Mittwoch, Oktober 5, 2022

An(ge)dacht: Keine Angst vor dem Tod

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Wer­ne. Ges­tern schau­te ich noch in das strah­len­de Gesicht einer Arbeits­kol­le­gin, die von ihren Che­mo­the­ra­pien gekenn­zeich­net, beim Emp­fang unse­res Büro­ge­bäu­des stand. „Sie woll­te sich nicht ihre fröh­li­che Art durch die­se grau­sa­me Krank­heit neh­men las­sen“, war ihre Ant­wort auf mei­ne Fra­ge, wie es ihr geht.

Sofort viel mir die Mail vom Vor­tag ein, in der eine ver­zwei­fel­te Mut­ter zwei­er Kin­der davon berich­te­te, dass die Ärz­te bei ihr neue Tumo­re gefun­den haben. Zwei Schick­sa­le, die wie vie­le ande­re durch Krank­hei­ten mit dem Tod kon­fron­tiert wer­den. In den Coro­na­zei­ten ist das The­ma mehr in den Fokus gera­ten. Es gehör­te mit zu den Begrün­dun­gen der Maß­nah­men, um die Bevöl­ke­rung zum Ein­hal­ten der strik­ten Vor­ga­ben zu bewegen. 

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Eigent­lich wol­len Poli­tik und Wirt­schaft uns mit die­sem The­ma eher nicht kon­fron­tie­ren. Es ver­rin­gert die Kauf­lust und lässt uns eher depres­siv wer­den als zu Machern unse­rer Zukunft zu wer­den. Doch trotz­dem gehört die­ses The­ma zum Leben dazu. 

Mir kam ein Aus­spruch von Pau­lus aus der Bibel in den Sinn. Er sag­te in Phil­ip­per 1 Vers 21: „Denn für mich ist Chris­tus das Leben. Und des­halb ist sogar das Ster­ben für mich ein Gewinn.“ Wie kann Ster­ben ein Gewinn sein, frag­te ich mich. Selbst vie­le Chris­ten schei­nen mehr mit dem Leben auf die­ser Erde ver­wur­zelt zu sein, als sich freu­dig mit dem Tod zu beschäftigen. 

Da sieht es in vie­len Län­dern die­ser Welt anders aus, wo der Wech­sel des Glau­bens zu Mord­dro­hun­gen führt und den Aus­schluss aus der eige­nen Fami­lie bedeu­tet. Ich erin­ne­re mich an den Aus­spruch eines jun­gen Mäd­chens aus einem afri­ka­ni­schen Land, die bezeug­te, dass all ihr erfah­re­nes Leid sie nicht dazu brin­gen wird, sich wie­der von Jesus los­zu­sa­gen. Auch Pau­lus, der am Anfang sei­ner reli­giö­sen Kar­rie­re Chris­ten ins Gefäng­nis brach­te, ist die­sem Jesus begeg­net. Dies hat sein Leben auf den Kopf gestellt.

In unse­rem euro­päi­schen Kon­text gibt es zu vie­le Stim­men und Ablen­kun­gen, so dass wir uns oft die Stil­le zum Gebet mit Jesus nicht neh­men. Doch genau dar­in liegt der Schlüs­sel. Phil­ipp Micken­be­cker hat dies als krebs­kran­ker 23-Jäh­ri­ger in sei­nen Fil­men und Büchern deut­lich zum Aus­druck gebracht. Er hat­te kei­ne Angst vor dem Tod. Wann neh­men wir uns die Zeit dazu, dar­über nachzudenken?

Ein geseg­ne­tes Wochen­en­de wünscht

Frank Ulrich, Christ­li­che Gemein­de Werne

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