Dienstag, Februar 7, 2023

IHK-Gespräch: Gute Zahlen vom Ausbildungsmarkt in Werne

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Wer­ne. Zum tra­di­tio­nel­len Wirt­schafts­ge­spräch der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) in Wer­ne konn­ten am Mon­tag (28. Novem­ber 2022) Adel­heid Haus­chopp-Fran­cke, Geschäfts­füh­re­rin der RCS-Roh­stoff­ver­wer­tung und Con­tai­ner-Ser­vice GmbH, sowie Jan Höttcke, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Otto Höttcke GmbH & Co. KG, zahl­rei­che Gäs­te aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Wirt­schaft im Kol­ping­saal begrüßen. 

Bei­de Mit­glie­der der IHK-Voll­ver­samm­lung (VV) wur­de bei den VV-Wah­len im Okto­ber wie­der­ge­wählt und gehö­ren damit für fünf wei­te­re Jah­re dem regio­na­len Par­la­ment der Wirt­schaft an.

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Zusam­men eröff­ne­ten sie die Ver­an­stal­tung mit einem Rück­blick auf die wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen der ver­gan­ge­nen Mona­te. Der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del etwa, so führ­te Jan Höttcke aus, habe sich nach den mas­si­ven Ein­schrän­kun­gen in der Pan­de­mie kaum erho­len kön­nen, da die star­ke Infla­ti­on der­zeit die Kon­sum­stim­mung deut­lich dämp­fe. Hin­zu käme der Wett­be­werbs­druck durch den wach­sen­den Online­han­del. „Die Kun­den keh­ren in die Innen­städ­te zurück, die sta­tio­nä­ren Umsät­ze lie­gen aber weit unter dem Vor­kri­sen­ni­veau“, beton­te Höttcke und ver­wies zudem auf den Kon­junk­tur­be­richt der Ruhr-IHKs, der Ende Okto­ber vor­ge­stellt wur­de und am dem sich 700 Unter­neh­men mit ins­ge­samt 84.000 Beschäf­tig­ten beteiligten.

Der IHK-Kon­junk­tur­kli­ma­in­di­ka­tor, Grad­mes­ser für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, ist um 38 auf 77 Punk­te gefal­len. „Einen sol­chen Absturz des Geschäfts­kli­mas hat es seit dem Jahr 2003 nicht mehr gege­ben“, erläu­ter­te Höttcke mit Blick auf die sehr pes­si­mis­ti­sche Erwar­tungs­hal­tung vie­ler Unternehmen.

Inter­es­san­te Vor­trä­ge und Gesprä­che gab es beim IHK-Wirt­schafts­ge­spräch, das auch Bür­ger­meis­ter Lothar Christ (links) besuch­te. Foto: Ste­phan Schuetze

„Als größ­tes Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung wer­den erwar­tungs­ge­mäß in allen Bran­chen die gestie­ge­nen Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se genannt“, ergänz­te Adel­heid Haus­chopp-Fran­cke. Im Durch­schnitt wür­den 86 Pro­zent der Betrie­be dar­in ein Pro­blem sehen, in der Indus­trie sei­en es sogar 95 Pro­zent. Beson­ders die ener­gie- und roh­stoff­in­ten­si­ven Vor­leis­tungs­gü­ter­her­stel­ler spür­ten die Kos­ten­stei­ge­run­gen bei Gas, Öl und Strom. „Die Ent­wick­lun­gen der ver­gan­ge­nen Mona­te füh­ren uns schmerz­lich vor Augen, dass wir Ener­gie­si­cher­heit und Kli­ma­schutz zusam­men den­ken müs­sen“, so Hauschopp-Francke. 

Hier­an knüpf­te Wer­nes Bür­ger­meis­ter Lothar Christ in sei­nem Vor­trag naht­los an und sag­te: „Der Kli­ma­schutz und die damit ein­her­ge­hen­de Ener­gie­wen­de wir­ken sich direkt auf die Wirt­schafts­ak­teu­re vor Ort aus. Des­halb ist es gut, dass die Stadt Wer­ne und die Wer­ner Unter­neh­men mit viel­fäl­ti­gen Ideen wert­vol­le Bei­trä­ge zum Kli­ma­schutz und zur Nach­hal­tig­keit leis­ten. Durch einen inten­si­ven Aus­tausch und eine star­ke Ver­net­zung pro­fi­tie­ren alle Beteiligten.“ 

IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Schrei­ber ver­wies in sei­nem Vor­trag zunächst auf den Ter­min mit dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um am 1. Dezem­ber in Müns­ter, bei dem es um den Aus­bau der Nord-West-Schie­nen­ma­gis­tra­le gehe. Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung stel­le die ledig­lich ein­glei­si­ge Stre­cken­füh­rung auf einer Län­ge von 42 Kilo­me­tern zwi­schen Lünen/Dortmund und Müns­ter dar. „In den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren hat sich die Schie­nen­in­fra­struk­tur kaum wei­ter­ent­wi­ckelt, inso­fern herrscht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf beim Aus­bau“, so Schrei­ber, der zudem auf die posi­ti­ven Zah­len vom Aus­bil­dungs­markt einging. 

