Triathlon-Talent im Wartestand

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„Fördermöglichkeiten für den Triathlonsport habe ich im Blick“, sagte Franziska Moll im Rahmen der Verleihung der Sportplakette der Stadt Werne Anfang 2017. Etwas mehr als drei Jahre später besucht die 17-Jährige das Sport- und Tanzinternet in Essen und meistert so die Herausforderung, Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bringen. Die Corona-Krise bringt derzeit die Planungen und besonders den anvisierten Saisonhöhepunkt der jungen Wernerin gehörig durcheinander, wie sie vor einigen Tagen im Gespräch mit WERNEplus verriet.
Hallo Franziska, wo hältst du dich gerade auf?
Ich bin gerade bei meinen Eltern in Werne und komme gerade vom Training mit meinem Vater. Wir haben ein paar Tempoläufe absolviert. Elf Kilometer waren es am Ende. Natürlich ist auch das Städtische Gymnasium in Essen, das ich besuche, geschlossen. Die Schwimmbäder sind zu. Da bleibt nur Laufen und Radfahren mit meinem Bruder Patrick. Da kann ich mich gut in seinem Windschatten aufhalten (lacht).
Wie sahen deine Planungen aus, bevor der Virus auch das sportliche Leben fast komplett lahm gelegt hat?
Die Triathlon-Saison startet ja eigentlich so richtig erst im Sommer. Aber im Frühjahr sind immer die „Swim & Run“-Wettkämpfe, die nun alle leider abgesagt wurden. Auch das geplante Trainingslager auf Mallorca fand angesichts der Situation nicht statt. Im Mai stehen weitere kleinere Wettbewerbe auf dem Plan. Aktuell denke ich daran noch nicht. Man weiß halt nicht, gibt es eine Saison oder fällt alles aus.
Dein angepeilter Saisonhöhepunkt, das Multisportevent „Die Finals 2020“ an Rhein und Ruhr im Juni, sind verschoben worden. Die Triathlon-Verantwortlichen suchen einen Ersatztermin im August. Wie schätzt du die Lage ein?
16 Deutsche Meisterschaften in 19 Sportarten – das wäre ein toller Anlass, um wieder voll einzusteigen. Denn ich habe aufgrund von Kreislaufproblemen zwei Jahre lang keinen Wettkampf bestreiten können. Jetzt geht es mir aber wieder richtig gut. Die Vorbereitung lief richtig gut und ich war sehr optimistisch – bis die Corona-Krise kam. Das macht mich traurig. Jetzt heißt es warten und hoffen.
Wie sah dein Alltag im Internat vor den Einschränkungen aus?
Der Wechsel vom Anne-Frank-Gymnasium zum Internat nach Essen war die einzige Möglichkeit, den Triathlonsport leistungsorientiert zu betreiben, auch weil zu der Zeit kein Schwimmbad in Werne zur Verfügung stand. Ich war damals 14, natürlich hatten meine Eltern auch Bedenken. Ich musste schon einige Überzeugungsarbeit leisten. Ich gehe in Essen aber ganz normal zur Schule. Ich stehe aber schon um 5 Uhr auf, weil ich um halb sechs erst einmal schwimmen gehe. Danach habe ich bis 14 Uhr Schule, bevor das weitere Training startet. Besonders an das frühe Aufstehen musste ich mich gewöhnen.
Und dein Alltag, Stichwort Hobbys, unterscheidet sich schon gewaltig von Gleichaltrigen, oder?
Ja, das stimmt schon. Wenn andere sich mit Freunden treffen oder ins Kino gehen, stecke ich zurück. Aber seitdem ich das Internat besuche, ist es einfacher, weil hier alle auf den Leistungssport fokussiert sind.
Du startest für den SC Bayer 05 Uerdingen in Krefeld. Wie sind die Kontakte zu deinem Heimatverein?
Ich habe ein Zweitstartrecht für den TV Werne. Das ist mir auch wichtig, weil mir der Verein am Herzen liegt.
Letzte Frage zu deinen ganz großen Zielen: Iron-Man oder Olympia?
Iron-Man? Im Leben nicht, der Wettkampf geht ja so lange, rund neun Stunden. Ich bin immer in 70 Minuten mit der Triathlon-Sprintdistanz, also 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen, durch. Das gefällt mir besser. Die Olympischen Spiele sind für alle Leistungssportler ein Traum, dort einmal im Leben dabei zu sein.

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