Freitag, März 24, 2023

Umfrage zeigt: Fachkräfte und Gewerbeflächen sind Mangelware

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Wer­ne. Mit den Fak­to­ren Ver­kehrs­an­bin­dung, Schul­an­ge­bo­te, Lebens­qua­li­tät und Gesamt­zu­frie­den­heit kann der Wirt­schafts­stand­ort Wer­ne punk­ten. Das lässt sich aus den Ergeb­nis­sen einer Unter­neh­mens­be­fra­gung able­sen, die die Wirt­schafts­för­de­rung (WF) der Stadt im Okto­ber und Novem­ber 2021 durch­ge­führt hatte. 

Die Fra­ge­bö­gen wur­den 248 Unter­neh­men geschickt, der Rück­lauf lag bei 74 Ant­wor­ten (knapp 30 Pro­zent), berich­te­te Wirt­schafts­för­de­rer Mat­thi­as Stil­ler am Diens­tag, 8. März 2022, im Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung (ASPW). Für eine nament­li­chen Betei­li­gung der Unter­neh­men sei dies ein ordent­li­cher Rück­lauf, erklär­te er.

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Die Zufrie­den­heit mit der Breit­band­an­bin­dung und dem Ser­vice der Stadt­ver­al­tung wur­de in der Umfra­ge mit­tel­präch­tig beur­teilt. Anders sieht es dage­gen bei der Ver­füg­bar­keit von qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten, von Gewer­be­flä­chen und ‑immo­bi­li­en sowie von Wohn­raum aus. Hier schätz­ten die Betrie­be die Situa­ti­on bes­ten­falls gemischt, eher schlecht oder sehr schlecht ein. Bei den Gewer­be­flä­chen und Woh­nungs­an­ge­bot spielt das Preis­ni­veau wich­ti­ge Rolle.

Mit­tel­stän­di­scher Produktionsstandort

24 Pro­zent der befrag­ten Betrie­ben sind dem Bereich Indus­trie zuzu­ord­nen, 20 Pro­zent dem Hand­werk. Einen klei­ne­ren Teil näh­men in dem Bran­chen-Mix Logis­tik und Dienst­leis­tun­gen ein, so Stil­ler. „Wer­ne ist ein mit­tel­stän­di­scher Pro­duk­ti­ons­stand­ort, der boomt“, sieht der Wirt­schafts­för­de­rer der Stadt eine gute Wirt­schafts­la­ge. Auch ein „Coro­na-Knick“ kön­ne man trotz eini­ger Aus­nah­men kaum zu erken­nen, äußer­te er gegen­über WERNEplus.

Wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung und Arbeitskräftebedarf

Die Erwar­tun­gen der Fir­men­len­ker an die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ihrer Betrie­be in den fol­gen­den sechs Mona­ten waren im Herbst ein­deu­tig: 27 Pro­zent erwar­te­ten eine Ver­bes­se­rung und 59 Pro­zent eine gleich­blei­ben­de Ent­wick­lung. 14 Pro­zent befürch­te­ten eine Ver­schlech­te­rung. Sor­gen berei­ten den Unter­neh­men der Fach­kräf­te­man­gel und Lie­fer­eng­päs­se. Ver­gli­chen mit den Umfra­ge­wer­ten von 2014 sei hier eine deut­lich schlech­te­re Beur­tei­lung zu erken­nen. Für die kom­men­den zwölf Mona­te, so gaben es 57 Betrie­be (79 Pro­zent) der ant­wor­ten­den Unter­neh­men an, rech­ne­ten sie mit wei­te­rem Bedarf an Arbeits­kräf­ten. 85 Pro­zent von ihnen signa­li­sier­ten, dass sie Pro­ble­me bei den Stel­len­be­set­zun­gen erwarten.

Bedarf an Gewerbeflächen

Ange­bot und Nach­fra­ge klaf­fen hier aus­ein­an­der. 22 (30 Pro­zent) der befrag­ten Unter­neh­men wol­len ihre Stand­or­te inner­halb der nächs­ten vier Jah­re erwei­tern. 15 haben Grund­stücks­be­darf, 16 benö­ti­gen eine Immo­bi­lie (Mehr­fach­nen­nun­gen mög­lich). Soll­ten sich die Bedar­fe hier nicht erfül­len las­sen, hal­ten neun Fir­men (Flä­che) und elf Fir­men (Immo­bi­li­en) eine Abwan­de­rung für erfor­der­lich. 52 Betrie­be hin­ge­gen ver­nein­ten Flä­chen­be­darf und 47 Gebäu­de­be­darf. Ins­ge­samt liegt der Flä­chen­be­darf bei 31 Hekt­ar. Neue Plä­ne für ein Gewer­be­ge­biet wer­de man in die­sem Jahr nicht ange­hen, beton­te Stil­ler nach dem Bür­ger­ent­scheid gegen den Gewer­be­park Nord­lip­pe­stra­ße Nord. Da müs­se man nun erst die Regio­nal­pla­nung abwar­ten, hieß es.

Eine Über­ra­schung und Ausblick

Das The­ma För­der­mit­tel beschäf­tigt laut Umfra­ge­er­geb­nis die Fir­men­lei­tun­gen offen­bar sehr stark. Hier herr­sche gro­ßer Bera­tungs­be­darf, stell­te das WiFö-Team mit Mat­thi­as Stil­ler, Phil­ip Cra­mer und Danie­la Gou­se­tis fest. In der Höhe der Nen­nun­gen war dies über­ra­schend, ord­ne­te Stil­ler ein. Hier wer­de man Hand­lungs­an­sät­ze prü­fen. Inter­es­se an Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen durch die Wirt­schafts­för­de­rung gibt es unter ande­rem in der Zusam­men­ar­beit von Schu­le und Beruf, der Fach­kräf­te­ge­win­nung und beim The­ma Digitalisierung.

Oben auf der To-do-Lis­te der Wirt­schafts­för­de­rung ste­hen in die­sem Jahr des­halb zwei Aus­bil­dungs­bör­sen. Im April und im Herbst will man die Kon­takt­schmie­de zwi­schen Jugend­li­chen auf dem Weg in Aus­bil­dung und Beruf und den Unter­neh­men gleich zwei­mal aus­rich­ten, schil­der­te Stil­ler. Fer­ner ste­he in Zusam­men­ar­beit mit dem Stadt­mar­ke­ting der Work­shop „Wirt­schaft und Arbeit“ an. Der Ener­gie­stand­ort Wer­ne (z.B. Ger­stein­werk, Open Grid) zählt zu den Schwer­punk­ten der Arbeit. Zudem wol­le man Infor­ma­tio­nen zum The­ma „Kom­mu­na­les Was­ser­stoff­netz Metro­po­le Ruhr“ ein­ho­len. Wohn­raum, Innen­stadt­ent­wick­lung, Nach­hal­tig­keit in Gewer­be­ge­bie­ten und Kli­ma­schutz blei­ben Dauerthemen.

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