Werne/Südkirchen. Frederik Kremer ist ein bekannter Radrennfahrer aus Südkirchen. Er fährt bereits seit seiner Jugend Straßenrennen für den RSC Werne. Jetzt versucht sich der 32-Jährige zusätzlich an einer neuen Herausforderung. Er nimmt am NRW-Cross-Cup teil und das mit bislang starken Resultaten.
Da die diesjährige Straßensaison coronabedingt verkürzt war, konnte Kremer nur acht Rennen auf seinem bevorzugten Untergrund absolvieren. Dafür lässt er es nun beim Cyclocross krachen. In dieser Disziplin des Radsports geht es auf stabileren, modifizierten Rennrädern mit stärkerem Reifenprofil querfeldein und auf unbefestigten Wegen zur Sache. Bei seinem ersten Rennen dieser Art wurde Kremer in Hürth 21. und ließ einen Tag später in Kleve als Sechster eine Top Ten-Platzierung folgen, mit der wohl niemand zu diesem frühen Zeitpunkt gerechnet hätte.
„Wenn ich nicht gestürzt wäre, hätte es eventuell sogar fürs Podium gereicht. Aber mein Lenker stand schief, nachdem ich in der letzten Runde in einen Busch getaucht bin. Zu dem Zeitpunkt war ich Vierter“, sagt Kremer, der sich aber auch über den sechsten Rang extrem gefreut hat. „Mir kam es entgegen, dass es geregnet hat. Außerdem war der Kurs nicht so laufintensiv. Für mich ist es besser, wenn es mehr um schnelles Radfahren und weniger um die technischen Aspekte geht.“
Beim Crossfahren handelt es sich um eine andere Belastung als auf der Straße. Die Rennen sind kürzer, dafür aber technisch anspruchsvoller. „Crossrennen haben eine viel höhere Intensität. Das sieht man auch an den Herzfrequenzdaten. Die sind konstant höher“, erklärt Kremer. „Momentan zahle ich schon noch Lehrgeld. Das Körperliche ist nicht das Problem, sondern die technischen Anforderungen sind neu für mich. Beim Abspringen, Schultern, Laufen und Aufspringen verliere ich noch viel Zeit zur Konkurrenz. Die Hindernisse sind auch ein Problem“, sagt Kremer. Ihm komme aber entgegen, dass er auch beim RSC schon viel im Gelände gefahren sei. Die Wettkampfsituation ist in dieser Form aber neu für den Bochumer Studenten.

Das bislang anspruchsvollste Rennen fand am Sonntag in Bonn statt. Der Rundkurs war sehr matschig mit einer längere Sand- und mehreren Laufpassagen. Mit dem 13. Platz war Kremer sehr zufrieden.
Die Saison des NRW-Cross-Cups hat insgesamt zehn Rennen. Die ersten drei davon verpasste Kremer zwar, aber aufgrund der guten Resultate aus den jüngsten drei Wettkämpfen befindet er sich aktuell auf dem zwölften Platz der Rangliste bei über 60 gewerteten Fahrern. „Ich stehe noch ganz am Anfang und schaue deswegen von Rennen zu Rennen. Ich freue mich immer, etwas dazuzulernen“, sagt Kremer. Jetzt folgen noch vier weitere Wettkämpfe bis Ende Januar. Der nächste davon ist in zwei Wochen in Dorsten mit den NRW-Meisterschaften. – Juri Kollhoff –