Donnerstag, August 11, 2022

Schlagerrevue in der Freilichtbühne Werne jubelnd beklatscht

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Wer­ne. Das Wet­ter war wie bestellt: ein lau­er Som­mer­abend mit ange­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren. „Stand so im Dreh­buch“, scherz­te Chris­toph Berg­mann, zwei­ter Vor­sit­zen­der der Frei­licht­büh­ne Wer­ne. Zufrie­den schau­te er über die voll besetz­ten Zuschau­er­rän­ge. Die zwei­te Schla­ger­re­vue in der Geschich­te der Büh­ne hat­te der Lai­en­spiel­schar ein aus­ver­kauf­tes Haus beschert.

Das sonst von Kin­dern domi­nier­te Publi­kum hat­te einen Alters­durch­schnitt, der ein­deu­tig über 18 Jah­ren lag. Alle gin­gen aber genau­so begeis­tert mit wie sonst die Klei­nen, als Berg­mann zu Beginn die gute Stim­mung wei­ter anheiz­te. Schon die ers­te Sze­ne weck­te Erin­ne­run­gen: Wis­sen­des Geläch­ter erscholl, als Vater Speng­ler (Chris­ti­an Neu­ge­bau­er) und Toch­ter Doro (Jani­ne Muhl­berg) einen der ers­ten Video­re­kor­der des Jahr­zehnts anzu­schlie­ßen versuchten.

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Ganz offen­sicht­lich hat­ten vie­le Zuschaue­rin­nen und Zuschau­ern ihre Jugend oder jun­ge Erwach­se­nen­zeit in jenem Jahr­zehnt ver­lebt, das der dies­jäh­ri­gen Schla­ger­pa­ra­de das Mot­to gelie­fert hat­te: Schla­ger, Stars und deut­sche Wel­le — die 80er-Show. „Und jetzt alle“, feu­er­te eine Zuschaue­rin ihre Sitz­nach­barn an, als Rol­li König, ali­as Thor­men Ehr­hardt in einer Par­odie von Roland Kai­ser, „Manch­mal möch­te ich schon mit dir“ anstimm­te. Prompt erklang der Refrain viel­stim­mig aus Hun­der­ten Keh­len. Und auch die Moves saßen wie damals.

Die Geschich­te knüpf­te an die ers­te Revue an, die 2018 insze­niert wor­den war: „Schla­ger lügen nicht“. Mit der Fort­set­zung hat­te die Büh­ne auf das bewähr­te Regie-Team gesetzt: Sabi­ne Ibra­him und Sarah Jane Jücker prä­sen­tier­ten auch die­ses Stück von Tho­mas Schiff­mann unter­halt­sam. Die Zeit­rei­se wur­de mit gut plat­zier­ten Details und lie­be­vol­ler Iro­nie umgesetzt. 

Lie­be­voll par­odier­te das Ensem­ble der Frei­licht­büh­ne Wer­ne die haa­ri­gen Marot­ten der 80er-Jah­re, Punk­fri­sur und Vokuhi­la. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

Im Fri­sör­sa­lon, wo Doro arbei­tet, ließ sich eine Kun­din die regen­bo­gen­far­be­ne Punk­fri­sur ondu­lie­ren und ein Kun­de die Vokuhi­la rich­ten. Auch die lang­stie­li­gen Rosen fehl­ten nicht, die im Fern­seh­klas­si­ker „Hit­pa­ra­de“ von ver­zück­ten Fans an den jewei­li­gen ver­ehr­ten Star über­reicht wur­den. Im Stück hieß der Dau­er­bren­ner „Schla­ger­pa­ra­de“ – die Lieb­lings­sen­dung von Doro und ihrer Mut­ter. Was die bei­den im holz­ver­klei­de­ten Röh­ren­fern­se­her sahen, wur­de fürs Publi­kum mit­ten im Büh­nen­rund präsentiert.

Wie schon beim ers­ten Mal bil­de­te der Plot im Wesent­li­chen den Auf­hän­ger für die eigent­li­chen Haupt­ak­teu­re, die Schla­ger von einst. Es war ein Wie­der­hö­ren mit bewähr­ten Klas­si­kern: „Hohe Ber­ge“, „Ich seh’ den Ster­nen­him­mel“ und „Da da da, ich lieb Dich nicht“, letz­te­res vor­ge­tra­gen als Streit­ge­spräch zwi­schen Doro und ihrem Freund Jür­gen (Maxi­mi­li­an Falkenberg). 

Wer ist hier der Mann? Auch wenn Papa Speng­ler sich noch so auf­plus­tert: Den neu­en Video­re­kor­der kann Doro bes­ser anschlie­ßen. Foto: Anke Bar­ba­ra Schwarze

Zwi­schen­durch dröhn­te — eine wei­te­re schö­ne Remi­nis­zenz — die Erken­nungs­me­lo­die von Dal­las durch die Frei­licht­büh­ne. Dar­stel­le­rin­nen und Dar­stel­ler zeig­ten sich durch die Bank gut auf­ge­legt und über­tru­gen ihre Spiel- und San­ges­freu­de auf ihre Zuschau­er. Die san­gen die Songs mal laut, mal lei­ser und vor sich hin­schun­kelnd mit. Und lach­ten laut­hals, als eine „tech­ni­sche Pan­ne“ den Play­back-Gesang des abge­half­ter­ten Schla­ger­sän­gers Rol­li König als sol­chen ent­larv­te. Der Auf­tritt — bes­ser gesagt: die Auf­fahrt — eines ech­ten Old­ti­mers zum Song „Ich will Spaß“ wur­de jubelnd beklatscht.

An klei­nen Sei­ten­hie­ben gegen die Rol­len­bil­der von Mann und Frau fehl­te es auch nicht. Wie ein gut ein­stu­dier­tes Kli­schee fläz­te sich Papa Speng­ler im Jog­ging­an­zug auf dem Sofa, wäh­rend die bügeln­de Gat­tin ihm aufs Stich­wort ein Bier brach­te – und den Herrn gleich dar­auf in Sachen Bil­dung eines Bes­se­ren belehrte.

Mehr Fotos von der Pre­mie­re fin­den Sie in unse­rer Bil­der­ga­le­rie.

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