Samstag, Dezember 3, 2022

Friedhofskultur im Wandel – Kirche beauftragt Fachbüro

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Wer­ne. „Nichts ist so bestän­dig wie der Wan­del“, zitiert der Kir­chen­vor­stand der katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­de St. Chris­to­pho­rus den grie­chi­sche Phi­lo­soph Hera­klit von Ephe­sus (535–475 v. Chr.) und nimmt in sei­ner Medi­en­mit­tei­lung die Ver­än­de­run­gen in der gesam­ten Bestat­tungs- und Trau­er­kul­tur in den Blick. 

Die Bestat­tungs­pra­xis befin­de sich gene­rell in einem tief­grei­fen­den Wan­del, eine Ent­wick­lung, die auch vor dem katho­li­schen Fried­hof an Süd­ring und Hor­ne­burg nicht halt mache. Jetzt wur­de ein Fach­bü­ro für eine zukunfts­si­che­re Fried­hofs­ge­stal­tung beauftragt.

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„Unter­schied­li­che Lebens­sti­le und gesell­schaft­li­che Bedürf­nis­se geben dem Fried­hofs­we­sen eine neue Prä­gung. Dem­ge­gen­über sind Fried­hö­fe und Grab­stät­ten kul­tur­his­to­ri­sche Orte der indi­vi­du­el­len und gesell­schaft­li­chen Erin­ne­rung. Für jeden sicht­bar meh­ren sich die Leer­stel­len zwi­schen den frü­her geschlos­se­nen Grab­fel­dern. Waren Urnen­grä­ber frü­her auf einem katho­li­schen Fried­hof eher die Aus­nah­me, machen sie heu­te mehr als die Hälf­te der Bestat­tungs­form aus, mit stei­gen­der Ten­denz“, beschreibt der Kir­chen­vor­stand den Staus quo.

Eine Ent­wick­lung, die Pfarr­de­chant Jür­gen Schä­fer auf Nach­fra­ge von WERN­Eplus für den Wer­ner Fried­hof bestä­tigt. „Es gibt hier bereits 17 ver­schie­de­ne Grab­for­men wie Erd­be­stat­tung, Urnen­grä­ber, anony­me Rasen­grä­ber oder auch die Bei­set­zung unter Rosen­stämm­chen“, schil­der­te er.

17 ver­schie­de­ne Grab­for­men gibt es auf dem Fried­hof in Wer­ne. Foto: Gaby Brüggemann

Beson­ders pfle­ge­freie Grab­stel­len und Urnen­be­stat­tun­gen, bei­spiels­wei­se auch Dop­pel-Urnen­grä­ber, sei­en heu­te beson­ders gefragt. Eine Ent­wick­lung, die den Flä­chen­be­darf maß­geb­lich verändere.

Das alles benö­ti­ge eine gute Pla­nung, damit grö­ße­re freie­re Flä­chen und pfle­ge­freie Grä­ber etwa einen Park­cha­rak­ter ent­wi­ckeln könn­ten. Der­lei Ver­än­de­run­gen sei­en jedoch lang­fris­tig, man müs­se mit einem Zeit­rah­men von 40 Jah­ren rech­nen, erläu­ter­te der Dechant.

Um der­lei Her­aus­for­de­run­gen zu begeg­nen, habe die Kir­chen­ge­mein­de ein bun­des­weit täti­ges Fach­bü­ro für Fried­hofs­pla­nung beauf­tragt, den katho­li­schen Fried­hof gemein­sam mit der Kir­chen­ge­mein­de zukunfts­si­cher zu über­pla­nen, infor­miert der Kir­chen­vor­stand fer­ner. Bege­hun­gen vor Ort, Video­kon­fe­ren­zen sowie ein umfang­rei­cher Daten­aus­tausch hät­ten bereits statt­ge­fun­den. Mit ers­ten Ergeb­nis­sen sei in den nächs­ten Wochen zu rechnen.

Die Stim­men von Hin­ter­blie­be­nen und Besu­chern wer­den gehört, die Din­ge wer­den alle berück­sich­tigt, doch bit­te die Kir­chen­ge­mein­de um Ver­ständ­nis, dass eini­ges nicht von heu­te auf Mor­gen zu rea­li­sie­ren sei. Des­halb sei­en im Zuge der Pla­nun­gen und deren Umset­zung auch Inte­rims­lö­sun­gen zu erwarten.

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