Justyna und Andreas begleiteten Anne Kaffeekanne rennt beim Stadtlauf-Ersatz. Foto: Mertens
Justyna und Andreas begleiteten Anne Kaffeekanne rennt beim Stadtlauf-Ersatz. Foto: Mertens
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Anne-Kathrin Mertens, auch als “Anne Kaffeekanne rennt” in der Läuferszene bekannt, schreibt ab jetzt für WERNEplus über das Leben einer Lauf-Mutti. Und zwar schreibt sie so, wie sie spricht …

Stadtlauf Werne. Jedes Jahr ein festes „Muss“ bei mir. Was gibts Schöneres, als durch seine Heimatstadt zu laufen und anderen zu ermöglichen, mir dabei zuzusehen, wie ich Runde für Runde immer fertiger aussehe. Dieses Jahr, wegen, alle wissen´s, konnte der Lauf nicht offiziell stattfinden. Allerdings gab´s von der Stadt ein Angebot, die zehn Kilometer als „Partnerstadt-Lauf“ jeder für sich zu laufen. Und dabei machten insgesamt 72 LäufeInnen aus Werne und seinen Partnerstädten Walcz, Bailleul und Kyritz mit.

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Ich traf mich mit Justyna und Andreas und wir wollten gemeinsam locker die zehn Kilometer laufen. Andreas stand vor mir, das Trikot der Stadt Werne an und dran gepinnt … eine Startnummer vom Stadtlauf. „Wo ist deine Nummer, Anne?“. Ich hatte keine. Woher auch. Aber es gibt Menschen, die haben Ordner voll mit Urkunden und den Startnummern von Läufen, die sie geschafft haben, abgeheftet. Verrückt? Ne, machen ganz viele. Kann man später den Enkeln zeigen oder sich einfach freuen, was man alles so geschafft hat.

Also hatte Justyna noch eine Nummer von irgendeinem Stadtlauf Werne letztes Jahr ihrer Tochter Lilli für mich. Ok, heiß ich heute Lilli. Mit Startnummer kommt auch gleich mehr Wettkampfstimmung auf. Auch besseres Wetter als sonst beim Werner Stadtlauf. Keine Hitze, dafür herrlich frische Luft. Zum Laufen super. Eine passende Strecke hatten die zwei sich ausgedacht. Unter Läufern in Werne als „Windradrunde“ bekannt. Wind war auch genug da. Wir quasselten und liefen. Irgendwann linste Justyna auf ihre Uhr: „5:32 min pro Kilometer, so schnell!“

Ich so: „Ja, ist ja auch ein Wettkampf. Und sabbeln kannste noch – also hast du noch Puste.“ Die letzten zwei Kilometer gaben wir sogar noch richtig Gas: Endspurt wie es sich gehört. Leider war die Strecke nicht ganz zehn Kilometer und wir durften daher noch zweimal um „den Pudding“- also durch das Baugebiet rennen.

Da parkte ein Auto aus: „Halt, wir sind im Wettkampf – haben sie die Absperrung nicht gesehen?“… Im Endspurt vorbei an den (ok, imaginären) tausenden tobenden Fans. In der Dr.-Hövener-Straße aber standen wirklich zwei echte kleine Fans, Ella und Josefine, die sogar eine kleine Rassel aus einer Toilettenpapierrolle (hat ja jeder genug von momentan) gebastelt hatten. Justynas Tochter Lilli und noch eine süße kleine Maus feuerten uns an bis ins Ziel und wir freuten uns wie kleine Kinder beim Bambinilauf. Schön war es- auch mal wieder Wettkampfluft zu erahnen. Das fehlt uns schon. Wir hoffen, dass wir bald wieder richtig an der Startlinie stehen dürfen – mit im Arm-Liegen im Ziel.

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