerraum. Foto: Wagner
Eva Berger zeigt Niko und Timo das alte Buch im Bürgerraum. Foto: Wagner

Als Redakteur freue ich mich seitdem immer, wenn ein Pressetermin im Museum ins E-Mail-Postfach flattert. Schaffe ich es auch, meine Kinder zu begeistern? Zunächst zeigt uns Mitarbeiterin Eva Berger mit viel Geduld den neuen Bürgerraum. Die Jungs interessieren sich für ein altes Buch mit den Namen der alten Werner Bürgerinnen und Bürger. “Stehe ich da auch drin”, will Niko wissen. Eva Berger muss schmunzeln.

Dann schnappen sich die Brüder die klassischen Kinderaufgaben. Sie müssen kleine Dinos und Mäuse suchen. Wir fangen im Keller an, wo eine Dauerausstellung zur Vor- und Frühgeschichte untergebracht ist. Hier findet Timo den ersten kleinen Dinosaurier. Das wird sofort auf dem Zettel markiert. Dann geht’s wieder hoch. Wir haben auf der knapp 1.000 m² Fläche ordentlich zu tun. Die Kinder entdecken neben den zu suchenden Objekten auch das Karussell oder die Mini-Eisenbahn, aber auch den alten Webstuhl sowie landwirtschaftliche Geräte und das Zimmer aus der Kaiserzeit. Ein paar Fetzen der Geschichte nehmen die beiden bereits auf, hoffe ich. Das reicht ja auch für den Anfang.

Timo und Niko (rechts) haben einen Dino gefunden und auf der Suche viel Interessantes über die Werner Stadtgeschichte erfahren. Foto: Wagner
Timo und Niko (rechts) haben einen Dino gefunden und auf der Suche viel Interessantes über die Werner Stadtgeschichte erfahren. Foto: Wagner

Auf dem Rückweg testen Niko und Timo noch den neuen Multi-Touch-Tisch im Bürgerraum. Zuviel Text, meinen beide selten einstimmig. Eva Berger zeigt ihnen dann schließlich die multimedialen Möglichkeiten, auf Entdeckungsreise zu gehen. Dafür leiht das Museum Smartphones zum Spielen und Informieren aus. “Werne im Mittelalter” für Kids heißt das Programm für Mädchen und Jungen bis zwölf Jahren. Timo versucht sich beim Memory. Das kann er. Aber auch beim Mittelalter-Quiz überrascht er mit vielen richtigen Antwort. Niko schaut sich derweil die alte Kanzel an und möchte am liebsten hoch.

Zur Belohnung dürfen sich die jungen Besucher noch ein Steinchen aussuchen. Für beide Jungs ist klar, dass das nicht ihr letzter Abstecher im Museum war. Vielleicht könne man hier ja auch mal Geburtstag feiern. Möglich ist das.

 

 

 

 

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