Sonntag, Juni 4, 2023

Familienkonzert: Musikalische Zeitreise fasziniert junges Publikum

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Wer­ne. Mäd­chen kön­nen in der heu­ti­gen Zeit alles schaf­fen – und wer­den: Musi­ke­rin, Kom­po­nis­tin oder Diri­gen­tin. Das war die wich­tigs­te Bot­schaft beim Fami­li­en­kon­zert der Musik­freun­de, dem wie­der Klein und Groß lausch­ten, am ver­gan­ge­nen Sonn­tag (26.03.2023) in der Aula der Marga-Spiegel-Schule.

Das Ensem­ble „mini-musik – gro­ße Musik für klei­ne Men­schen” führ­te die Kleins­ten in die Welt der klas­si­schen Musik ein. Im Mit­tel­punkt der kurz­wei­li­gen Geschich­te stan­den die Geschwis­ter Fan­ny und Felix Mendelsohn. 

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Auf Yoga-Mat­ten vor der Büh­ne mach­ten die Mäd­chen und Jun­gen begeis­tert mit. Sie wur­den aktiv bei der Rei­se ins frü­he 19. Jahr­hun­dert, der soge­nann­ten Bie­der­mei­er­zeit, mit ein­ge­bun­den. Dort war die Musik von Johann Sebas­ti­an Bach ange­sagt, wäh­rend das Publi­kum auf Nach­fra­ge eher Micha­el Jack­son oder Depe­che Mode bevorzugt.

Zurück zur Geschich­te: Felix und Fan­ny sind dicke Freun­de. Obwohl sie Geschwis­ter sind. Kein Streit, kein Ärgern, kein Neid. Sie mögen sich ein­fach. „Ist das bei euch auch so?”, woll­te die Erzäh­le­rin auf der Büh­ne wis­sen. Ein lang­ge­zo­ge­nes „Nein!” sorg­te für das ers­te fröh­li­che Lachen – beson­ders bei den Eltern.

Spie­le­risch lern­ten die jun­gen Musik­freun­de das Geschwis­ter­paar Fan­ny und Felix Men­dels­ohn ken­nen. Foto: Wagner

Bei­de Spröss­lin­ge der Men­dels­ohns tur­nen gern im Gar­ten her­um, bei­de spie­len Kla­vier, bei­de lie­ben es, sich Musik aus­zu­den­ken. Ja, sie sind sogar ech­te Wunderkinder. 

Die Wer­ke von Felix Men­dels­ohn Bar­thol­dy, Fan­ny Hen­sel und Johann Sebas­ti­an Bach umrahm­ten den Hand­lungs­strang, in dem die Kin­der spie­le­risch den Unter­schied zwi­schen Kom­po­nie­ren und Impro­vi­sie­ren lern­ten, oder was eine Fuge ist. Sie erstaun­ten das Ensem­ble mit ihrem Wis­sen zu den drei Instru­men­ten Gei­ge, Cel­lo und Kla­vier – und erfuh­ren doch auch immer wie­der Neues.

Etwas erns­ter wur­den die Mie­nen der Klei­nen, als die Geschich­te von Felix und Fan­ny wei­ter­erzählt wur­de. Das Mäd­chen, von ihrem Bru­der auch lie­be­voll „Fen­chel” genannt, weil sie ihm mit dem gleich­na­mi­gen Tee ein­mal half, als er krank war, hat­te Pech. Sie durf­te ihre Lei­den­schaft für die Musik nicht aus­le­ben. „Mäd­chen durf­ten damals nicht auf der Büh­ne ste­hen und Musik zu ihrem Beruf machen.”

Als Felix Men­dels­ohn vor sei­ner ers­ten gro­ßen Bewäh­rungs­pro­be als Diri­gent stand, pack­te ihn das Lam­pen­fie­ber und er bekam Bauch­schmer­zen. Vor allem die klei­nen Mäd­chen im Publi­kum wünsch­ten sich sehr, dass nun Fan­ny an sei­ner Stel­le ein­sprin­gen wür­de. Doch die treue Schwes­ter koch­te ihrem Bru­der – na, klar – Fen­chel­tee, so dass er sei­nen Auf­tritt meis­ter­te und eine beein­dru­cken­de Welt­kar­rie­re startete.

Musi­ke­rin­nen und Erzäh­le­rin nah­men die Kin­der beim Fami­li­en­kon­zert mit auf eine Zeit­rei­se ins frü­he 19. Jahr­hun­dert. Foto: Wagner

Die Kom­po­si­tio­nen von Fan­ny „Fen­chel” Hen­sel – so hieß sie nach ihrer Hei­rat – ver­schwan­den erst ein­mal in der Schub­la­de. Die Wer­ke wur­den spä­ter ent­deckt, so dass die begab­te Musi­ke­rin lan­ge nach ihrem Tod erst zu Welt­ruhm gelangte.

Mit Stau­nen folg­ten die vie­len Mäd­chen und Jun­gen der kind­ge­rech­ten Ein­füh­rung in die klas­si­sche Musik und spar­ten nicht mit Applaus für das Quar­tett auf der Bühne.

Das Inter­es­se am von der Peter Pohl­mann Stif­tung ermög­lich­ten Fami­li­en­kon­zert war schon im Vor­feld rie­sen­groß. „Wir muss­ten noch meh­re­re Stüh­le dazu stel­len, damit auch alle Platz fin­den konn­ten”, berich­te­te Huber­tus Stei­ner, künst­le­ri­scher Lei­ter der Gesell­schaft der Musik­freun­de Wer­ne e.V.

Mehr Fotos zum Fami­li­en­kon­zert der Musik­freun­de fin­den Sie in unse­rer Bil­der­ga­le­rie.

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