Donnerstag, Dezember 8, 2022

Runder Tisch: Energiekrise im Kreis gemeinsam begegnen

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Kreis Unna. Gemein­sam mehr errei­chen: Das ist das Ziel des Run­den Tischs, den Land­rat Mario Löhr anläss­lich der sich zuspit­zen­den Ener­gie­kri­se ein­be­ru­fen hat. 

Schon das ers­te Tref­fen hat kon­kre­te Ergeb­nis­se erzielt – ver­bun­den mit dem star­ken Signal aller Betei­lig­ten, für Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt ein­zu­tre­ten, heißt es in der Medi­en­mit­tei­lung des Kreises.

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Um Seis­mo­graph der Kri­se im Kreis Unna sein zu kön­nen wur­den Ver­tre­ter von Hand­werk und Wirt­schafts­för­de­rung, Sport­ver­ei­nen und Wohl­fahrts­ver­bän­den, Woh­nungs­wirt­schaft und Kom­mu­nal­ver­sor­gern hin­zu gebe­ten. Sie sit­zen neben Akteu­ren von Arbeits­agen­tur, Job­cen­ter und Kreis­ver­wal­tung. Wei­te­re Akteu­re aus Gesell­schaft und Wirt­schaft sol­len dazustoßen.

„Wir müs­sen uns als so etwas wie die Küm­me­rer-Spit­ze ver­ste­hen“, sag­te Land­rat Mario Löhr, der die Initia­ti­ve ergrif­fen hat­te. Es gehe hier nicht um Poli­tik und schon gar nicht um Par­tei­po­li­tik, son­dern um Lösun­gen und kon­kre­te Hil­fen für unse­re Bürger/innen genau­so wie für Ehren­amt und Wirtschaft.

„Wir müs­sen uns als so etwas wie die Küm­me­rer-Spit­ze verstehen.“

Land­rat Mario Löhr

Wie wich­tig die Initia­ti­ve ist, zeig­ten Ein­drü­cke aus Gesell­schaft und Wirt­schaft. Ins­be­son­de­re in den sehr ener­gie­in­ten­si­ven Betrie­ben des Hand­werks, die durch Kün­di­gun­gen ihrer Ener­gie­lie­fer­ver­trä­ge gebe es gro­ße Sor­ge, die Pro­duk­ti­on im kom­men­den Jahr auf­recht erhal­ten zu kön­nen, berich­te­te etwa Vol­ker Stein für die Kreis­hand­wer­ker­schaft Hell­weg-Lip­pe. Sascha Dor­day, Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft Kreis Unna, warn­te vor einer Schlie­ßungs­wel­le auf­grund der Energiekrise. 

Klaus Stindt, Vor­sit­zen­der des Kreis­Sport­Bun­des Unna (KSB), strich die Belas­tun­gen für die ehren­amt­lich arbei­ten­den Ver­ei­ne her­aus: „Flücht­lings­kri­se und Coro­na-Kri­se, jetzt Ener­gie­kri­se – das ist eine ganz pre­kä­re Situa­ti­on für unse­re Ver­ei­ne“, sag­te er mit Ver­weis auf 100.000 Sportler/innen, die in 460 KSB- Ver­ei­nen orga­ni­siert sind. „Wenn sich bei einem ehren­amt­li­chen Sport­ver­ein die Ener­gie­kos­ten plötz­lich ver­drei­fa­chen, kön­nen die den Laden zu machen.“ 

