Donnerstag, Mai 26, 2022

MSS ist zehn Jahre alt: Festakt zur „Erfolgsstory“ mit Ehrengästen

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Wer­ne. Erin­ne­run­gen an die Namens­ge­be­rin, Rück­blick auf die ers­te Deka­de und viel Musik – die Mar­ga-Spie­gel-Schu­le (MSS) fei­er­te ihren zehn­ten Geburts­tag mit einem kurz­wei­li­gen Fest­akt und vie­len Ehren­gäs­ten aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Gesellschaft.

Die Ver­an­stal­tung begann mit einer fet­zi­gen Tanz­ein­la­ge und der Vor­füh­rung des Image­films der Schu­le. Die Rede­bei­trä­ge wur­den umrahmt von zahl­rei­chen musi­ka­li­schen Auf­trit­ten. Höhe­punkt war das Lied „Unse­re Zeit“ von Pro­mi­se Osa­gie. Der ehe­ma­li­ge Schü­ler der Mar­ga-Spie­gel-Schu­le sang und rapp­te den Song für den run­den Geburts­tag, aber auch mit Blick auf die Kriegs­er­eig­nis­se in der Ukrai­ne. MSS-Lei­ter Huber­tus Stei­ner kün­dig­te die Welt­pre­mie­re an mit den Wor­ten: „Musi­ka­lisch lie­gen zwi­schen uns Wel­ten, aber die Lie­be zur Musik ver­bin­det uns.“

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Ohne­hin war Stei­ners Rede bemer­kens­wert. Er zitier­te aus dem vier­ten Buch von Namens­ge­be­rin Mar­ga Spie­gel, die bekannt­lich im Zwei­ten Welt­krieg von Bau­ern rund um Wer­ne vor den Nazis ver­steckt wur­de, weil sie Jüdin war. Stei­ner erin­ner­te an den Besuch der damals 101-jäh­ri­gen Spie­gel zur Schul­ein­wei­hung, der damals auch die ehe­ma­li­ge NRW-Minis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft bei­gewohnt hatte.

Schul­lei­ter Huber­tus Stei­ner ließ die ers­ten zehn Jah­re der MSS Revue pas­sie­ren. Foto: Wagner

Huber­tus Stei­ner dank­te der ers­ten Eltern­ge­nera­ti­on für ihren Mut und ihre Ent­schlos­sen­heit bei der Eta­blie­rung einer neu­en Schul­form in Wer­ne. Als Fak­tor zum Gelin­gen nann­te er auch sein jun­ges und inno­va­ti­ves Kol­le­gi­um, das ihn stolz mache. Auch Haus­meis­ter und Schul­se­kre­tä­rin­nen ver­gaß er nicht. „Unse­re Schu­le hält lan­ge alle Bil­dungs­chan­cen offen“, beton­te er und ver­wies dar­auf, dass 50 Pro­zent der MSS-Abschluss­klas­sen die Berech­ti­gung zum Besuch der gym­na­sia­len Ober­stu­fe errei­chen wür­den. Gleich­zei­tig kri­ti­sier­te er sinn­ge­mäß: „Aber Erfolg nur dar­an zu mes­sen, wie­vie­le spä­ter das Abitur schaf­fen, ist falsch. Bil­dung ist viel mehr.“

Der Schul­trä­ger ern­te­te von Stei­ner viel Wohl­wol­len, aber auch Kri­tik. Dabei spiel­te er auf die Pro­ble­me im Schul­ge­bäu­de bei gro­ßer Hit­ze an oder, dass die MSS die ein­zi­ge Schu­le in Wer­ne sei, deren Lehr­kräf­te Park­ge­büh­ren zahl­ten müss­ten und so die Stadt­kas­se füllten.

Die Schü­ler­spre­cher Samu­el Kleist, Nele Tolz und Flo­ren­ti­ne Thö­ne fan­den schö­ne Wor­te für ihre Schu­le und Lehr­kräf­te. Foto: Wagner

Bür­ger­meis­ter Lothar Christ sag­te: „Die Mar­ga-Spie­gel-Schu­le ist aus Wer­ne nicht mehr weg­zu­den­ken. Es ist von Anfang an eine Erfolgs­sto­ry gewe­sen.“ Er erin­ner­te auch an den gewon­ne­nen Kampf um den sechs­ten Zug im Jahr 2014 und kün­dig­te an, dass die Sekun­dar­schu­le dem­nächst am Gebäu­de den pas­sen­den Schrift­zug erhal­ten werde.

Als Ver­tre­ter der Eltern beschrieb Patrick Thies die MSS: „Wir haben uns gefragt, ist das die rich­ti­ge Schu­le für unser Kind? Nach einem Jahr kön­nen wir sagen, dass wir zufrie­den mit unse­rer Ent­schei­dung sind – und unse­re Toch­ter ist es auch. Und das ist das Wichtigste.“

Welt­pre­mie­re: Der ehe­ma­li­ge Schü­ler der Mar­ga-Spie­gel-Schu­le, Pro­mi­se Osa­gie, prä­sen­tier­te sei­nen neu­es­ten Song „Unse­re Zeit“. Foto: Wagner

Emo­tio­nal wur­de es bei der Rede der Schü­ler­spre­cher Samu­el Kleist, Nele Tolz und Flo­ren­ti­ne Thö­ne. „Die Leh­rer sind cool. Locker, aber auch mal streng – genau rich­tig. Wir haben eine schö­ne Schu­le“, waren sie sich einig. Dabei lief auch die eine oder ande­re Träne.

Durch das Pro­gramm führ­ten übri­gens Mar­ti­na Weh­mey­er, stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin der Sekun­dar­schu­le, und Zehnt­kläss­ler Phil­ipp Ebert, der dank sei­ner Schlag­fer­tig­keit oft die Lacher auf sei­ner Sei­te hat­te. Zusam­men mit der Co-Mode­ra­to­rin stell­te er anhand von Gegen­stän­den das Schul­mot­to „Mit­ein­an­der – Von­ein­an­der – Für­ein­an­der“ auf einem Tisch plas­tisch dar. 

Wei­te­re musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen, unter ande­rem von der Schul­band, begeis­ter­ten die Ehren­gäs­te. Foto: Wagner

Die Digi­ta­li­sie­rung an sei­ner Schu­le bezeich­ne­te Ebert als „reich­lich spät“. Den Wider­spruch in den ers­ten Rei­hen aus Poli­tik und Ver­wal­tung kon­ter­te er tro­cken: „Ja, es geht auch schlim­mer.“ Und auch vom „Hass­fach Coro­na“ habe er die Nase voll.

Zum Abschluss über­reich­te Mar­cel Dam­berg, Lei­ter des Anne-Frank-Gym­na­si­ums, im Namen aller Schul­lei­tun­gen in Wer­ne als Geburts­tags­ge­schenk einen Apfel­baum für den Gar­ten der Marga-Spiegel-Schule. 

Zahl­rei­che Gäs­te ver­folg­ten den Fest­akt in der Aula der Mar­ga-Spie­gel-Schu­le. Foto: Wagner

Danach war das Büf­fet eröff­net, das die neue Schü­ler­fir­ma der MSS vor­be­rei­tet hat­te und in der Men­sa anbot. 

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