Claudia und Thorsten Bleckmann freuen sich mit Sohn Marius über den guten Verlauf der Spargelernte. Foto: Bleckmann
Claudia und Thorsten Bleckmann freuen sich mit Sohn Marius über den guten Verlauf der Spargelernte. Foto: Bleckmann
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Werne. Traditionell endet an Johannes (24. Juni) die Spargelsaison. Die Ernte des „königlichen Gemüses“ stand zu Beginn wegen der Corona-Pandemie unter keinem guten Stern. Doch gut drei Monate später ziehen die Spargelbetriebe in der Lippestadt eine durchweg positive Bilanz.

Als „chaotisch“ empfanden Claudia und Thorsten Bleckmann vom gleichnamigen Hof an der Wesseler Straße 6 die Situation nach dem Lockdown, der viele Fragen aufgeworfen hatte. Das Tauziehen um die ausländischen Erntehelfer habe ihn „kirre“ gemacht, berichtet Johannes Laurenz vom Hof Schulze Blasum in Stockum. Schließlich gab es aber „grünes Licht“ von der Bundesregierung für die Einreise der unverzichtbaren Kräfte.

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Bei beiden Höfen machte sich die zeitweise Schließung der Gastronomiebetriebe deutlich bemerkbar, werden hier doch fast die Hälfte der Umsätze generiert. „Die Kunden haben uns mit ihrem regionalen Einkauf toll unterstützt. Auch wenn es aufgrund der Hygienevorschriften mal etwas länger im Hofladen gedauert hat – gemeckert wurde nie. Wir sind sehr dankbar für dieses Vertrauen“, sagt Claudia Bleckmann. In der unsicheren Zeit habe sie existenzielle Sorgen um die Familie gehabt. Ihre Töchter Lisa und Caroline unterstützten ihre Eltern beim Schälen des Gemüses und sogar beim Verkauf.

Insgesamt halfen fünf ausländische sowie einige heimische Kräfte bei der Ernte auf den vier Hektar großen Feldern. „Wir haben die Arbeiter konsequent in Einzelzimmern untergebracht. Dadurch haben wir auf Einnahmen durch Vermietung verzichtet, denn die Sicherheit ging und geht vor“, erklärt Thorsten Bleckmann. Eine Kontrolle des Hygienekonzepts seitens des Regierungsbezirks verlief ohne Probleme und Beanstandungen.

14 Hektar werden auf dem Hof Schulze Blasum mit dem „königlichen Gemüse“ bewirtschaft. Über die gesamte Saison gesehen wurde Johannes Laurenz von 26 Erntehelfern unterstützt. „Sie kamen gemäß der Vorschriften in einer Stockumer Pension sowie in unseren Unterkünften in geringerer Belegung unter“, schildert er. Erstmals wagte Laurenz ein Experiment: Meterweise durften Interessierte ihren Spargel selbst stechen. „Das wurde sehr gut angenommen. Wir haben sicherliche neue Kunden gewonnen und auch mehr Akzeptanz für die Preisbildung erreicht, weil die Leute gesehen haben, welche Mühen mit der Ernte verbunden sind“, zieht Johannes Laurenz Bilanz.

50 Cent bis 1 Euro ist das Kilo Spargel in diesem Jahr teurer aufgrund der erschwerten Corona-Bedingungen. „Die Verbraucher haben das aber verstanden und es uns mit ihren Einkäufen leichter gemacht“, sagt Claudia Bleckmann. Nun biegt die Spargelsaison auf die Zielgerade ein und die heimischen Betriebe hoffen noch einmal auf reißenden Absatz. Der Hof Bleckmann öffnet morgen, Sonntag, letztmals 2020 mit Spargel im Angebot.

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