Zu viele Bioabfälle im Restmüll – Kommt die Pflicht-Biotonne?

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Werne. Wie klappt es in Werne (und im Kreis Unna) eigentlich mit den Biotonnen und den Eigenkompostierern? Offensichtlich nicht wirklich gut. Denn tatsächlich wandern immer noch große Mengen kompostierbarer Stoffe aus privaten Haushalten in der Restmülltonne und werden in der Müllverbrennungsanlage (MVA) für teures Geld verbrannt.

Das berichtete der Pressesprecher der GWA Kreis Unna, Andreas Hellmich, am Dienstag (14. März 2023) im Betriebsausschuss des Kommunalbetriebs Werne (KBW). Seine Präsentation zum Thema „Bioabfälle richtig verwerten – Situation im Kreis Unna“ fand einen Tag später auch im Ausschuss für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz noch ordentlich Nachhall. Es gibt Handlungsbedarf in Werne und in anderen Kreiskommunen, heißt es in der Präsentation.

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Warum werden Bioabfälle in großer Menge mit dem Restmüll verbrannt?

In den Biotonnen finden sich Störstoffe, die dort nicht hinein gehören. Das führt mitunter zur Umdeklaration ganzer Fahrzeuge zu Restmüll.

Bioabfälle wandern direkt in die graue Tonne, weil eine Biotonne fehlt oder weil Eigenkompostierung zwar angemeldet, aber nicht fachgerecht ausgeführt wird.

Einfache Fehlbefüllung trotz vorhandener Biotonne. Die Gründe sind hier oftmals fehlende Information und Motivation oder Desinteresse.

Was sagen die Zahlen?

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes (Stand 07/2020) finden sich bundesweit knapp 40 Prozent nativ-organische Stoffe im Restmüll. Der Basiswert von 2022 für Werne liegt demnach bei 1.675 Tonnen/pro Abfuhr.

In der Stadt Werne (Stand 03/2023) gibt es 7.768 Grundstücke (gleich Wohngebäude) mit Restmülltonnen. Davon haben mit 3.889 Gebäuden – also ungefähr die Hälfte – keine Biotonne. Das entspricht wiederum der Eigenkompostierungsquote.

In der Praxis kompostiert ein Großteil der privaten Haushalte allerdings nur einen Teil der Bioabfälle. Erhebliche Mengen von Essensresten, Küchenabfällen oder Unkraut werden stattdessen mit dem Restmüll entsorgt.

Welche Folgen hat das?

Die Verwertungsmengen beim Bioabfall sind geringer als möglich und als gesetzlich vorgegeben. Es entstehen unnötige Mehrkosten durch die Bioabfall-Verbrennung. „Alibikompostierung“ geht zu Lasten der Umwelt und der Gebührenzahler; in der Regel also zu Lasten der richtig sortierenden privaten Haushalte.

Eigenkompostierung ja, aber richtig. Das fordert die GWA. Symbolbild: pixabay

Wie sind Bioabfälle richtig zu verwerten?

Im Sinne von Umweltschutz und Gebührengerechtigkeit setzt man bei der GWA deshalb auf die Kombination von Biotonne und Eigenkompostierung. Wie bisher: Eigenkompostierer können und solle Bioabfälle weiterhin selbst kompostieren. Neu: Dies muss fachgerecht geschehen und alle geeigneten Abfälle sind zu kompostieren. Der Kompost muss auf dem eigenen Grundstück eingesetzt werden.

Was ist zu tun?

Mit informellen Anschreiben an alle Eigentümer, die eine Restmülltonne aber keinen Biotonne auf ihren Grundstücken haben, soll Aufklärungsarbeit geleistet werden. Ein anderer Baustein sind Informationen über bessere Sortierqualitäten, die Vermeidung von Bioabfällen in den Restmülltonnen und fachgerechte Eigenkompostierung.

Die 80 Euro pro Biotonne und Jahr sollte jeder einsetzen, fand Adelheid Hauschopp-Francke (SPD). Die GWA habe eine neue Anlage, die sehr guten Kompost produziere und im Kompostierverfahren außerdem Energie gewinne. Zudem verringere sich so der Restmüll. Vor der Pflichtbiotonne habe man sich in Werne bisher gedrückt, kritisierte sie.

Dr. Eberhard Stroben (B´90/Die Grünen) setzte auf Aufklärung und Informationen: „Dafür müssen wir werben.“ Auch über Anreize für Eigentümer und weitere Abfuhrmöglichkeiten könne man nachdenken, ergänzte er. „Es gibt Aufklärungsbedarf“, bilanzierte schließlich der stellvertretende Vorsitzende Ferdinand Schulze Froning (CDU).

Die gesamte Präsentation der GWA findet sich im Bürgerinformationssystem (Sitzungskalender Betriebsausschuss KBW vom 14. März 2023).

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