Donnerstag, Mai 26, 2022

Rhythmische Sport-Gymnastik: Mehr als ein Hobby

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Wer­ne. Wenn Marie Brüm­mer und Jas­min Joost ihre Trai­nings­stun­den pro Woche zusam­men­rech­nen, über­trump­fen die bei­den Schü­le­rin­nen mit dem Ergeb­nis locker nahe­zu jeden Pro­fi aus der Fuß­ball-Bun­des­li­ga. Nicht umsonst gilt die rhyth­mi­sche Sport­gym­nas­tik als eine der anspruchs­volls­ten und trai­nings­in­ten­sivs­ten Sportarten.

Die Lei­den­schaft des Duos wird von den hohen Anfor­de­run­gen indes nicht beein­flusst. Vier Trai­nings­ein­hei­ten über jeweils rund vier Stun­den zei­gen, dass die gra­zi­le Sport­art mehr ist als ein Hob­by. Dies wird spä­tes­tens beim Besuch einer Trai­nings­ein­heit der bei­den Gym­nas­tin­nen deutlich.

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„Es geht schon in Rich­tung Leis­tungs­sport, aber es ist dazu auch ein Hob­by“, sagt Marie Brüm­mer. Die 15-Jäh­ri­ge hat diver­se Sport­ar­ten aus­pro­biert, bis sie dann in der Abtei­lung der Rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik im TV Wer­ne gelan­det ist. Das ist etwa sechs Jah­re her. Der Anfang in der zu dem Zeit­punkt noch recht neu­en Abtei­lung erfolg­te bei der Show­grup­pe, die sich damals unter ande­rem im Rah­men des Sport­balls der Stadt einem grö­ße­ren Publi­kum prä­sen­tier­te. Anschlie­ßend stieg die Schü­le­rin ins Wett­kampf­ge­sche­hen ein, wo sie schnell ers­te Erfol­ge ver­zeich­nen konnte.

Eine sport­li­che Vor­ge­schich­te bringt Jas­min Joost, die eigent­lich vom Bal­lett kommt, eben­falls mit. Seit dem fünf­ten Schul­jahr besu­chen die Mäd­chen gemein­sam eine Klas­se am Gym­na­si­um St. Chris­to­pho­rus. „Marie hat mir davon erzählt und dann bin ich mal mit zum Trai­ning gekom­men – und geblie­ben, weil es mir so viel Spaß macht“, berich­tet Joost. Die Nähe zum Bal­lett wird bei vie­len Prä­sen­ta­tio­nen deut­lich, ste­hen doch tän­ze­ri­sche und akro­ba­ti­sche Ele­men­te auch in der rhyth­mi­schen Sport­gym­nas­tik im Vordergrund.

Marie Brüm­mer (li.) und Jas­min Joost trai­nie­ren vier­mal die Woche. Die Rhyth­mi­sche Sport­gym­nas­tik beim TV Wer­ne hat es ihnen ange­tan. Foto: Volkmer

Vier Nach­mit­ta­ge in der Woche sind für den Lieb­lings­sport reser­viert. Zur Musik zu tan­zen und mit den Gerä­ten zu arbei­ten, hat es bei­den ange­tan. Bevor die Zehnt­kläss­le­rin­nen mit den Übun­gen anfan­gen, steht ein umfang­rei­ches Auf­wärm­pro­gramm auf dem Plan. Etwa eine Stun­de lang dau­ert die­ses Vor­spiel. „Das ist erfor­der­lich, denn es muss der gesam­te Kör­per auf­ge­wärmt wer­den, weil er bei den Übun­gen auch bean­sprucht wird. Sonst ist die Gefahr, sich etwas zu zer­ren, ein­fach zu groß“, sagt Brümmer.

Neben einem hohen Maß an Beweg­lich­keit und Akro­ba­tik spielt auch die Koor­di­na­ti­on eine wich­ti­ge Rol­le, ganz egal ob die Übun­gen mit Ball, Rei­fen, Seil, Keu­len oder Band statt­fin­den. Trotz des hohen Trai­nings­auf­wands für die wohl weib­lichs­te aller Sport­ar­ten haben die Gym­nas­tin­nen noch genü­gend Frei­zeit, um ande­ren Akti­vi­tä­ten nach­zu­ge­hen. „Wir haben ja noch ein paar freie Tage, an denen das dann geht“, sagen sie.

Das Duo star­tet seit die­sem Jahr in der Frei­en Wett­kampf­klas­se. Dabei möch­ten die Freun­din­nen auch blei­ben und gute Ergeb­nis­se bei den Wett­kämp­fen ihrer favo­ri­sier­ten Turn­sport­art bele­gen. Zum Gepäck gehö­ren dann nicht nur die Gerä­te für die unter­schied­li­chen Übun­gen, son­dern auch die glit­zern­den Out­fits. Die­se spe­zi­el­len Kunst­tur­nen-Tri­kots sind mit vie­len Stei­nen besetzt und nicht mal eben im Laden um die Ecke zu bekom­men. „In der Regel wer­den die­se extra nach unse­ren Maßen von einer Schnei­de­rin ange­fer­tigt“, berich­tet Joost. Rund 300 Euro müs­sen für ein sol­ches Uni­kat bezahlt werden.

Die bei­den Schü­le­rin­nen hof­fen, ihre Lieb­lings­sport­art auf dem jet­zi­gen hohen Niveau noch eini­ge Jah­re lang aus­üben zu kön­nen. Gut mög­lich, dass sie sich danach wei­ter­hin noch des Öfte­ren begeg­nen wer­den, denn bei­de haben schon seit lan­ger Zeit das Ziel, spä­ter ein­mal als Grund­schul­leh­re­rin­nen zu arbeiten.

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