Petra Göbel, Leiterin der Abteilung Bauordnung und Denkmalpflege bei der Stadt Werne, machte sich gemeinsam mit Pater Romuald Hülsken und Bauleiter Heinz Üttermeier ein Bild vom aktuellen Stand. Foto: Stadt Werne
Petra Göbel, Leiterin der Abteilung Bauordnung und Denkmalpflege bei der Stadt Werne, machte sich gemeinsam mit Pater Romuald Hülsken und Bauleiter Heinz Üttermeier ein Bild vom aktuellen Stand. Foto: Stadt Werne
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Werne. Innen ist die Kirche des Kapuzinerklosters Werne derzeit kaum wiederzuerkennen. Arbeiter haben sie in eine Großbaustelle verwandelt: Baugerüste reichen bis zur Decke, sämtliches Inventar ist gut geschützt, einzelne Stücke wurden vorübergehend ausgelagert. Die Kapuziner sind froh über den bislang reibungslosen Ablauf der Renovierung. In Zeiten von Corona hätte das ambitionierte Projekt auch auf der Kippe stehen können.

Petra Göbel, Leiterin der Abteilung Bauordnung und Denkmalpflege bei der Stadt Werne, machte sich gemeinsam mit Pater Romuald Hülsken und Bauleiter Heinz Üttermeier ein Bild vom aktuellen Stand. „Uns fiel auf, dass die Kirche vergraut“, erklärte Hülsken, dass die durch Wärme und Ruß verschmutzten Wände den Anstoß für die Renovierung gaben. Erst 2008 sei der Innenraum zuletzt gestrichen worden, eine nicht ausreichende Belüftung habe man als Ursache festgestellt. „Auch das ist unter anderem eine Folge des Klimawandels: Die Luft hat heute viel mehr Feuchtigkeit als früher.“

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Mit dem Einbau der modernen Lüftungsanlage haben die Kapuziner eine Firma aus Süddeutschland beauftragt, die sich auf denkmalgeschützte Gebäude wie die Klosterkirche spezialisiert hat. „Außerdem werden Beleuchtung und Beschallung erneuert“, sagte Petra Göbel. „Dabei geht es auch darum, Energiekosten zu reduzieren und den Raum im Sinne des historischen Hintergrunds neu zu gestalten.“ Beim Innenanstrich arbeite man daher mit einer Expertin für Farbkonzepte zusammen. „Sie hat sich mehrfach in die Kirche gesetzt, um die Atmosphäre des Raumes aufzunehmen“, so Göbel. „Die Kirche wird am Ende insgesamt heller.“

Solche Details faszinieren auch Heinz Üttermeier. „Die grellen Farben Blau und Rot werden durch zurücknehmendes Gold und Silber ersetzt“, ergänzte er. Schon bei der Sanierung vor rund 40 Jahren, als die jetzt ausgediente Lichtanlage eingebaut wurde, hatte der Bauingenieur die Kapuziner mit seiner Fachkenntnis ehrenamtlich unterstützt. Jetzt ist Heinz Üttermeier im Ruhestand und kann sich dem Kapuzinerkloster noch intensiver widmen. „Ohne ihn würden wir ein solches Projekt nicht stemmen können“, sagte Pater Romuald Hülsken und lobte das Wirken aller Beteiligten. „Eine solche Renovierung ist ein dynamischer Prozess, bei dem wir ständig Neues gemeinsam überlegen und entwickeln.“ Für Petra Göbel gehört das Kapuzinerkloster zu den wichtigsten Orten der Stadt. „Ich schätze die Zusammenarbeit mit den Kapuzinern sehr und freue mich über jeden Schritt zum Erhalt dieses Denkmals.“

Der Zeitpunkt der Renovierung ist übrigens kein Zufall. Zum 350. Jubiläum der Grundsteinlegung des Klosters soll die Kirche wieder leuchten – Felix Genn, Bischof von Münster, hat seinen Besuch für die Feierlichkeiten im Juni 2021 bereits zugesagt. Die Arbeiten in der Kirche sollen aber bereits im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein.

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