Land­rat Mario Löhr warb für Zusam­men­halt und Soli­da­ri­tät in der Gesell­schaft. Wie das aus­se­hen kön­ne, zei­ge die Unnaer Kreis‑, Bau- und Sied­lungs­ge­sell­schaft mbH (UKBS), deren Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Löhr ist: Er und UKBS-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Fischer sen­de­ten das Ver­spre­chen aus, dass die UKBS als kom­mu­nal und sozi­al ori­en­tier­tes Woh­nungs­un­ter­neh­men kei­ne Kün­di­gun­gen auf­grund von Zah­lungs­ver­zug bei den Heiz­kos­ten­ab­rech­nun­gen vor­neh­men wer­de. Fischer beton­te, dass man gemein­sam nach Lösun­gen wie etwa Raten­zah­lun­gen suche. „Wich­tig ist, dass die Mieter/innen aktiv Kon­takt zur UKBS auf­neh­men, wenn Zah­lungs­pro­ble­me ent­ste­hen – per­sön­lich, schrift­lich oder telefonisch.“

Im Gespräch: Land­rat Mario Löhr unter ande­rem mit KSB-Chef Klaus Stindt. Foto: Alex­an­der Hei­ne – Kreis Unna

Zusam­men­halt und Solidarität

Die Bürgermeister/innen aller zehn Städ­te und Gemein­den hat­ten zuvor Unter­stüt­zung für die Initia­ti­ve signa­li­siert. So sol­len nie­der­schwel­li­ge und inter­dis­zi­pli­nä­re Bera­tungs­an­ge­bo­te geschaf­fen wer­den. Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter sowie Wohl­fahrts­ver­bän­de sag­ten ihre Koope­ra­ti­on zu. 

Zusam­men mit den Gemein­schafts­stadt­wer­ken Kamen, Bönen, Berg­ka­men sol­le sehr kurz­fris­tig ein Ange­bot geschaf­fen wer­den, das bes­ten­falls auf alle ande­ren Kreis­kom­mu­nen über­tra­gen wer­den kön­ne. Da wer­de es weni­ger um Ener­gie­be­ra­tung gehen, als viel­mehr um Hil­fen in kon­kre­ten Pro­blem­si­tua­tio­nen, so GSW-Geschäfts­füh­rer Jochen Baudrexl. „Gemein­sam kön­nen wir rich­tig gute Bera­tung auf den Weg brin­gen”, ver­wies Doro­thée Schack­mann als Ver­tre­te­rin der Arbeits­ge­mein­schaft Wohl­fahrt im Kreis Unna auf die erprob­te Bera­tungs­pra­xis der Verbände.

Dem Auf­takt­tref­fen des Run­den Tisches sol­len wei­te­re fol­gen. An NRW-Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst rich­te­te man einen Appell: „Machen Sie Ihren Ein­fluss auf die Bun­des­po­li­tik gel­tend, um schnel­le­re und umfäng­li­che­re Hil­fen ins­be­son­de­re für klein- und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men auf den Weg zu brin­gen“, heißt es in dem Papier, das zudem für För­der­pro­gram­me bezie­hungs­wei­se Hilfs­fonds für ehren­amt­lich orga­ni­sier­te Sport­ver­ei­ne wirbt. 

Und wei­ter: „Stat­ten Sie Ver­brau­cher­zen­tra­len und Wohl­fahrts­ver­bän­de mit zweck­ge­bun­de­nen Mit­teln aus, um den erwart­bar stei­gen­den Bedarf an Ener­gie- und Schul­den­be­ra­tung gerecht wer­den zu kön­nen.“ Auch die struk­tu­rel­le Unter­fi­nan­zie­rung der Kom­mu­nen müs­se end­lich gelöst wer­den, „damit Städ­te und Gemein­den der kom­mu­na­len Daseins­vor­sor­ge gerecht wer­den können.“

Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gne „#bes­ser­be­reit“

Der Kreis Unna ist Teil der regio­na­len Kam­pa­gne „#bes­ser­be­reit“. Das Ziel: Die Selbst­hil­fe­fä­hig­keit der Men­schen stär­ken, Ener­gie­not­la­gen ver­hin­dern, das Kri­sen­ma­nage­ment stär­ken – bes­ser bereit sein. Alle 53 Kom­mu­nen des Ruhr­ge­biets und der Regio­nal­ver­band Ruhr machen mit. Infos: www.besserbereit.ruhr

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