Stockumer. Der Stockumer Fußball ist untrennbar mit den Brüdern Kreienbaum verbunden. Nach Alois im Jahr 2017 ist nun auch Friedrich, besser bekannt als Friedel, Kreienbaum im Alter von 94 Jahren gestorben. Der SV Stockum trauert um sein verdientes Vereinsmitglied.
1947 hoben Friedel und Alois Kreienbaum zusammen mit 16 weiteren Gründungsmitgliedern den heutigen SV 47/63 Stockum aus der Taufe. DJK Grün-Weiß nannten die Stockumer Jungs, die aus der katholischen Jugend stammten, ihren Verein. Der Verband gab dem neuen Klub dann auch seinen Namen.
Einen eigenen Sportplatz besaßen die Stockumer zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Im Hammer Westen wurden die ersten „Heimspiele“ ausgetragen. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß machten sich die Fußballbegeisterten damals auf den Weg zum rund acht Kilometer weit entfernten Sportplatz.
Einmal stürzte Friedel Kreienbaum mit einem Teamkollegen auf dem Gepäckträger einen Bahndamm herunter. „Das Rad war kaputt. Wir marschierten dann in Fußballschuhen weiter. Am Platz angekommen, hatten wir keine Stollen mehr drunter“, erinnerte sich Kreienbaum vor fast 20 Jahren in einem Pressegespräch. Die Stockumer begannen die Partie in Unterzahl, gewannen am Ende aber dennoch. In der Jugendklasse Hamm holte der Stockumer Verein gleich den Titel. Friedel Kreienbaum erzählte einst: „Wir waren ein eingespielter Haufen. Bis zum Sonnenuntergang haben wir jeden Tag gespielt.“

Im Sommer 1950 war dann der Sportplatz in Stockum fertig – die Erfolgsgeschichte wurde fortgesetzt, erst als Spieler, dann als Funktionäre. Friedel Kreienbaum und sein Bruder Alois standen dem SV Stockum in den weiteren Jahrzehnten stets zur Seite. „Unser Herz wird immer am Verein hängen“, sagten sie damals im Interview.

Friedel Kreienbaum wurde 2023 noch für seine 75-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt. Im Oktober wäre er 95 Jahre alt geworden. Drei seiner Urenkel setzen das „fußballerische Erbe“ bei den Grün-Weißen fort, zwei in der C-Jugend und einer bei den E-Junioren.