Zahl­rei­che Inter­es­sier­te aus Poli­tik und Wirt­schaft ver­folg­ten die Ver­an­stal­tung im Kol­ping­saal. Foto: Ste­phan Schuetze

Zum Stich­tag 31. Okto­ber 2022 wur­den für Wer­ne im lau­fen­den Jahr 113 neue Aus­bil­dungs­ver­trä­ge ver­zeich­net, was gegen­über dem Vor-Coro­na-Jahr 2019 (109) ein gutes Plus von 3,7 Pro­zent bedeu­tet. Ver­gli­chen mit 2021 (91) liegt der Zuwachs sogar bei 24,2 Prozent.

In der Fol­ge berich­te­te Schrei­ber auch über die Ergeb­nis­se der drei Ener­gie­gip­fel in Hamm sowie die Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung „Quo vadis, Ener­gie­ver­sor­gung“ in der IHK, wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen zu die­sem The­ma in Dort­mund und den Ener­gie­dia­log Kreis Unna am 17. Novem­ber in der Stadt­hal­le Kamen. „Nur gemein­sam kön­nen wir erfolg­reich sein“, sag­te Schrei­ber, der auch das Inno­va­ti­ons­po­ten­zi­al der IHK-Regi­on beton­te. Bes­tes Bei­spiel: die Was­ser­stoff­al­li­anz West­fa­len, die am 24. Novem­ber in der Zeche Zol­lern von Unnas Land­rat Mario Löhr, den Ober­bür­ger­meis­tern Tho­mas West­phal (Dort­mund) und Marc Her­ter sowie Ste­fan Schrei­ber auf den Weg gebracht wurde. 

Was­ser­stoff und Nachhaltigkeit

Mit die­sem State­ment berei­te­te er bereits den Boden für den Vor­trag von Nils Wei­se, Com­mer­cial Pro­ject Mana­ger Hydro­gen, RWE Gene­ra­ti­on SE, Essen. Wei­se zeigt das gro­ße Poten­zi­al der neu­en Tech­no­lo­gie auf und sag­te: „RWE sieht grü­nen Was­ser­stoff als wich­ti­gen Bau­stein für eine erfolg­rei­che Ener­gie­wen­de und möch­te daher Elek­tro­ly­se­pro­jek­te in den Kern­re­gio­nen vor­an­trei­ben. Wich­tig für den zügi­gen Hoch­lauf der Was­ser­stoff­wirt­schaft sind neben dem Enga­ge­ment der Was­ser­stoff­ak­teu­re die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen und För­der­me­cha­nis­men für Erzeu­ger, Ver­brau­cher und Infrastrukturbetreiber.“

Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Ent­wick­lun­gen gewinnt auch das The­ma Nach­hal­tig­keit immer mehr an Bedeu­tung. Die kom­ple­xen Anfor­de­run­gen und Facet­ten der Nach­hal­tig­keit für mit­tel­stän­di­sche Betrie­be sei­en zwar nicht immer ein­fach zu durch­schau­en, räum­te IHK-Ener­gie­ex­per­te Lukas Metz­ger in sei­ner Prä­sen­ta­ti­on ein und füg­te hin­zu: „Den­noch soll­ten auch die bren­nen­den Pro­ble­me der Ener­gie­preis­kri­se die regio­na­le Wirt­schaft nicht davon abhal­ten, zumin­dest einen Ein­stieg zu fin­den.“ Die IHK sei bereit, den Mit­glieds­un­ter­neh­men Ori­en­tie­rung und Unter­stüt­zung zu bieten. 

Ein Wer­ner Unter­neh­men, das in punk­to Nach­hal­tig­keit bereits eine Vor­bild­rol­le ein­nimmt, ist die Beck­mann-Flei­ge Hydrau­lik GmbH & Co. KG. Geschäfts­füh­rer Fried­helm Beck­mann-Flei­ge beton­te in sei­nem Vor­trag, wie sich Kos­ten durch Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz deut­lich redu­zie­ren las­sen. Gro­ße Ein­spa­run­gen resul­tie­ren in dem Maschi­nen­bau­un­ter­neh­men unter ande­rem aus der Nut­zung der Abwär­me aus einem Pumpenprüfstand.

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