Der SV Herbern hat in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, den Rasenplatz an der Werner Straße aufzugeben. Foto: Isabel Schütte
Der SV Herbern hat in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, den Rasenplatz an der Werner Straße aufzugeben. Foto: Isabel Schütte
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Herbern. Soll der SV Herbern seinen Sportplatz und dem dazugehörigem Vereinsheim an der Werner Straße behalten oder möchte man etwas neues in Angriff nehmen und die Sportanlage am Siepen vergrößern? Am Sonntag, 27. September, haben sich die Vereinsmitglieder im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit 101 von 105 Stimmen für die Umlagerung der Sportstätte ausgesprochen.

Der erste Vorsitzende des Vereins, Jürgen Steffen, moderierte am Sonntagvormittag am Vereinsheim an der Werner Straße durch die Veranstaltung, die eigentlich schon im März stattfinden sollte.

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„Der Platz hier ist toll, keine Frage“, sagte Steffen. Vor genau 71 Jahren wurde der Sportplatz an der Werner Straße eingeweiht. Viele Meisterschaften und Aufstiege sind hier gefeiert worden. Die Geschichte ist einzigartig, die Zuschauer stehen direkt am Platz und die Atmosphäre ist unbeschreiblich. Viel Herzblut und Eigenleitung steckten die Mitglieder in den Bau des Sportplatz und des Vereinsheims. Nach sieben Jahrzehnten hat sich auch die Zeit geändert. Der demographische Wandel ist beim Sportverein sichtbar geworden und die Kosten für die Unterhaltung von zwei Sportstätten steigen stetig. „Der Stromverbrauch beim Flutlicht ist hier sehr hoch und die alte Heizungstechnik wird durch die Gemeinde nicht mehr unterstützt“, betont Steffen. Auch ist keine automatische Bewässerung am Sportplatz vorhanden. Hier ist die Versorgung nur durch Trinkwasser gegeben und das ist richtig teuer. Der Vorsitzende gibt zu Bedenken, dass Kosten bis zu 4.000 Euro für die Bewässerung des Rasenplatzes sind hier nicht unüblich sind.

Weitere Argumente für einen Standortwechsel sind: die katastrophale Parkplatzsituation. Ebenfalls gibt es zu wenig Umkleidekabinen, deshalb sind keine Vorspiele bei Landesligaspielen möglich. Geschlechtertrennung bei den Kabinen sind auch nicht gegeben. Der Vorsitzende weiß, wie viel Arbeit und Logistikaufwand dahinter steht, wenn oben Veranstaltungen stattfinden und alles vom Siepen zur Werner Straße transportiert werden muss.

Die Vorstellungen für das neue Sportzentrum am Siepen sind bisher noch Visionen. Der Vorsitzende betont, dass diesbezüglich noch keine Gespräche mit der Gemeinde stattgefunden haben und er auch kein Sportstättenplaner sei. „Wir als Verein müssen erst einmal auf die Gemeinde zugehen und sagen, dass wir diesen Schritt machen wollen. Ansonsten bleibt alles, so wie es ist.“

Anhand einer Fotocollage erklärte Steffen, wie man sich die Sportstätte in der Zukunft vorstellt. Vier Fußballplätze (Kunstrasen, Rasenplatz sowie zwei kleine Trainingsplätze), eine Tribüne die von beiden Seiten aus nutzbar ist, ein zweites Sportheim im Hinblick auf die Erweiterung der Umkleidekabinen, eine Bewegungshalle von ca. 100 Quadratmetern sowie neue Parkflächen stehen hier auf der Agenda.

Mit der Neugestaltung wäre man auf einen Standort zentralisiert. Rad- und Laufsport, Tennis und Fußball sind dann an einem Ort und man könnte durch die energetische Ausrichtung mit einer modernen Heiztechnik, Photovoltaik auf den Umkleiden Kosten einsparen. „Aber natürlich ist nichts in Stein gemeißelt, für die Planungen müssen Fachleute ans Werk. Das ist klar“, stellt Steffen fest. Die Kosten von rund drei Millionen Euro würde durch durch das Sportstättenkonzept des Landes NRW sowie der Gemeinde Ascheberg getragen. Dem SVH würden keine Kosten entstehen.

Die Abstimmung verlief eindeutig. 101 Stimmen waren dafür, drei dagegen und ein Mitglied hat sich enthalten. Die Vereinsführung ist froh, dass man mit diesem Ergebnis den ersten Schritt in die neue Richtung gehen kann.

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