Ein Betrieb in Werne ist nach Ausstrahlung eines Berichts des ARD-Magazins Fakt offensichtlich in den Mittelpunkt staatsanwaltlicher Ermittlungen in Sachen Tierquälerei gerückt. Foto: Soko Tierschutz
Ein Betrieb in Werne ist nach Ausstrahlung eines Berichts des ARD-Magazins Fakt offensichtlich in den Mittelpunkt staatsanwaltlicher Ermittlungen in Sachen Tierquälerei gerückt. Foto: Soko Tierschutz
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Werne. Nach Recherchen des Vereins „Soko Tierschutz“ und der bundesweiten Ausstrahlung des Falls im ARD-Magazin Fakt um einen Tierschutzverstoß in einer Viehsammelstelle rückt ein Betrieb aus Werne offensichtlich in den Mittelpunkt staatsanwaltlicher Ermittlungen. Einer offiziellen Mitteilung der Polizei zufolge soll es sich dabei um die Fleischerei Mecke GmbH handeln.

In einer Medienmitteilung schreibt „Soko Tierschutz“, dass „Tiere die letzten Monate systematisch misshandelt“ wurden. Und weiter: „Arbeiter verprügeln bis auf die Knochen abgemagerte Tiere auf das brutalste und bis zur Bewusstlosigkeit, ein krankes Kalb wird getreten und an den Ohren herumgeschleift, Stromschläge werden illegal ausgeteilt, Kühe werden mit der Seilwinde bei vollem Bewusstsein umhergeschleift, und es besteht sogar der Verdacht auf Tierversuche, denn die Firma handelt scheinbar mit dem Blut der geschwächten Tiere“.

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Strafanzeige gegen den Betrieb und seine Beteiligten habe „Soko Tierschutz“ auch beim Jugendschutz gestellt. Denn: „Auf dem Material sieht man, dass Kinder regelmäßig sehen, wie Tiere verprügelt werden, und die Kinder sogar zur Tierquälerei angestiftet werden“, heißt es weiter.

Das Bildmaterial, das aus dem Zeitraum Mai bis Juli stamme, liegt auch dem ARD-Magazin Fakt vor. In der Ausstrahlung am Dienstag (27. Juli) äußerte sich Dr. Sylvia Heesen aus dem NRW-Landwirtschaftsministerium: „Ich kann mir die Bilder kaum anschauen. Das ist an Brutalität kaum zu überbieten.“

„Die Polizei hat sehr schnell und stark reagiert. So eine Reaktion erwarten wir uns auch von dem Landratsamt und der Politik, die bisher bei Tierschutzfällen Desinteresse zeigen“, wird Soko-Sprecher Friedrich Mülln zitiert.

Der Kreis Unna hat nach Abstimmung mit dem Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium sowie dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz am Freitagabend den an der Viehsammelstelle Beschäftigten einen weiteren Umgang mit den Tieren verboten. Bis auf Weiteres wird an dieser Sammelstelle nicht mehr mit Tieren gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund wertet das vorliegende Beweismaterial derzeit mit Unterstützung von Tierärzten des Veterinäramtes Unna aus. „Wir stehen noch relativ am Anfang. Es hat in der vergangen Woche Durchsuchungen in dem Betrieb als auch in den Privatwohnungen der Mitarbeiter der Zuliefererbetriebe gegeben, bei denen viel Material sichergestellt worden ist, welches nun ausgewertet werden muss“, so Staatsanwalt Henner Kruse.

Wir berichten an dieser Stelle weiter.

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